Es muss nicht immer die herkömmliche Mütze sein, die einen vor Kälte und Frost schützt. Anne bedeckt ihre Ohren mit Pingpongs aus Plüsch. Die Spanierin hat die Ohrschützer in Amsterdam erstanden.
"Aus welcher Oma-Gardine hast du denn diese Mütze gemacht?", fragte Tobias Göring seine Schwester Nadine am Morgen, als sie sich nach einer Weile wiedersahen. "Mir gefällt die Mütze!", entgegnet die 33-jährige Düsseldorferin. "Weil sie auf alt gemacht ist und nicht alltäglich aussieht." Ausgesucht hat sie die Mutter der beiden Geschwister. Nadine Göring: "Sie weiß, was mir gefällt." Tobias Göring dagegen hat seine Mütze vergessen und jammert nun über kalte Ohren.
Ein Kunststudent wagt pink. "Wenn es gut aussieht, ist rosa kein Problem", sagt dieser 28-Jährige, eingeschrieben im Fach Fotografie an der Düsseldorfer Kunsthochschule. Er trägt eine Mütze mit rosa Streifen - selbstgefertigt von seiner Ex-Schwiegermutter, die sich damit auch nach Ende der Beziehung einen Platz in seinem Kleiderschrank erstrickt hat.
Für manche ist die rheinische Kälte aber nichts Besonderes. "In Moskau sind es gerade minus 36 Grad", sagt diese Russin, die Urlaub am Rhein macht. Ihre frosterprobte Fellkapuze hilft auch im eisigen Köln.
Wer hat, holt die Polarkappe aus dem Schrank. Andreas Sauermann zeigt mit Evelin, neun Monate, im Düsseldorfer Volksgarten die neuesten Modelle für Großväter und Enkelkinder.
Die orange Mütze gehört zur Dienstkleidung von Mahmut Gövenc. Zwar finden er und seine Kollegen die Kappe mit Ohrschutz nicht besonders schick, aber er ist froh, dass sein Kopf geschützt ist. "Immerhin mögen die Holländer uns", sagt Gövenc lachend.
Marie-Theres Englisch, Professorin für Klavier an der Robert
Schumann Hochschule für Musik, flaniert im Webpelzmantel durch die
Düsseldorfer Altstadt. "Für die Strecke von der Straßenbahn zum Café
reicht mir der Cowboyhut, um den scharfen Wind abzuhalten. Ich habe ja
so viele Haare." Letztens hat sie sich Mützen aus Fell in Stuttgart
angeschaut. "Für meinen großen Kopf brauche ich etwas Ausladendes. Das
wird teuer. Ich will ja eine Mütze, die mich schmückt und nicht nur
praktisch ist."
Tim und Fabian, ebenfalls aus Düsseldorf, ist Mode relativ egal – Hauptsache, sie können draußen spielen. Doch damit ist jetzt Schluss: Ihre Mutter Naska will den dreieinhalbjährigen Fabian und seinen kleinen Bruder aus der Kita nach Hause holen. "Es ist einfach zu kalt." Die Knirpse sind nicht überzeugt.
Strick mit Fuchs? "Ich weiß nicht, ob es wirklich Fuchs ist. Ich weiß nur, dass diese Mütze jemandem nicht mehr gefallen hat, denn ich habe sie gebraucht in einem Second-Hand-Laden gekauft", sagt die Heilpädagogin Birgit Pfau, 50, die auf dem Düsseldorfer Carlsplatz unterwegs ist. "Ich habe rote Haare und dachte mir Mütze und Kopf könnten gut zusammen passen."
Auch Katrin Freimann mag es nicht schlicht. Sie hat ihre bunte Bommelmütze im Skiurlaub erstanden.
"Früher trug ich das Stirnband immer beim Skilaufen. Dort wo Haare sind, braucht man doch keine Mütze", sagt Karl Klomfass, 71. Jetzt spielt er eher Golf. "Auch mit Stirnband!"
Ebenfalls praktisch ist die Variante mit Schirm. "Ich liebe meine Mütze, weil sie auch bei Regen und Wind meine Brille schützt", schwärmt Anne Neander.
Dieser Herr trägt den klassischen Filzhut in den Farben schwarz-waldgrün zum passenden Trachtenjanker. "Wir haben früher immer Hüte getragen, das ist Gewohnheit", sagt der 80-jährige Paul Heydrich, der seine Frau Ingrid wärmen muss: Sie hat ihre Mütze vergessen. "Der Wind schmerzt regelrecht im Gesicht", sagt sie. Bald sitzen sie wieder im Warmen: "Wir gehen jetzt schmausen!"
Als Mutter einer dreimonatigen Tochter muss die Mütze von Barbara Reuth bei Spaziergängen mit dem Kinderwagen schützen. Daher setzt sie auf die beige Wollmütze passend zum Parka.
Ihre Mutter dagegen hat ihren - wie sie sagt - alten Hut aufgesetzt und mit zusätzlichen Wärmepolstern ausgestattet. Den hellen Strickschal hat Ute Hupfauf von einem anderen Exemplar abgemacht. "Bei der Kälte muss man sich rundum einpacken", sagt die Kölnerin. Das kalte Wetter soll auch noch einige Tage andauern. Da hilft nur eins: Mütze auf!
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