Dieter Overath ist Gründer und Geschäftsführer von Transfair. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Köln vergibt das Fairtrade-Siegel für den fairen Handel in Deutschland. Overath ist am Montag (07.05.2012) zwei Stunden zu Gast im MonTalk und spricht mit Moderatorin Gisela Steinhauer über Bananen, Boule und das 20-jährige Bestehen des Vereins.
Ziel von Transfair ist es, benachteiligte Kleinbauern und Arbeiter sowie ihre Familien in Afrika, Asien und Südamerika zu unterstützen und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Händler zahlen Transfair eine Lizenzgebühr für die Nutzung des Siegels. "Bei Bananen sind es pro Kilo drei Cent", erklärt der gebürtige Kölner.
Im vergangenen Jahr kauften die Deutschen Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von etwa 400 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 20 Jahren bedeutet das ein Umsatz von 2,1 Milliarden Euro mit Fairtrade-Produkten. "Die Konsumenten werden immer bewusster und sind neugierig: Wo kommen Produkte her, unter welchen Bedingungen sind sie hergestellt?", so Overath.
Bei der MonTalk-Straßenumfrage erzählen Passanten, was sie von Fairtrade-Produkten halten, dass sie Schokolade, Bananen, Blumen und Kaffee mit dem blau-gelb-schwarzen Logo einkaufen. "Weil ich vom Geschmack überzeugt bin. Ich würde das nicht kaufen, wenn das nur Etikette wäre", so ein Befragter. Eine Frau hat Zweifel ob die Kontrollen ausreichend seien, weil mittlerweile in vielen Supermarktketten Fairtrade-Produkte verkauft werden.
Da kann Dieter Overath beruhigen. Es gebe für keinen Konzern Ausnahmen. "Wir müssen Volumen machen. Die Situation in der dritten Welt mit knapp einer Milliarde armer Menschen ruft danach, hier mehr Fairtrade zu machen", sagt Overath. "Da bauchen wir größere Akteure und natürlich auch eine lückenlose Kontrolle."
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), zu dem 100.000 Unternehmen gehören, lobt die Arbeit von Dieter Overath: "Ich schätze vor allem an ihm seine Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit - den ehrlichen, fairen Umgang miteinander. Er streitet in seiner Sache und das ganz offen und direkt", so Genth im MonTalk.
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Jean Pütz hat Dieter Overath von der ersten Stunde an unterstützt. In seiner Fernsehsendung Hobbythek hat er kräftig Werbung für fair gehandelte Produkte gemacht und seine Zuschauer über die Verhältnisse in den Anbaugebieten aufgeklärt. Als Überraschungsgast im MonTalk erzählt Pütz von seiner ersten Erfahrung mit "fairem Kaffee" vor vielen Jahren: "Der schmeckte nicht, der schlug auf den Magen."
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Zweiter Überraschungsgast ist Tina Jerman, Geschäftsführerin von "Exile-Kulturorganisation". Die beiden sind befreundet, spielen seit Jahren leidenschaftlich gerne Boule und arbeiten zusammen. "Wir haben eine ganz wunderbare Allianz. Seit ich Dieter Overath vor fast 30 Jahren kennen gelernt habe, haben wir immer das Thema Kultur und 'Eine Welt' versucht, zusammen zu denken", sagt Jerman.
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Dieter Overath hat einen verantwortungsvollen, anstrengenden Job. Rund 30 Mitarbeiter arbeiten im Kölner Transfair-Büro an der Verwirklichung der Fairhandels-Ziele. Entspannung findet der 57-jährige beim Kickern, Boule, Doppelkopf oder Tischtennis: "Spielen ist hierarchiefrei. Das bringt einen relativ schnell auf andere Gedanken und ich bin froh, dass in der Transfair-Geschäftsstelle diese Lust von vielen geteilt wird."
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