Es sind die entscheidenden Minuten, das Herz klopft bis zum Hals, und dann so eine Frage: Wie lautet der zweite Vorname von Donald Duck? Und warum ist ein Gullydeckel rund?
Wenn die Fragen im Bewerbungsgespräch richtig knifflig werden und der Stresspegel steigt, soll sich der wahre Charakter des Bewerbers zeigen: Wer zickt bei persönlichen Fragen rum? Wer fängt an zu plappern, wenn der Chef schweigt? Wer verliert die Fassung, wenn er auf eine Sachfrage die Antwort nicht kennt? Mit ein wenig Vorbereitung lässt man sich von solchen sogenannten „Stressinterviews“ nicht mehr aus der Fassung bringen.
Fangfrage 1: Was sind Ihre fünf größten Schwächen?
Das kommt schlecht an:
Gleich fünf Schwächen? Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen! Auf keinen Fall alle fünf aufzählen, sonst verlieren Sie sich im Negativen und bieten unnötig viel Angriffsfläche. Was Personalchefs übrigens auch nicht mögen: Wenn Bewerber Schwächen zugeben, die eigentlich eine Stärke sind, zum Beispiel Perfektionismus oder Arbeitswut. Das kennen Chefs schon.
So reagieren Sie richtig:
Kein Mensch ist perfekt. Das weiß auch der Personalchef. Bereiten Sie eine Schwäche vor, die ehrlich und glaubwürdig ist, aber möglichst wenig mit den Anforderungen des Jobs zu tun hat, auf den Sie sich bewerben.
Beispiel: Für einen Kraftfahrer ist Morgenmuffeligkeit eine akzeptable Schwäche. Bei einer Sekretärin sieht das anders auch. Alternativ können Sie sich auch dafür entscheiden, eine für den Beruf relevante Schwäche zu nennen, dann aber am besten gleich einen Lösungsvorschlag machen, wie sie ihr kleines Problem in den Griff bekommen.
Fangfrage 2: Können Sie sich kurz auf Englisch vorstellen?
Das kommt schlecht an:
Was Sie auf keinen Fall tun sollten, ist, sich der Aufforderung zu verweigern. Wer Englisch im Lebenslauf stehen hat, muss auch liefern können.
So reagieren Sie richtig:
Legen Sie am besten sofort los. Personalchefs wissen Ihren Mut zu würdigen. Kleine Holperer sind dann nicht so schlimm, die kann man auch auf die angespannte Bwerbungssituation schieben.
Am besten üben Sie ein paar knackige Sätze zu Hause ein: Name, Alter, Ausbildung, angestrebte Position, und vielleicht noch, dass Sie sich sehr freuen würden, im Team des entsprechenden Unternehmens mitarbeiten zu dürfen. Daheim können Sie auch in Ruhe ein paar Fachvokabeln nachschlagen, die Ihnen unter Stress sonst vielleicht nicht einfallen.
Fangfrage 3: Welches Buch liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?
Das kommt schlecht an:
Wer liest gilt als gebildet, deshalb erwarten viele Personalchefs, dass man in gewissem Umfang liest. Wer bei so einer Frage nichts antworten kann, hinterlässt einen schlechten Eindruck. Und ärgert sich oft später, weil ihm vielleicht nur nicht eingefallen ist, dass ja auch Computerfachzeitschriften, ein Hörbuch oder der Krimi vom letzten Urlaub besser gewesen wären als nichts.
Auch nicht glücklich: Über ein Buch zu reden, das man gar nicht gelesen hat. Wenn Sie Pech haben, kennt der Personalchef es gut und verstrickt Sie in ein peinliches Fachgespräch.
So reagieren Sie richtig:
Bereiten Sie sich gut vor! Selbst wenn Sie eine Leseratte sind, lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob das aktuelle Buch geeignet ist, um es im Vorstellungsgespräch zu thematisieren. Verfängliche Themen, schlüpfrige Titel - es gibt so einige Bücher, die bei genauerem Überlegen eher merkwürdige Assoziationen wecken. Sie sollten den Inhalt in ein paar Sätzen beschreiben können und auf den Punkt bringen können, was Ihnen an dem Buch besonders gefällt. Wenn Sie nur Zeitung lesen oder Hörbücher hören: Begründen Sie Ihre Vorliebe!
Fangfrage 4: Erzählen Sie etwas über Ihren Ex-Arbeitgeber!
Das kommt schlecht an:
Hier gilt ausnahmslos: Reden Sie niemals schlecht über vorherige Vorgesetzte. Das ist ein richtiges K.-o.-Kriterium. Auch Themen wie Mobbing sollten nicht in das Gespräch mit einfließen.
So reagieren Sie richtig:
Beschreiben Sie Ihr früheres Tätigkeitsfeld. Nutzen Sie die Gelegenheit, ihre Stärken herauszustreichen und kurz zu erläutern, was Sie in der alten Firma geleistet haben. Wenn es heftige Konflikte gab, die zum Ende der Tätigkeit führten, bleiben Sie lieber vage.
Übrigens: Donald Ducks vollständiger Name lautet Donald Fauntleroy Duck. Das muss niemand wissen, aber man kann Punkte sammeln, wenn einem spontan eine witzige Antwort einfällt.
Und warum ist der Gullydeckel rund? Diese Frage ist ein sogenannter "Brainteaser", eine Denksportaufgabe. Es wird keine perfekte Lösung erwartet, sondern, dass Sie Ihre - womöglich kreativen - Gedanken in Worte fassen und zeigen, wie Sie an ein solches Problem herangehen.
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