1911 öffnet in Los Angeles das erste Filmstudio "Christie-Nestor-Studio" seine Pforten und legt damit den Grundstein für die wohl berühmteste Traumfabrik der Welt: Hollywood. 100 Jahre und etliche Filmproduktionen später kann die Kultstätte auf ein beachtliches Reportoire zurückblicken. Doch welcher dieser Streifen gehört zu den beliebtesten Kultfilmen? Wer kann sich zu den größten Filmhelden oder als schlimmster Schurke aller Zeiten zählen? Eine kleine Geschichte des Hollywood-Kinos:
Die goldene Ära des Hollywood Kinos startete mit Stummfilmen wie "The Kid" (1921). Charlie Chaplin, der Tramp, galt als einer der größten Stars dieser Zeit. Solange wie möglich ignorierte er den Tonfilm.
Merian C. Cooper war 1933 schon etwas fortschrittsfreundlicher. Mit seinem Film "King Kong und die weiße Frau" schockte und begeisterte er das Kino-Publikum zugleich. Die Spezialeffekte des Films, vor allem das Stop-Motion-Verfahren, waren wegweisend. Im Vergleich zu den heutigen technischen Möglichkeiten wirkt der Klassiker fast komisch. Der riesige Gorilla und die kleine zarte Fay Wray gelten dennoch als Ikonen der Popkultur.
In der Geschichte des Hollywood-Kinos darf ein Genre natürlich auch nicht fehlen: der Liebesfilm. In seinen Anfängen kommt er noch sehr episch daher, wie bei "Vom Winde verweht" (1939) mit einer leidenschaftlichen Liebe von Scarlett O'Hara und Rhett Butler. Auch "Casablanca" (1942) mit einer bezaubernden Ingrid Bergmann und einem coolen Humphrey Bogart ("Schau mir in die Augen Kleines") dürften den meisten noch ein Begriff sein. Die Musical-Verfilmung "West Side Story" (1961) ist ebenfalls ein Meilenstein des Hollywood-Liebesfilms.
Nicht jeder Hollywood-Streifen avanciert automatisch zum Kassenschlager. Einige Filme hätten besser unter Verschluss bleiben sollen. So zum Beispiel die Leinwandkatastrophe von Ronald Reagan. Bevor er nämlich seine Karriere als US-Präsident startete, machte er in Western wie "Die Hand am Colt" (1953) von sich hören. Reagan bekam im Jahr 1981 mit dem Streifen als erster Schauspieler überhaupt die Goldenen Himbeere (Gegenpart zum Oscar, mit der die schlechtesten Filme des Jahres prämiert werden) in der Kategorie "Schlechteste Filmkarriere".
Anders ging es da den beiden großen Diven der goldenen Hollywood-Ära: Audrey Hepburn und Marilyn Monroe. Ihre Filme gehören zu den Klassikern: Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" (1961) und Marilyn Monroe in "Manche mögens heiß" (1959).
Krankhaft mutterfixiert, mordlustig und nur in schwarz-weiß vorhanden - um wen handelt es sich? Richtig: Norman Bates (Anthony Lerkins) aus Alfred Hitchcocks Klassiker "Psycho" (1960). Ein richtig fieser Kerl, der Filmgeschichte schrieb.
Das künstlerische Vakuum im Hollywood der 1960er Jahre wurde von jungen Filmemachern ausgenutzt. Mit Filmen wie "Bonny und Clyde" (1967), "Die Reifeprüfung" (1967) und "Harold und Maude" (1971) gelang ihnen der große Durchbruch. Die "New Hollywood"-Ära löst das goldene Zeitalter ab. Der stilbildendste Film dieser Zeit ist Dennis Hoppers "Easy Rider" (1969) mit einem grandiosen Peter Fonda.
Neben den Machern hinter der Kamera sind es aber vor allem die großen Helden der Leinwand, die Hollywood zu dem gemacht haben, was es jetzt ist. So stellen sich vor allem mutige Einzelkämpfer wie Clint Eastwood als Dirty Harry (1971) oder John Wayne als Rooster Cogburn ("Mit Dynamit und frommen Sprüchen"; 1975) dem Bösen und sorgten für Recht und Ordnung.
Ganz der Tradition des New Hollywood verpflichtet, aber kommerziell erfolgreicher waren Filme wie "Der Clou" (1973), "Die Unbestechlichen" (1976) oder "Einer flog über das Kuckucksnest" (1975), der Regisseur Miloš Forman und Hauptdarsteller Jack Nicholson mehrere Oscars einbrachte.
Auch Woody Allens Filme der 1970er Jahre gehören zum neuen Kino in Hollywood. Vor allem seine etwas anderen Liebesfilme wie "Der Stadtneurotiker" (1977) begeistern das Publikum.
Eher ein Außenseiter in Hollywood, aber dennoch ein großes Vorbild nachfolgender Regisseur-Generationen war Stanley Kubrick. Bekannt wurden vor allem seine Filme "Uhrwerk Orange" (1971), "2001 - Odyssse im Weltraum" (1968) und "Eyes Wide Shut" (1999).
Ein Star im Rampenlicht war er da schon eher: "Superman" (1978). Mutig, aufopfernt, gutaussehend und jede Handlung nur zu Gunsten der Schwachen und Armen. Eine perfekt sitzende Haartolle gepaart mit einer ebenso perfekt sitzenden Unterhose kann nur gut sein.
Agent, Gentleman und größter Womenizer, den die Filmszene zu bieten hat: "James Bond" (1962-2008) ist wahrlich einer von Hollywoods legandärsten Leinwandhelden. Oder kennt ihr einen anderen Superhelden, dessen Frisur und Styling auch im Angesicht des Todes (in jedem der Filme) immer perfekt sitzen? Eben.
Doch Hollywood zeigt auch das wirklich Abgründige, den Horror, das, wovon wir nachts träumen. Wie in "Der weiße Hai" (1975), der als Urgestein des Blockbuster-Thrillers gilt und Regisseur Steven Spielberg großen Erfolg bescherte.
Auch mit seinen Filmen "Jurassic Park" (1993) und "Schindlers Liste" (1993) wirkte er prägend auf das Filmemachen in Hollywood.
Neben dem vielleicht berühmtesten Archäologen der Filmgeschichte - Indiana Jones - brachte er auch diesen kleinen Wicht hier ins Kino. Mit dem kleinen Außerirdischen E.T. ("Nach Hause telefonieren"; 1982) bezauberte Steven Spielberg jung und alt.
Neben Spielberg und einer ganzen Riege weiterer Regisseure, zählt auch Francis Ford Coppola zu den bedeutendsten in der amerikanischen Kinogeschichte. Seine Filme wie "Apokalypse Now" (1979) und die Pate-Trilogie (1972-1990) haben Kultfilm-Status. Besonders "Der Pate", der die Geschichte des mächtigen New Yorker Mafiaboss Don Vito Corleone erzählt, gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte.
In der Liste der Hollywood-Klassiker darf natürlich auch "Pretty Woman" (1990) nicht fehlen. Die schöne Vivian Ward (Julia Roberts) macht dem smarten Edward Lewis (Richard Gere) schöne Augen und spielt sich in die Herzen des Kino-Publikums.
Dieser Kerl tritt jedem in den Hintern - zumindest auf der Leinwand. Arnold Schwarzenegger gehört zu den absoluten Helden der Hollywood-Industrie, wenn es um Action geht. Mit "Terminator 2" (1991) stand er zudem auf der Seite des Guten.
Wo es das Gute gibt, muss es auch das Böse geben. Und davon haben Hollywood-Filmen mehr als genug. Wer könnte zum Beispiel den kannibalischen Gourmet Dr. Hannibal Lector aus "Das Schweigen der Lämmer" (1991) vergessen, wenn er an Blockbuster-Finsterlinge denkt?
Wirklichen Kult-Status haben die Filme von Regisseur Quentin Tarantino, der ein Meisterwerk nach dem anderen ins Kino bringt: von "Reservoir Dogs" (1992) über "Pulp Fiction" (1994) und "Kill Bill" (2003/2004) zu "Inglorious Basterds" (2009). Nicht nur als Regisseur mischt er hier mit. In vielen seiner Filme spielt Quentin Tarantino sogar selbst eine kleine Nebenrolle.
Ja, die Liebe. Sie zieht sich durch die gesamte Kino-Geschichte. Vielleicht eine der schönsten Hollywood-Liebesgeschichten: "William Shakespeares Romeo + Julia" (1996). Besonderes Kennzeichen dieses Films ist vor allem die an die MTV-Popkultur angelehnte Inszenierung und Übertragung der Geschichte in die Gegenwart. Regisseur Baz Luhrmann gelang mit diesem Film die schwierige Gratwanderung zwischen langweiliger Literaturverfilmung und absolutem Kitsch.
Auch in dem Drama "Titanic" (1997) lässt Leonardo DiCaprio wieder so manches Mädchen- und Frauenherz dahin schmelzen.
Epische Filme produzieren und das auch noch über mehrere Teile hinweg - das ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Viele Regisseure sind an dieser Aufgabe bereits gescheitert. Nicht George Lucas. Mit seiner Star-Wars-Reihe hat er sich in Hollywood verewigt und es sogar geschafft, mehrere Zuschauer-Generationen zu vereinen.
Unvergessen: die Filmzeile des intergalaktische Schurken Darth Vader "Luke, ich bin dein Vater!"
Auch Peter Jackson hat ein unverwechselbares Meisterstück über mehrere Teile hinweg geschaffen. Seine "Der Herr der Ringe"-Trilogie (2001-2003) steht dem Buch in Nichts nach. Gerade arbeitet der Regisseur an der Verfilmung des "Kleinen Hobbit", dem Vorläufer zu "Der Herr der Ringe".
Meisterleistungen erbrachte auch er: Heath Ledger. Ob als homosexueller Cowboy in "Brokeback Mountain" (2005), als derangierter Bob Dylan in der Filmbiografie "I'm Not There" (2007) oder zuletzt als Joker in der neuesten Batman-Verfilmung "The Dark Knight" (2008). Hier ließ er selbst Batman verblassen. Im selben Jahr schockierte Heath Ledgers früher Tod die Welt. Für seine Leistung in "The Dark Knight" wurde ihm 2009 posthum ein Oscar als bester Nebendarsteller verliehen.
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