Job und Kind sind am besten in besonders kleinen Betrieben oder in Großunternehmen zu vereinbaren. Dies geht aus einer am Dienstag (11.10.2011) vorgestellten repräsentativen Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in NRW hervor. In kleinen Betrieben wird sich individuell abgesprochen, Großunternehmen bieten mit Betriebskindergärten die beste Infrastruktur. In jedem vierten Großunternehmen wird entweder eigene Betreuung angeboten oder in nahegelegene Kitas vermittelt.
Die Frau macht Schluss, der Mann arbeitet weiter - während fast alle männlichen befragten Arbeitnehmer Vollzeit arbeiten, ist nur jede zweite befragte Frau mehr als 30 Stunden beschäftigt. Grund: Für viele Mütter bleibt Teilzeit der einzige Ausweg, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Insgesamt erklärten 60 Prozent der 1.000 Befragten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe sich verbessert, bei konkreten Maßnahmen sei aber noch viel zu tun. Mehr als die Hälfte der Befragten sind Eltern.
In der Teilzeit bei Frauen sieht Familienministerin Ute Schäfer (SPD), die die Studie am Dienstag (11.10.2011) in Düsseldorf vorstellte, ein großes Problem für Mütter. Dauerhafte Teilzeit sei für viele Frauen keine wirkliche Chance, sondern eine Sackgasse, die in Karriereknick und Altersarmut münden könne. "Als Akademikerin sitzen sie so jahrelang im Vorzimmer", warnt Schäfer, deren Ministerium die Studie in Auftrag gegeben hatte.
Neue Modelle sollen her, die eine tatsächliche Parallelität von Familie und Beruf ermöglichen. Die SPD-Familienministerien empfiehlt zum Beispiel die "vollzeitnahe Teilzeit" im Umfang von rund 30 Wochenstunden - denn so würde es auch mit Kind und Karriere klappen.
Flexible Arbeitszeiten und das sogenannte "home office" entlasten. 37 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, auch von Zuhause arbeiten zu dürfen. 13 Prozent der Arbeitgeber betreuen die Kinder ihrer Angestellten in den Ferien.
Bei Fieber und Kinderkrankheiten, fragen sie ihren Chef oder Abteilungsleiter: Denn nur 29 Prozent der Befragten geben an, dass es in ihrem Betrieb die Möglichkeit der Notfallbetreuung für Kinder gibt. Häufiger (bei 52 Prozent) wird, wenn die Kinder krank sind, eine Arbeitsfreistellung angeboten.
Insgesamt halten nur 46 Prozent der Befragten die Unternehmen in NRW für besonders familienbewusst, wenngleich die meisten von ihnen Verbesserungen in den vergangenen Jahren konstatieren. Mit der Studie der Uni Münster sind erstmals in einem Bundesland Beschäftigte selbst zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu Wort gekommen.
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