"Mit dieser kleinen Kamera habe ich gefilmt!" Szenen von Bernd Grode und seiner Frau Christine aus Castrop-Rauxel sind mehrmals in der WDR-Doku "Ein Tag Leben" zu sehen, die am Montag (01.10.2012) in einem Kölner Kino Premiere feierte. Morgens beim Kaffee (Er: "Haste den heute anders gemacht?") oder beim Vier-Gewinnt-Spielen (Sie: "Ich gewinne immer"). Der Frührentner und die Altentherapeutin freuten sich auch schon auf die TV-Premiere am Freitag, wenn zu Hause bei einer Party "die Post abgehen" soll.
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Henriette Heiderich (links, mit einer Freundin) wählte ihre Premieren-Garderobe mit Bedacht. Sie kam ganz in Rot ins Kölner "Residenz", so wie sie sich auch an jenem 30. April 2012 gefilmt hatte, als sie in Solingen auf dem Weg zur Verbeamtung war und am Ende strahlend die Urkunde in die Kamera hielt.
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Szenen einer Ehe - sie voll berufstätig, er Hausmann - steuerten Nadine und Magnus Schulte aus Oerlinghausen zum Film bei. Einmal maßregelte der Vater die Mutter, als sie Tochter Frieda fütterte ("Das war zu heiß!"). Ein anderes Mal fragte sie ihn streng, wie viele Stunden er denn im Haushalt arbeite ("Ich hoffe acht!"). Für die Premiere hatten sie übrigens zum ersten Mal "kinderfrei".
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Regina Schilling filmte einen Tag lang die Mutter ihres Ex-Mannes. Dass die alte Dame, die im Heim lebt, demenzkrank ist, merkt der Zuschauer erst nach und nach. Es sei ihr wichtig gewesen, auch ihre Lebensfreude zu zeigen, sagte die Kölnerin, die als Regisseurin sonst nur neben der Kamera steht.
Während sich manche Geschichten wie ein roter Faden durch den 90-minütigen Film ziehen, blitzen andere nur kurz auf. So auch die Szene von der kleinen Fenja aus Dortmund beim Babyschwimmen, die mit ihren 16 Monaten der jüngste Premierengast war. "Nur zwei Sekunden waren das!", sagte Gesine Wünsch enttäuscht. "Es hätte doch noch so schöne Szenen gegeben, beim Treppesteigen oder beim Telefonieren mit der Oma."
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Kurz war auch der Auftritt von der Abiturientin Viola Funke aus Engelskirchen, die ihren Bruder Fabian dabei hatte: "Eigentlich habe ich ganz langweilige Dinge gefilmt, ich beim Autowaschen und beim Laufen - ein ganz normaler Tag eben."
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Nur wenige Sekunden lang zu sehen waren auch die schönen, poetischen Kreise im Wasser, die die beiden Taucher Christoph Hungershöfer (links) und Andreas Hellmig im Duisburger Üttelsheimer See fabriziert hatten.
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Anja Siepmann meditierte an ihrem Gartenteich in Köln-Riehl. Bei ihrem täglichen Ritual filmte sie sich mit dem Smartphone, das sie mit Buchstützen auf dem Bügelbrett deponierte, wie sie im Kinosaal erzählte.
Das Publikum amüsierte sich besonders über die Szene von Adela Bonnet: Sie sprach früh morgens mit heiterer Ironie in die Kamera, dass sie von den Kanaren stamme und es schon immer ihr Traum gewesen sei, jeden Tag in Deutschland um fünf Uhr aufzustehen. Auf den Tag genau vor 30 Jahren war sie von Gran Canaria nach Köln gekommen. Sich im fertigen Film so groß auf der Leinwand zu sehen, habe sie erschreckt, erzählte die Altenpflegerin.
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Dass man auch bei einer Autopanne bester Stimmung sein kann, zeigte Rilona Puppe - hier mit ihrer Mutter. Mit einem guten Freund wollte sie an jenem 30. April vom Bochumer Ruhrpark-Kino nach Hause fahren, als der Wagen schlapp machte. Die Szene wurde schon als Trailer im Fernsehen gezeigt - "viele haben mich angesprochen, das nervt".
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"Ich bin die mit dem Cello", sagte diese junge Frau im Foyer und freute sich riesig, mit ihrem Film ins Fernsehen zu kommen. Mit dem Cello? "Und heute wohnst Du in Erfurt und Dein Cello steht im Keller", sang die Bochumerin Sarah Laukamp beim Autofahren in Udo-Lindenberg-Manier. Im Hintergrund schaute ihr der Hund über die Schulter.
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Und sie hat alle 3.500 Einsendungen von Menschen aus ganz NRW zusammengebracht: Die Regisseurin Luzia Schmid machte aus 100 Stunden Filmmaterial 90 Minuten "Ein Tag Leben in NRW".
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Clips von 180 Menschen aus NRW sind letztlich Teil des großen Ganzen geworden. 100 Laienfilmer waren zur Premiere gekommen und haben die Einladung der "Macher" vom WDR, im Bild ganz vorn, angenommen. Kleiner Trost für diejenigen, deren Clips nicht im Film vorkommen: Im Netz gibt es sie (fast) alle. Die Doku wird am 4.10. um 20.15 Uhr unter www.eintagleben.de gezeigt, am 5.10. um 20.15 Uhr im WDR Fernsehen und im Anschluss sendet WDR 5 das Hörspiel um 22.05 Uhr.
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