Bei Polaroid war Kunst von Anfang an Teil des Unternehmenskonzepts. Der Hersteller nutzte die Erfahrungsberichte von Künstlern und Fotografen, um Filme und Technik weiter zu entwickeln.
Den Grundstein für diese Idee bildete damals die Bekanntschaft zwischen Sofortbild-Erfinder Edwin H. Land und dem Fotokünstler Ansel Adams. Sie entstand kurz nachdem Land 1947 sein fertiges Sofortbild-Verfahren präsentierte.
Ansel Adams war es auch, auf dessen Idee die erste Polaroid-Ausstellung fußte. Zu sehen waren damals Werke berühmter amerikanischer Fotografen.
In der Folge kamen weitere Künstler zu Polaroid, die dem Unternehmen als Berater fungierten. Darunter finden sich Namen wie der des Amerikaners Minor White.
Ab den 60er Jahren wurde dann ein echtes Förderproramm daraus. Der Hersteller versorgte Fotokünstler gezielt mit Kameras und Filmen - im Tausch gegen ausgewählte Werke.
Mit der Zeit wuchs so die Sammlung der Firma auf mehr als 16.000 Fotografien an. Sie sind auf zwei Standorte verteilt - der eine in den USA, der andere, kleinere, in Europa.
In der Polaroid Collection finden sich Werke von zahlreichen berühmten Künstlern. Vertreten sind heute unter anderem Andy Warhol ...
... und auch der australische Fotograf Helmut Newton.
2008 gab Polaroid das Ende ihrer Filmproduktion bekannt. Ein Jahr später wurde bekannt, dass dem Konkurs des Unternehmens auch die Sammlung zum Opfer fallen sollte.
Künstler, Museen und Liebhaber protestierten weltweit gegen die geplante Versteigerung der Polaroid Collection. Schließlich war es der Wiener Geschäftsmann Peter Coeln, der den europäischen Teil der Sammlung übernahm und damit deren Erhalt sicherte.
Die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf will die Geschichte des Polaroid-Films nacherzählen. Gezeigt werden mehr als 500 Beispiele aus der weltweiten Polaroid Collection.
Für die Ausstellung wurde die Sammlung außerdem um viele weitere Bilder von deutschen Fotografen erweitert.
Trotz Insolvenz lebt das Unternehmen Polaroid heute weiter: Die Restbestände an Kameras und Filmen befinden sich heute im Besitz der Wiener Firma Impossible.
Auch zur Sammlung kommen nach wie vor neue Stücke hinzu. Inzwischen hat mit Nobuyoshi Araki auch eine der bedeutendsten Fotografinnen Japans für Polaroid fotografiert.
Bis zum 5. August ist die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen. Vorübergehend sind dort auch Polaroid-Kameras und passende Sofortbild-Filme erhältlich.