Wenn Mutter Natur einen Scheitel zieht... WDR5-Wissenschaftsredakteur Martin Gent hat das seltene Phänomen Haareis im winterlichen Wald entdeckt.
Es ist selten, braucht Temperaturen knapp unter Null, und alte, durchnässte Stöcke im Wald. Günstig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Kein Reif an Laub und Blättern, nur totes Holz ist mit eigentümlichen weißen Bärten verziert.
Manche nennen es – in Anlehnung an Zuckerwatte – auch Eiswatte...
...mit weißem Flaum und dem ein oder anderen Löckchen...
...oder fescher Kurzhaarfrisur. Haareis wächst offenbar nur auf Laubhölzern.
Das Wundersame wächst vom Holz aus, so wie Haare aus der Wurzel sprießen. Schon 1918 vermutete der berühmte Geophysiker Alfred Wegener, dass bei der Entstehung von Haareis ein Pilz im Spiel ist.
Heute vermuten die Forscher, dass der Atemhauch des Pilzes – Kohlendioxid und Wasserdampf – durch Poren des Holzes austritt und dann zu den zierlichen Eishaaren gefriert. Die Feinheit fasziniert, sieht hier eher aus wie ein schütterer Bart.
In einer Nacht kann das Haareis um fünf Zentimeter wachsen. Nach zwei, drei Frosttagen wird das Haareis fester – es baut sich um.
Einfach toll, was man im Vorbeigehen alles entdecken kann und der Wissenschaft immer noch Rätsel aufgibt.
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