Um diese Medaillen geht es in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen in London. Doch weil die Sommerspiele nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch absurde Geschichten hervorgebracht haben, liefern wir euch skurrile Fakten aus der olympischen Geschichte. Oder wusstest du, dass erst ab 1904 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben wurden? Zuvor hatte nur der Sieger eine Medaille erhalten - aus Silber.
1896 fanden in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt: Der Deutsche Fritz Traun schied im 800-Meter-Vorlauf aus, kaufte sich einen Tennisschläger und gewann mit dem Iren John Boland das Tennis-Doppel.
1972 in München gab es mit "Dackel Waldi" das erste olympische Maskottchen. Vorbild war die 84 Tage alte Hündin "Cherie von Birkenhof".
An den Olympischen Spielen 1952 und 1956 nahm über 100 Meter Freistil ein Schwimmer namens Carlo Pedersoli teil. Der Italiener kam zwar nie über Platz elf hinaus, machte aber später eine Weltkarriere: als Bud Spencer.
Einige olympische Disziplinen sind längst abgeschafft und in Vergessenheit geraten. Auch 2012 in London wird es leider keine Neuauflage von Tauziehen, Seilklettern oder Motorbootrennen geben.
In Antwerpen 1920 trat nur ein italienischer Wasserballspieler im Match gegen Schweden an, weil dem Rest der Mannschaft das Wasser zu kalt war. Als der Einzelkämpfer 0:7 gegen die Skandinavier zurücklag, gab er auf. Zudem konnten die Veranstalter die italienische Hymne nicht finden und spielten stattdessen das altbekannte "O Sole Mio".
Durch den Boykott vieler westlicher Staaten gab es 1980 in Moskau nur zwei gemeldete Mannschaften im Damenhockey: Das russische und das sehr spät eingeladene und erst eine Woche vor den Spielen zusammengestellte Team aus Simbabwe. Kurios: Simbabwe gewann.
Der Äthiopier Abebe Bikila gewann 1960 in Rom den Marathonlauf. Barfuß.
Die älteste Olympiasiegerin aller Zeiten ist die Britin Sybil Newall. Im Bogenschießen ließ sie 1908 alle Konkurrentinnen hinter sich - sogar die Zweitplatzierte Lottie Dod, die mit Pfeil und Bogen genauso talentiert wie mit dem Tennisschläger war. Dod gewann zuvor immerhin fünf Mal das legendäre Tennisturnier von Wimbledon.
Ihr männliches Pendant ist der Schwede Oscar Swahn. 1912 gewann er in Stockholm mit 64 Jahren die Goldmedaille in der Schießdisziplin "Laufender Hirsch" (Einzelschuss) - damit ist er der älteste Olympiasieger aller Zeiten. Und auch der Titel als ältester Medaillengewinner geht an Swahn, denn 1920 in Antwerpen gewann er mit fast 73 Jahren erneut Silber im Schießen. (Im Bild ist übrigens sein Sohn Alf, der ebenfalls zahlreiche Medaillen im Schießen gewann.)
1896 wurde der Dritte des Marathonlaufs disqualifiziert. Spyrídon Belókas war einen Teil der Strecke mit der Kutsche gefahren.
Science Fiction! 1984 in Los Angeles flog während der Eröffnungsfeier ein Raketenmann mit Raketenrucksack durch das Stadion.
Von 1912 bis 1948 gab es bei Olympischen Spielen auch Kunstwettbewerbe. Medaillen wurde in den Kategorien Architektur, Literatur, Musik, Bildhauerei und Malerei vergeben. Im Bild (2.v.l.) sieht man den tschechischen Geiger Josef Suk, der mit "Ins neue Leben" 1928 die Musik-Silbermedaille gewann.
1956 fanden die Olympischen Spiele in Melbourne statt - und in Stockholm. Die 15621 Kilometer Entfernung zwischen den Austragungsorten begründete sich mit den strengen Quarantäne-Bestimmungen der Australier. Kurzerhand mussten die Reitwettkämpfe in Schweden ausgetragen werden.
2302 Medaillen haben die USA bisher bei Olympischen Sommerspielen errungen und belegen damit Platz eins der Bestenliste. Russland (1446) und Deutschland (1261) folgen auf Rang zwei und drei. Den letzten Platz teilen sich unter anderem Afghanistan, der Niger und Dschibuti mit jeweils einer Bronzemedaille.
Der erste Diskus-Olympiasieger Robert Garrett aus den USA war ein echtes Naturtalent. Die Sportart hatte er nämlich der Legende nach erst auf der Schiffsreise nach Athen trainiert. Außerdem gewann er 1896 nebenbei noch das Kugelstoßen und wurde Zweiter im Hoch- und Weitsprung.
Die Olympischen Ringe und die Olympische Fahne wurden 1920 in Antwerpen eingeführt.
Als einer der erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten gilt Ray Ewry - und das obwohl er wegen Kinderlähmung lange Zeit im Rollstuhl saß. Zwischen 1900 und 1908 räumte der US-Amerikaner mit Spitznamen "Gummimensch" im Standhoch-, Standweit- und Standdreisprung insgesamt zehn Goldmedaillen ab. Das wäre lange Zeit Rekord gewesen, wenn nicht die Olympischen Zwischenspiele 1906 in Athen - dort war er zweimal Sieger - in keiner offiziellen Statistik auftauchen würden. Inzwischen ist das aber egal, denn der amerikanische Superschwimmer Michael Phelps pulverisierte die alten Bestwerte mit insgesamt 14 Goldmedaillen in Athen (2004) und Peking (2008).
1968 in Grenoble traten zum ersten Mal zwei deutsche Mannschaften bei den Sommerspielen an. Von 1956 bis 1964 hatten die BRD und die DDR noch eine gesamtdeutsche Mannschaft ins Medaillenrennen geschickt.
Im Boykottieren der Olympischen Spiele sind die Chinesen spitze. Nachdem 1956 versehentlich die chinesische Flagge für die taiwanesischen Athleten gehisst wurde und Taiwans Sportler daraufhin den Fahnenmast stürmten und die Fahne herunterrissen, blieben die Chinesen bis 1980 den Wettkämpfen fern.
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