Sein freches Grinsen ist geradezu legendär. Mal verschmitzt und charmant, mal bösartiger Psychopath - durch seine Vielseitigkeit und sein Charisma wurde Jack Nicholson einer der erfolgreichsten Hollywood-Schauspieler überhaupt. An diesem Sonntag feiert er seinen 75. Geburtstag.
Der Kultfilm "Easy Rider", in dem er gemeinsam mit Dennis Hopper und Peter Fonda auf einem Chopper über die Highways brettert, war 1969 Nicholsons Durchbruch als Schauspieler. Davor hatte er sich als Drehbuchautor versucht. Sein erstes Geld in der Branche verdiente sich der spätere Megastar als Botenjunge in einem Trickfilmstudio.
In Roman Polanskis Thriller "Chinatown" von 1974 legt sich Nicholson als Privatdetektiv Jake Gittes mit den Reichen und Mächtigen an und steckt dabei lauter Niederlagen ein. Das Grinsen vergeht im dabei trotzdem nicht. Nicholsons Privatleben war reich an Affären und Skandalen. Er hat fünf Kinder von vier Frauen. Verheiratet war er nur einmal.
Unangepasste und abgründige Charaktere spielte Nicholson oft in seiner Karriere. So verkörperte er den Kleinkriminellen R. P. McMurphy in Milos Formans aberwitzigem Psychiatrie-Film "Einer flog über das Kuckucksnest". Die Rolle brachte ihm 1976 den ersten von drei Oscars ein.
Schon mit 17 Jahren wusste der als John Joseph Nicholson in New York geborene Junge, dass er Schauspieler werden wollte. Im Jahr 1980 brillierte Nicholson in Stanley Kubricks Horror-Klassiker "The Shining" als alkoholkranker Schriftsteller, der langsam in den Wahn abgleitet und zum Monster wird.
Ein kommerzieller und nach Meinung vieler Kritiker auch künstlerischer Misserfolg war ein Jahr später die Neuverfilmung des Romans "Wenn der Postmann zweimal klingelt" von James M. Cain. Für einen handfesten Skandal sorgte damals eine berühmt gewordene Sex-Szene mit Jessica Lange auf dem Küchentisch.
Als US-Präsident stand Nicholson 1996 in Tim Burtons komödiantischer Science-fiction-Parodie "Mars Attacks!" vor der Kamera. Der Schauspieler erfuhr erst im Alter von 37 Jahren, dass seine vermeintliche 17 Jahre ältere Schwester in Wirklichkeit seine Mutter war. Nicholsons Großmutter hatte sich als seine Mutter ausgegeben, um dem Ansehen ihrer Tochter nicht zu schaden.
Für seine Darstellung des Bestsellerautors und Stadtneurotikers Melvin Udall in "Besser geht's nicht" erhielt Nicholson 1998 seinen bislang letzten Oscar. In der Komödie verliebt er sich in die Kellnerin seines Stammrestaurants. Privat führte Nicholson seine längste Beziehung mit der Schauspielerin Anjelica Huston. Sie hielt 16 Jahre - mit zeitweiligen Unterbrechungen.
Berührend meancholisch präsentierte sich der große Schauspieler in "About Schmidt" (2002). Darin zieht der frisch verwitwete Rentner Warren Schmidt mit einem Wohnmobil ruhelos durchs Land, ohne irgendwo willkommen zu sein. Auf vieles, was man sonst von Nicholson gewohnt ist, wartet man in diesem Film vergeblich. Grinsen, Zähneblecken, Augenrollen - Fehlanzeige.
Nicholson hat in seinem bisherigen Leben wenig ausgelassen. Aber: "Das Beste kommt zum Schluss", so der vielleicht programmatische Titel eines Films von 2008, in dem er und Morgan Freeman die Hauptrollen spielen.
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