Ursula Heinen-Esser war die erste potenzielle Ministerin, die Norbert Röttgen bereits Mitte März in der Düsseldorfer Parteizentrale vorstellte. Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium soll im Falle eines Wahlsieges Ministerin für Bundesangelegenheiten und Europa in NRW werden. Mit ihr sei eine nunmehr "ambitionierte Vertretung" von nordrhein-westfälischen Interessen in Europa gesichert, so Röttgens Seitenhieb auf Rot-Grün.
Keine große Überraschung war die Berufung von CDU-Urgestein und bisherigem Fraktionschef Karl-Josef Laumann ins Schattenkabinett. Er soll Arbeitsminister werden - ein Amt, das Laumann auch schon unter der Regierung Rüttgers ausübte.
Der Rechtsexperte Peter Biesenbach ist Röttgens Justizminister-Kandidat. Der 64-Jährige will mehr Geld für den Strafvollzug ausgeben und kündigte an, die hohe Rückfallquote und den Drogenmissbrauch unter Häftlingen in den Griff zu bekommen.
Der bisherige Vize-Fraktionschef Lutz Lienenkämper würde Minister für Verkehr, Bauen und Umweltschutz. Der 42-Jährige ist gegen ein allgemeines Tempolimit und will "nach zwei Jahren rot-grünen Stillstands die Blockaden im Straßenbau aufheben".
Mögliche Energieministerin soll die Wirtschaftsprofessorin Claudia Kemfert werden. Kemfert leitet beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt. Die 43-Jährige ist parteilos und will das auch bleiben.
Auch Günther Schuh stellte bei seiner Vorstellung zunächst klar: "Ich bin nicht CDU-Mitglied. Ich bin Betroffener." Der RWTH-Professor soll ein neu zugeschnittenes Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft leiten. Die Abschaffung der Studiengebühren durch die rot-grüne Landesregierung bezeichnete der 53-Jährige als falsch und konzeptlos. Aus Fairness gegenüber Eltern und Kindern könne das nun aber nicht schon wieder rückgängig gemacht werden.
Gewinnt die CDU am 13. Mai soll die Landwirtin Christina Schulze Föcking Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin werden. Die 35-Jährige betonte, NRW sei das drittgrößte Agrarland in der Bundesrepublik und jeder achte Arbeitsplatz hänge hier direkt von der Landwirtschaft ab. Sie wolle auch kleine und mittlere Betriebe stärken. Der Zwist zwischen Bio-Produktion und konventioneller Erzeugung müsse beendet werden.
Mit Armin Laschet holt sich Norbert Röttgen seinen ehemaligen Konkurrenten im Kampf um den CDU-Landesvorsitz in die Wunsch-Ministerriege. Laschet soll Innenminister werden und will dann für Video-Überwachung an öffentlichen Plätzen und klare Datenschutzbestimmungen sorgen.
Ebenfalls ein bekanntes Düsseldorfer Gesicht: Klaus Kaiser. Der schulpolitische Sprecher soll im Fall eines Wahlsieges das Bildungsressort übernehmen. Kaiser will sich für bundeseinheitliche Standards in den wichtigsten Schulfächern einsetzen.
Mit einem der wichtigsten Posten wartete Röttgen fast bis zum Schluss. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, soll im Falle eines Wahlsieges der CDU NRW-Finanzminister werden. Kampeter will bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, die Bereiche Bildung, Kultur sowie die Kommunen von Sparzwängen verschonen und den Bürokratieabbau vorantreiben.
Als letzte Schatten-Ministerin wurde am Dienstag (17.04.2012) Ingrid Fischbach vorgestellt. Die CDU-Politikerin kommt aus Herne, sitzt im Bundestag und ist dort stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als Röttgen ihr das Frauen- und Familienministerium anbot, habe sie nicht lange überlegen müssen. "Mich reizt das sehr." Ihr vorrangiges Ziel: U3-Plätze ausbauen, um so den Müttern einen einfacheren Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen.
Zudem stellte Röttgen zwei mögliche Staatssekretäre vor: Gonca Türkeli-Dehnert soll im Fall eines Wahlsieges Staatssekretärin für Integration werden. Das Amt soll dann in der Staatskanzlei angesiedelt werden. "Integration wird so zur Chefsache", findet Türkeli-Dehnert. Die Ministerialbeamtin im Bundeskanzleramt wurde 1975 in Berlin als Kind türkischstämmiger Einwanderer geboren. Sie ist seit zwei Jahrzehnten CDU-Mitglied.
Thomas Sternberg würde den Posten des Kulturstaatssekretär besetzen. Der Kulturexperte sitzt seit 2005 für die CDU im Landtag. Sternberg verspricht: "Kultur wird wieder wichtiger!" Er werde sich für ein zeitgenössisches Urheberrecht und die Förderung der Breitenkultur einsetzen. Kunst solle für die Menschen im Land erschwinglich und erlebbar sein.
Diese Seite speichern oder weiterempfehlen