"Ich bin aus tiefstem Herzen Journalistin", sagte Tina Hassel auf die Frage nach ihrem Beruf im WDR 2 MonTalk (21.05.2012) mit Moderatorin Christine Westermann. Die 48-jährige Kölnerin und WDR-Auslandschefin wird ab Juli das ARD-Studio Washington leiten. Raus aus dem Studio, rein ins Leben. Ihr Mann Tillmann und die drei Kinder, ein Sohn (8) und zwei Töchter (9 und 12), werden sie begleiten.
Am Sonntag erst hatte es für Tina Hassel einen "wehmütigen Abschied" vom ARD-"Weltspiegel" gegeben. In über zehn Moderations-Jahren sei ihr die Sendung ans Herz gewachsen. Weil sie so gar nicht cool war, sagte sie am Ende besonders cool "Tschüss". Und danach wurde gefeiert.
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Viele Kollegen hätten ihr gesagt, dass sie sie vermissen würden - das trage sie "wie eine warme Welle über den Atlantik". Was in Washington schiefgehen könnte? Da denkt Hassel an ihre Familie, die den Umzug mitmacht. Die größte Herausforderung sei, dass es für alle eine tolle Erfahrung werde.
Gute Worte und Tipps von einem, der den Job in Übersee schon gemacht hat: Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow brach eine Lanze für die "willkommen heißende" USA: "Sie werden Dich in die Arme nehmen!"
Die Journalistin, hier bei einer Preisverleihung, suchte beim WDR Volontäre aus - und begann 1990 selbst als "Volo", nachdem sie Germanistik, Geschichte und Politik in Köln und Bordeaux studiert hatte. Später, von 1994 bis 2001, berichtete sie aus Paris und Brüssel. Warum sie damals genommen wurde? "Ich hatte einen eigenen Kopf!"
"Anstrengend, aber nie langweilig" sei sie, das soll ihr Mann einmal gesagt haben. Die Moderatorin, hier 2002 beim Polit-Talk "Unter den Linden", fügt selbst noch weitere Merkmale hinzu: ungeduldig, dickköpfig, aber auch schnell im Denken und Sprechen.
In Vorbereitung auf die USA und die anstehende Präsidentschaftswahl paukt sie nicht Fakten oder die Sprache, sondern lässt sich erzählen, "wie die Amerikaner ticken". Das Foto zeigt sie mit WDR-Ikone Gerd Ruge, Vorreiter unter anderem in Washington und beim Weltspiegel.
"Halv su wild", singt BAP, von Tina Hassel zum Abschluss gewünscht. Am Ende der zwei MonTalk-Stunden klingt das tröstlich. Und wie das Lebensmotto der erfolgreichen Journalistin.
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