Auf dieser Karte haben Forscher der Universitäten Oldenburg und Bristol die Routen des internationalen Schiffverkehrs eingetragen. „Gelb“ steht für besonders viel befahrene Strecken. Die Forscher gehen davon aus, dass auf diesen Routen auch die meisten Tiere eingeschleppt werden.
Die Rippenqualle stammt ursprünglich aus dem Nordatlantik. In den 1980er Jahren wurde sie in das Schwarze Meer eingeschleppt. Dort fraß sie den Fischen das Plankton weg, die Fischerei-Industrie brach ein. Auch in der Nord- und Ostsee wurden schon erste Exemplare gefunden.
In den 1920er Jahren tauchte die Chinesische Wollhandkrabbe erstmals im Rhein auf. Sie zieht zur Fortpflanzung in die Nordsee. Von dort wandern die Jungtiere zurück in die Flüsse, wo sie in Ufernähe Wohnröhren bauen, die die Deiche zerstören können.
In Deutschland gibt es mehr als 800 Tier- und Pflanzenarten, die nicht auf natürliche Weise ins Land gekommen sind. Das aus Asien importierte Springkraut gehört dazu. Die sogenannten Neobiota entsprechen rund einem Prozent des gesamten Artenbestands. Die eingeschleppten oder ausgesetzten Arten sind nicht ganz ungefährlich – sie können Ökosysteme, Biotope und andere Arten beeinträchtigen.
Die Beifußblättrige Ambrosie kommt ursprünglich aus Nordamerika. Inzwischen hat sie sich schon in vielen Regionen Deutschlands angesiedelt. Die Pollen der Pflanze können empfindlichen Menschen sehr zu schaffen machen. Sie lösen Allergien aus und können zu Asthma führen.
Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude, hat sich in ganz Europa ausgebreitet und verdrängt andere Arten. Ursprünglich stammt die Pflanze, die bis zu vier Meter hoch werden kann, aus dem Kaukasus. Der Saft der Pflanze kann, wenn er auf die Haut gelangt, in Verbindung mit Sonnenlicht zu schmerzhaften Hautrötungen führen.
Die Kirschessigfliege ist aus Südostasien nach Europa gekommen. Erste Fliegen wurden in Bayern und Baden-Württemberg gesichtet. Breitet sie sich weiter aus, wird sie wahrscheinlich ein Graus für viele Obstgärtner, denn sie hat es auf fast reife Früchte abgesehen. Sie legt ihre Eier in Kirschen, Beeren, Trauben, Pflaumen, Pfirsichen und anderen Früchten ab. Die Folge: Das Obst verfault kurz vor der Ernte schon am Baum.
Die bunten Halsbandsittiche sind vor allem in Städten zu beobachten, zum Beispiel in Köln, Bonn, Düsseldorf oder Wiesbaden. Halsbandsittiche werden rund 40 Zentimeter groß und stammen ursprünglich aus Afrika und Asien. Sie sind als Käfigvögel nach Deutschland gekommen, wurden ausgesetzt und behaupten sich nun erfolgreich in der freien Natur. Sie streiten sich dort mit anderen Vogelarten wie den heimischen Dohlen um Nisthöhlen.
Waschbären kommen ursprünglich aus Nordamerika. Inzwischen sind sie aber in Deutschland heimisch geworden. Da sie keine natürlichen Feinde haben, werden sie seit 1954 gejagt. Trotzdem ist die Population in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Sehr zum Leidwesen der heimischen Sumpfschildkröten - ihnen beißen Waschbären die Köpfe ab.
Die Nutria stammen aus Südamerika. Sie wurden als Gehegetiere nach Europa verschifft und in Pelztierfarmen gezüchtet. Ihr Pelz und ihr Fleisch waren sehr begehrt. Heutzutage breiten sich die Nutria an Flüssen, Bächen und Teichen aus und zerstören Dämme in den Fluss- und Bachauen.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aggressiver Baumschädling. Die Weibchen legen die Eier in Baumrinden ab und die Larven bauen sich Gänge in den Stamm hinein, die einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern haben können. Je mehr Gänge in den Baum gebohrt werden, desto schneller stirbt der Baum ab. Um zu verhindern, dass der Schädling sich weiter ausbreitet, ist der Fund meldepflichtig.
Der Ochsenfrosch stammt aus Nordamerika und kam als Delikatesse nach Europa. Seinen Namen verdankt der Ochsenfrosch dem lauten Gebrüll, mit dem er Weibchen anlockt - ein Grund dafür, weswegen viele Besitzer den Frosch ausgesetzt haben. Weil der Ochsenfrosch in Deutschland keine natürlichen Feinde hat und sehr paarungsfreudig ist, breitet er sich immer weiter aus und verdrängt einheimische Arten.
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