Es ist die erste größere Ausstellung des aus Istanbul stammenden Künstlers Yüksel Arslan in Westeuropa. In Zürich gestartet, ist die Schau mit 220 Papierarbeiten seit 1959 nun ab Samstag (21.04.2012) in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.
Obwohl der 1933 geborene Yüksel Arslan 1962 mit der Hilfe von André Breton und Jean-Paul Sartre aus Istanbul nach Paris emigrierte und dort bald zu den intellektuellen Zirkeln der Stadt gehörte, war der Künstler einem breiteren Publikum bisher unbekannt.
Deutlich schlägt sich in seinen Bildern die Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Zuständen in seinem Heimatland, der Türkei, nieder. 1960, kurz vor Arslans Umzug nach Paris, erlebte das Land einen Militärputsch, infolgedessen der vorherige Ministerpräsident Adnan Menderes gehängt wurde.
Eine Ausstellung seiner ersten Bilder 1959 im Deutschen Kulturinsitut in Istanbul löste eine heftige Debatte in den Zeitungen aus. Obwohl Arslan heute sagt, er habe sich damals nicht für Politik interessiert, begann er Karl Marx' "Kapital" zu lesen. Viele seiner Papierarbeiten spiegeln die Auseinandersetzung damit wider.
Als wichtigen Teil der Bildentstehung betrachtet Arslan die Herstellung seiner Farben, für die er Pigmente mit pflanzlichen Extrakten, Körperflüssigkeiten, aber auch Blüten und Gras sowie Öl, Kohle und Steinen mischt. Zu dieser Technik inspiriert habe ihn ein Buch über vorgeschichtliche Höhlenmalerei, sagte Arslan einmal in einem Interview.
Für seine eigene Maltechnik erfand der heute 78-jährige Künstler den Begriff "arture" - abgeleitet von den französichen Wörtern "art" und "peinture". Viele von Arslans Werken illustrieren die Philosophie oder Erkenntnisse berühmter Denker oder Dichter. Titel dieser Arbeit: "Maupassant".
Viele Werke ähneln in ihrem Aufbau und der Verwendung von Text und Bild zunächst wissenschaftlichen Tafeln. Auch eigentümliche Landschaften, in denen Arslan verborgene Kräfte vermutet, sind immer wieder Thema seiner Arbeiten.
Die traditionellen, die Schönen Künste lehnte Arslan stets ab, zu einer bestimmten Gruppe oder Strömung wollte er nie gehören. Dass er dennoch wie viele andere Künstler malt und ausstellt, belege Züge von Schizophrenie, sagt Arslan über sich selbst. Titel dieser Arbeit von 1985: "Schizophrenics, Negativistic Hand".
"Die Grundlage aller meiner Arbeiten ist die Lektüre", sagt Arslan. Künstler, die sich mit außergewöhnlichen psychischen Vorgängen beschäftigen - wie hier Franz Kafka -, begeistern ihn dabei besonders. Die Ausstellung "Yüksel Arslan - Artures" ist bis zum 24. Juni 2012 in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.
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