Entworfen wurde die "Jan-Wellem-Hochstraße", so der offizielle Name des "Tausendfüßlers", vom Architekten Professor Friedrich Tamms, damals städtischer Beigeordneter für Stadtplanung. Die Hochstraße wurde mit Haupt- und Nebenarm von 1961 bis 1962 gebaut.
Die Bauzeit war so kurz, weil die Arbeiten an allen drei Enden gleichzeitig begonnen hatten.
1960 stellte die Stadt ein Modell des neuen Jan-Wellem-Platzes mit der künftigen Hochstraße aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Stadtplaner die Zeit des Wiederaufbaus, um ohne großen Aufwand Stadt- und Verkehrsplanung teilweise drastisch zu verändern.
Ein Teil der Hochstraße wurde 1960 in realer Größe auf dem Betriebshof des Straßenbauamtes ausgestellt. Am rechten Bildrand sind die Gaskessel der Stadtwerke am Höherweg zu erkennen.
Auf die Frage, wie lange die Brücke bestehen werde, soll der Architekt Tamms im Stadtrat gesagt haben: "Normalerweise 200 Jahre." Seine Bauten prägen das Düsseldorfer Stadtbild bis heute: Er entwarf neben dem Tausendfüßler auch die drei großen Brücken im Zentrum der Stadt: Rheinknie-, Oberkasseler- und Theodor-Heuss-Brücke.
Proteste gegen die geplante Hochstraße gab es schon damals: 1961 standen 10.000 demonstrierende Menschen vor dem Rathaus. Mit Erfolg: Nur ein sehr viel kleinerer Teil des Hofgartens (oben links) als ursprünglich geplant, musste dem Bauprojekt weichen. Das Luftbild von Dieter Storp zeigt die Bauarbeiten im Jahr 1961.
Schon am Tag vor der Verkehrsübergabe am 5. Mai 1962 durften einige Autofahrer und Fußgänger den Tausendfüßler schon einmal ausprobieren.
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1963 hält der Fotograf Dolf Siebert die beiden Ausläufer des Tausendfüßlers mit der Kamera fest. Im Hintergrund liegt die Johanniskirche, die der Hochstraße nach früheren Planungen ebenfalls weichen sollte.
Viele Düsseldorfer schätzen an der Hochstraße seit Jahrzehnten den Blick über die Stadt. 1993 wurde amtlich bescheinigt, wie wertvoll der Tausendfüßler für das Stadtbild ist: Die Hochstraße mit den 21 Y-förmigen Stelzen wird unter Denkmalschutz gestellt "als Zeugnis der Architektur der 60er-Jahre".
Mit der Billigung des Landesbauministers Harry Voigtsberger (SPD) wird die Stadt Düsseldorf den "Tausendfüßler" nun wie geplant abreißen. Bis 2015 wird der Verkehr der Hochstraße in einen Tunnel geleitet und die Oberfläche mit Häusern und Parkanlagen bebaut. Die Straßenbahn wird an der Schadow-Straße (Foto) dann wieder unter freiem Himmel fahren. Friedrich Tamms' Brücken jedoch werden der Stadt noch länger erhalten bleiben.
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