"Wenn ich mitmache, dann mache ich voll mit. Wenn ich nicht da bin, berührt mich das nicht. Ich habe keine Sehnsucht", sagt Jochen Busse über sein Verhältnis zum Karneval. Gut für die Hörer von WDR 2, denn so hat der Kabarettist, Schauspieler, Moderator und Autor zwei Stunden Zeit für den RosenmonTalk (20.02.2012).
Moderator Axel Naumer stellt im MonTalk-Steckbrief die üblichen Fragen nach Name, Alter und Hobbys, erweitert jedoch den Fragebogen und erkundigt sich nach Kontostand, Musikinstrument, Haustier und Vorbild. Busse antwortet bereitwillig mit: "Ja, mir geht's gut", "Blockflöte", "Pudel" und "Ralph Arthur Roberts".
Es ist Rosenmontag, so hat sich die WDR 2-Redaktion einen Scherz erlaubt und bei der Straßenumfrage bestimmt nicht das Foto von Jochen Busse gezeigt. Die Antworten passen einfach nicht zu dem 71-Jährigen: "Bundespräsident", "Er hat McDonalds Filialen in Köln", "Hat ein Bett im Kornfeld geschrieben", "Faltenfrei im Gesicht", "Der sieht ganz schön sexy aus". Die letzte Aussage gefällt Busse.
Geboren wurde Busse 1941 in Iserlohn als Sohn eines Fabrikanten. Noch vor dem Abitur verließ er die Schule, um sich dem Schauspiel zu widmen. Busse ging nach München und finanzierte privaten Schauspielunterricht durch Hilfsarbeiten. "Ich habe in einem umgebauten Schweinestall gewohnt. Das hört sich schlimmer an als es war", so Busse.
Anfang der 60er Jahre spielte Jochen Busse eine Kabarett-Revue in Berlin, ging danach auf die Bühne "Die Schmiere" nach Frankfurt und sammelte Erfahrungen am Düsseldorfer "Kom(m)ödchen". Die Stadt München hat für seine Karriere immer eine besondere Rolle gespielt. "In München bin ich vom armen Jungen zum wohlhabenden Mann geworden", sagt Busse.
Aus der Münchener Zeit sind dem Wahlberliner viele Freunde geblieben, zum Beispiel Philipp Sonntag. Der Schauspieler - bekannt aus zahlreichen Spielfilmen und Serien wie "Lindenstraße" und "Sturm der Liebe" - ist Überraschungsgast im MonTalk. Die beiden Freunde tauschen während der Sendung viele Komplimente aus.
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Mit 71-Jahren ist Jochen Busse topfit - dank Yoga. Vor vielen Jahren hat er damit angefangen. "Ich hatte einen phantastischen Yogalehrer. Er war ein richtiger Guru - ein großes Glück für mich", schwärmt Busse.
Noch bis zum 6. Mai ist Jochen Busse auf der Bühne des Kölner "Theater am Dom" zu sehen mit der Komödie "In jeder Beziehung". Darin geht es um ein Ehepaar, das an seinem 24. Hochzeitstag einen historischen Entschluss fasst: Jeder gewährt dem anderen einen Seitensprung. "Alle 20 Sekunden ein Lacher. Das ist glaube ich etwas, was ich noch nie in meinem Leben geschafft habe", sagt Busse, der übrigens zum vierten Mal verheiratet ist.
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