Hannes - richtig eigentlich Johannes - Löhr ist in Köln auch als "die Nas'" bekannt. Ob die Anhänger des 1. FC Köln ihn wegen seines Torriechers oder bloß wegen seines herausstechenden Riechorgans so tauften, ist umstritten. Nas' hin, Nas' her: Hannes Löhr feiert am 5. Juli 2012 seinen 70. Geburtstag.
1964 kam der gebürtige Eitorfer über den Umweg Sportfreunde Saarbrücken zum 1. FC Köln. Den größten Erfolg mit dem FC erlebte Hannes Löhr (mit Meisterschale) 1978 mit dem Gewinn der Meisterschaft und des DFB-Pokals. Mannschaftskollege Heinz Flohe funktionierte den Pokal gleich mal zur Kopfbedeckung um.
Hannes Löhr spielte 20 mal für die deutsche Nationalmannschaft und schoss dort fünf Tore. Bei der Weltmeisterschaft in Mexiko holte Löhr 1970 mit der Mannschaft den dritten Platz. Zur Entspannung drehten er, Helmut Haller, Trainer Helmut Schön und Franz Beckenbauer (v. li.) zwischen den Spielen einige Ründchen im Hotel-Pool. Mit seiner schicken Badekleidung zeigte Franz Beckenbauer Modebewusstsein - und Mut.
Bei der WM in Mexiko gelang Hannes Löhr zwar kein Tor, im Spiel gegen England aber ein schöner Seitfallzieher. Bobby Moore (li.) und Alan Mullery konnten nur staunen.
Wesentlich erfolgreicher als im Nationalteam war Hannes Löhr aber beim 1. FC Köln. Im Januar 1975 bestritt er gegen Kaiserslautern sein 300. Bundesligaspiel. Präsident Peter Weiand (li.) und Trainer Tschik Cajkovski (re.) gratulierten mit roten und weißen Nelken.
Hannes Löhr schoss in 381 Bundesligaspielen 166 Tore für den 1. FC Köln. Damit ist er bis heute Kölner Bundesliga-Rekordtorschütze. Auf dem Bild legt er sich den Ball zum Elfmeter gegen Sepp Maier zurecht. Obwohl Löhr traf, verlor der 1. FC Köln mit 3:6.
Hannes Löhr war auch als Trainer erfolgreich: 1988 trug ihn die deutsche Olympiamannschaft nach dem Gewinn der Bronzemedaille auf Händen. Da packte auch Jürgen Klinsmann (Nummer 9) feste mit an. Im Kader standen unter anderem Rudi Bommer, Holger Fach, Thomas Häßler, Uwe Kamps und Frank Mill. Von 1990 bis 2002 trainierte Hannes Löhr danach noch die deutsche U21.
Nach Ende seiner aktiven Zeit als Spieler, Manager und Trainer konnte Hannes Löhr (re.) nicht vom Fußball lassen, und lief noch in vielen Prominenten-Kicks auf. Als Zuschauer besucht er regelmäßig die Spiele des 1. FC Köln. Die Veränderungen im Fußballgeschäft sieht Hannes Löhr kritisch: "Es ist natürlich schön, dass der Fußball einen solch großen Stellenwert genießt." Der Hype um Einzelne gehe ihm dagegen manchmal zu weit: "Manche Posen der Spieler gefallen mir nicht. Da wird die Mannschaft zu wenig gewürdigt."
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