Mit Pfefferpistole und sieben Messern treibt Räuber Hotzenplotz seit mehr als 50 Jahren sein Unwesen. 1962 erschien der erste Band von Otfried Preußler. Die Geschichte vom Hotzenplotz, der Großmutters Kaffeemühle gestohlen hat, begeistert junge und erwachsene Leser in mittlerweile 30 Sprachen. Am 1. August 2012 feierte der Kinderbuchklassiker sein 50-jähriges Jubiläum. - Im Bild zu sehen ist das Cover der Original-Ausgabe (l.) des Kinderbuchs aus dem Jahr 1962 und das neu kolorierte Cover der Jubiläumsausgabe anlässlich des 50. Geburtstages des Kinderbuchs.
Otfried Preußler ist nicht nur der Herr der Räuber, sondern auch der Raben und Hexen gewesen. Seine bekanntesten Werke neben Räuber Hotzenplotz sind Krabat, Die kleine Hexe, Das kleine Gespenst und Der kleine Wassermann. Vom Hotzenplotz sind gleich drei Erzählungen erschienen. Der Kinderbuchautor starb am Montag (18.02.2013) im Alter von 89 Jahren in in Prien am Chiemsee. Geboren wurde er am 20. Oktober 1923 in Reichenberg in Nordböhmen. Preußlers insgesamt 32 Bücher wurden in 55 Sprachen übersetzt, vielfach preisgekrönt und weltweit mehr als 50 Millionen Mal verkauft.
Die Jagd von Seppel und Kasperl auf den bärtigen Gauner, der Großmutters geliebte Kaffeemühle gestohlen hat, schreibt auch nach mehr als 50 Jahren weiter Erfolgsgeschichte. Alle drei Hotzenplotz-Bücher wurden von dem Zeichner Franz Josef Tripp illustriert - wie die meisten anderen Werke Preußlers auch. Tripp (1915-1978) arbeitete zunächst als Journalist und Schriftsteller, später stellte er mehr und mehr seine grafischen Arbeiten in den Vordergrund. In der Jubiläumsausgabe zum 50. Geburtstag von Räuber Hotzenplotz wurden die Illustrationen von Tripp neu koloriert. Zu sehen waren sie auch in der Jubiläums-Ausstellung des Thienemann-Verlags in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart.
Links zum Bild
Die Augsburger Puppenkiste brachte die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz ab 1967 auf die Bühne und damit dann auch ins Fernsehen. Die Figuren Otfried Preußlers wurden liebevoll als Marionetten dargestellt - Kasperl, Seppel, die Großmutter, der Räuber und der Polizist. Die Augsburger Puppenkiste führt seit 1948 Märchenstücke auf. Mit seinen Fernsehproduktionen erlangte das Marionettentheater seit 1953 bundesweite Bekanntheit.
Links zum Bild
1974 kam der Räuber zum ersten Mal ins Kino, unter der Regie von Gustav Ehmck und mit Gert Fröbe in der Titelrolle. Gert Fröbe hatte sich bereit erklärt, an der Verfilmung von Räuber Hotzenplotz mitzuarbeiten, obwohl er schon seit über zehn Jahren in keinem deutschen Film mehr mitgespielt hatte. Der vielbeschäftigte Weltstar sagte zu, weil ihm die Gestaltung der Titelrolle künstlerisch außerordentlich interessant erschien. "Ich sehe für mich persönlich komödiantische Möglichkeiten, wie sie einem selten im Film- und Theaterleben begegnen", sagte er damals. Das Bild zeigt Gerd Fröbe, wie er im Oktober 1973 in der Maske des Räuber Hotzenplotz mit dem gleichnamigen Buch von Otfried Preußler posiert.
Eine neue Verfilmung folgte 2006 ebenfalls mit großem Staraufgebot und unter der Regie von Gernot Roll: Hier spielte Armin Rohde den Hotzenplotz, in weiteren Rollen waren Christiane Hörbiger, Rufus Beck, Katharina Thalbach und Barbara Schöneberger zu sehen. Die Neuauflage der Jagd von Seppel und Kasperl auf den bärtigen Gauner, der Großmutters geliebte Kaffeemühle gestohlen hat, war ebenfalls erfolgreich.
Links zum Bild
Ob als Buch, als Theaterstück oder im Film wie im Bild mit Armin Rohde - die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz ist nach wie vor beliebt bei Kindern wie Erwachsenen. Den einprägsamen Namen hatte Kinderbuchautor Otfried Preußler übrigens einem Städtchen in Mährisch-Schlesien entlehnt, die den deutschen Namen Hotzenplotz trägt und auf Tschechisch Osoblaha heißt. Dieser markante Name war Preußler seit seiner Kindheit in Erinnerung geblieben.
Seite teilen