Winsor McCay gilt als einer der wichtigsten Zeichner des 20. Jahrhunderts. "Little Nemo in Slumberland" ist einer seiner bekanntesten Comics, den er 1905 in der Sonntagsausgabe des Tageszeitung "The New York Herald" veröffentlichte.
Inspiriert durch die damals aufsehenerregenden Erkenntnisse Sigmund Freuds zur Traumdeutung, erzählt McCay darin die Geschichte vom kleinen Nemo, der allnächtlich im Traum versucht, nach Slumberland (dt. Schlummerland) zu gelangen und dabei in gefährliche Situationen gerät. Rettung bringen nur das Erwachen und die tröstenden Worte der Eltern, mit denen die Folgen stets enden.
Lässig spielte McCay in seinen Comics oft mit der Grenze zwischen der eigentlichen Geschichte und ihrem Schaffensprozess: Einmal müssen Nemo und seine Freunde erst die Farben für ihre Erschaffung beim Drucker bestellen, ein andermal essen sie die Buchstaben der Überschrift, weil der Zeichner sie hungern lässt.
In einer anderen Traumsequenz finden sich die Protagonisten in einer Falle - und bald schon in seltsam verzerrter Form wieder. Bis zum erlösenden Erwachen.
Abenteuerlich sind die nächtlichen Erlebnisse des kleinen Nemo: So wird er zum Beispiel auf dem Meeresgrund von einem riesigen Hummer bedroht, doch die Meerjungfrau kommt ihm zur Hilfe.
Aus dem Comic, quasi als Vorstufe zum bewegten Bild, entwickelte McCay 1911 schließlich die Idee für den ersten Zeichentrickfilm, lange vor Walt Disney. Die einzelnen Szenen zeichnete er zunächst noch mit Tusche auf Papier. So entstand 1914 der 12-Minutenfilm "Gertie the Dinosaur", den McCay auf Theaterbühnen präsentierte.
In "A Bacca Laureate Address", entstanden 1925, hält ein Fisch-Professor eine tränenrührige Abschiedsrede an seine Studenten.
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Mit dem Medium Comic warben die Zeitungen New Yorks Anfang des 20. Jahrhunderts um Kunden - auch unter den immer weiter nachströmenden Einwanderern, die erst noch Englisch lernen mussten.
Geboren 1871 in Michigan, gestorben 1934 in New York, gilt Winsor McCay als Comic-Pionier, der das damals noch junge Medium Comic maßgeblich geprägt hat. Mehr als 100 originale Bild-Exponate zeigt die Ausstellung im Bilderbuchmuseum in Troisdorf, zusammengetragen aus Privatsammlungen in Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz und Frankreich. Vorgeführt werden außerdem frühe Stummfilme McCays. Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. März 2012.
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