Pottwale sind die größten Zahnwale der Welt und erreichen Längen von bis zu 18 Metern. Sie werden nicht selten 50 Tonnen schwer. Die Säugetiere tauchen viele hundert Meter in die Tiefe und ernähren sich hauptsächlich von Tintenfischen.
Im November 2011 strandete im Wattenmeer vor der Nordseeinsel Pellworm ein männlicher Pottwal. Wahrscheinlich hatte das Tier sich verirrt und war dann verhungert. Wenige Tage später wurde der Walkadaver in den Hafen von Meldorf transportiert. Um die kostbaren Zähne zu schützen, hat man den Unterkiefer sofort entfernt.
Befreit von Fett und Fleisch lagern die meisten Walknochen in einem Mazerations-Container in Stralsund. Darin sollen Bakterien das verbliebene Fleisch zersetzen, so dass das Skelett weiter präpariert werden kann.
Werner Beckmann leitet die Präparationswerkstatt am LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Ein Orca-Skelett und andere Schaustücke bereitet er für eine Ausstellung vor. Am 21. September 2012 soll die Schau unter dem Titel „Wale, Riesen der Meere“ in Münster beginnen.
In seiner Mazerationskammer in Münster hat Werner Beckmann das Schulterblatt des Pottwals vom Fleisch befreit und gereinigt. Nachdem Bakterien Fleisch und Fett verdaut hatten, reichte ein Waschgang mit Enzymen - und das Schulterblatt war nahezu fettfrei.
Durch seine lockere und zugleich feste Faserstruktur erhält das Schulterblatt des Pottwals seine Stabilität. Vor der Ausstellung des Skeletts werden die Präparatoren das abgebrochene Stück wieder ankleben.
Der Pottwal ist riesig, nämlich 15 Meter lang. Sein Becken aber ist winzig. Es hat sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte vermutlich zurück gebildet, weil es bei einem im Wasser lebenden Säugetier keine besonders wichtige Funktion hat.
Die Augen eines Pottwals sind kaum größer als Pferdeaugen. Zusammen mit dem umgebenden Gewebe hat Werner Beckmann ein Walauge in einer Schüssel eingefroren.
Der beim lebenden Pottwal meist verborgene Penis liegt eingefroren bei minus 20 Grad in einer Holzkiste in Münster. Werner Beckmann ist von der Länge des „Dingens“ immer noch beeindruckt: Es sind 1,56 Meter.
Im Magen des Pottwals fanden die Präparatoren neben winzigen Überbleibseln von Tintenfischen kaum Nahrungsreste. Um die Organe zu konservieren, liegen Magen, Darm und Hautreste in Alkohol.
Werner Beckmann leitet die Präparationswerkstatt am LWL-Museum für Naturkunde in Münster. In seinen mehr 40 Jahren Berufspraxis hat er unzählige tote Tiere präpariert. Bis zum 21. September 2012 ist er vor allem mit Vorbereitungen zur Ausstellung „Wale, Riesen der Meere“ beschäftigt.
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