Die Scorpions gehören zu den erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Nun gehen sie auf Abschiedstournee, und das "Rock'n'Popmuseum" in Gronau widmet den legendären Hardrockern ab dem 25. Januar 2012 eine eigene Ausstellung: "Scorpions - Rock you like a hurricane". Hier an der Gitarre: Bandgründer Rudolf Schenker.
Der 17-jährige Gitarrist Rudolf Schenker und sein Schlagzeuger-Kumpel Wolfgang Dziony gründen 1965 im niedersächsischen Sarstedt die Band "Nameless", die wenig später dann doch einen Namen bekommt: Die "Scorpions" - in weiser Voraussicht eines möglicherweise internationalen Erfolgs. Hier bereits Ende der 1970er Jahre, mit Rudolf Schenker (2.v.l.), Klaus Meine (Mitte) und Matthias Jabs (2.v.r.).
Auch die Liedtexte sind von Anfang an in Englisch, denn Schenkers erklärtes Ziel ist es, irgendwann zu den größten Rockbands der Welt zu zählen. Das Konzept geht auf: Bald spielen die Scorpions als Vorgruppe von Rory Gallagher, Uriah Heep und UFO. Ihr Album "Lonesome Crow" wird auch in den USA veröffentlicht und verkauft sich dort rund 25.000 mal. Im Jahr 1972 geben die Scorpions bereits über 130 Konzerte. Hier am Mikrofon: Klaus Meine.
Ende der 70er Jahre touren die Scorpions bereits durch Japan und werden dort von hunderttausenden Fans gefeiert. Das Album "Virgin Killer" wird vergoldet und in Deutschland LP des Jahres.
In den 1980er Jahren wird die Gruppe aus Norddeutschland auch in Amerika bekannt und tritt dort mit Bands wie Judas Priest und AC/DC auf. Es folgen Hits wie "Still loving you", "Send me an angel" und schließlich, angeregt durch den absehbaren Zusammenbruch der Sowjetunion, der legendäre Titel "Wind of Change".
Zur Stammbesetzung gehören inzwischen Klaus Meine (Gesang), hier im Bild, Rudolf Schenker (Gitarre), Matthias Jabs (Gitarre), Francis Buchholz (Bass) und Herman Rarebell (Schlagzeug). Die Ausstellung in Gronau zeigt Fotos, persönliche Gegenstände und Interviewausschnitte der Band.
Zu sehen ist beispielsweise die Lederhose, die Rudolf Schenker während der Savage Amusement Tour durch Europa, Nordamerika und Japan trug.
Den Fans ebenso bekannt sein dürfte die Kappe mit der Aufschrift "no fear", die Sänger Klaus Meine oft auf der Bühne getragen hat.
Oder auch Accessoirs wie diese Lederjacke, die zum opulenten Bühnenauftritt der Scorpions beitrugen.
Dazwischen überrascht die Ausstellung mit sehr persönlichen Gegenständen - wie diesem angeblichen Meteoriten, den ein Fan namens Stefano seinem Idol Rudolf Schenker überreichte: "To the alien Rudolf".
Oder diesem Stimmband-Stimulator, den Klaus Meine zur Therapie benutzte, als er 1981, während der Aufnahmen zum Album "Blackout", plötzlich seine Stimme verlor. Nach einer Gesangstherapie und zwei Stimmbandoperationen war Meine wieder fit. Der Stimmband-Stimulator blieb aber zur Sicherheit noch eine Weile im Tour-Gepäck.
Nicht fehlen darf natürlich auch wenigsten eins der Instrumente, auf denen die Musikerlegenden ihren Erfolg zum klingen brachten: Die "Explorer Galaxy", 2009 eigens für Gitarristen Matthias Jabs gebaut. Schimmernde Intarsien erinnern an Sterne und Planeten, im Griffbrett ist das Raumschiff Enterprise zu erkennen.
Anfang 2010 gab die Band auf ihrer Webseite bekannt, dass sie sich nach der anstehenden Welttournee auflösen wolle. Mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern und über 200 Gold-, Platin- und Diamant-Platten sind die Scorpions heute die erfolgreichste Rockband Europas. Im Bild: Die Scorpions auf der Party zum 80. Geburtstag Michail Gorbatschows 2011 in London, bei der auch erstmalig der "Michail Gorbatschow Award" verliehen wurde. Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwochabend (25.01.2012) haben sich alle Bandmitglieder angesagt. Die Ausstellung ist bis 12. August 2012 zu sehen.
Diese Seite speichern oder weiterempfehlen