Am Mittwoch (17.10.2012) ist der "Internationale Tag für die Beseitigung der Armut". Sperriger Name, sicher. Aber ein wichtiges Anliegen. Auch in Deutschland geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Das NRW-Sozialministerium hat am Dienstag (16.10.2012) deswegen noch einmal Zahlen herausgegeben, die diese Entwicklung im Land verdeutlichen sollen. WDR.de hat sich die Statistik vorgenommen und Rankings erstellt.
Los geht's mit den reichsten kreisfreien Städten. Und, wen wundert's, da sitzt einsam auf Platz eins die Landeshauptstadt Düsseldorf mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 22.520 Euro. Im weiteren Verlauf der Liste ist allerdings Schluss mit vorhersehbar: Die Plätze hinter Düsseldorf belegen Mülheim (Ruhr) mit 22.272 Euro, Remscheid mit 22.131 Euro, Münster mit 21.757 Euro und Solingen mit 21.182 Euro.
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Zu den Abstiegsrängen hält Schalke schon seit geraumer Zeit einen sicheren Abstand. In Sachen Einkommen allerdings trägt Gelsenkirchen in NRW die rote Laterne: 15.905 Euro Pro-Kopf-Einkommen bedeuten den geringsten Durchschnittswert im Land. Ebenfalls strukturschwach: Duisburg mit 15.968 Euro, Herne mit 16.353 Euro, Hamm mit 16.408 Euro sowie Oberhausen mit 16.644 Euro durchschnittlichem Jahresverdienst.
Goldene Zeiten in Münster. Hier beziehen im Verhältnis zur Einwohnerzahl die wenigsten Menschen innerhalb einer kreisfreien Stadt in NRW die sogenannte Mindestsicherung, also den geringsten Sozialsatz. Die Quote beträgt hier 8,2 Prozent. Ebenfalls gering sind die Zahlen in Bonn (9,5 Prozent), Solingen (10,0 Prozent), Leverkusen (10,6 Prozent) und Aachen (10,8 Prozent).
Fußballhochburgen scheinen anfällig zu sein für Strukturschwächen. Auch bei der Mindestsicherung ist Gelsenkirchen Schlusslicht (19 Prozent). Auf dem zweiten Platz, die Heimat der Borussia vom Niederrhein, Mönchengladbach (Bild). Hier beträgt die Mindestsicherungsquote 16 Prozent. Dahinter folgen Essen (15,7 Prozent), Dortmund (15,5 Prozent) und Duisburg (15,4 Prozent).
Auch die NRW-Kreise wurden von der Statistik erfasst. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 24.771 Euro bringt es der Kreis Olpe auf den landesweit besten Wert, sogar deutlich vor Düsseldorf. Ebenfalls gut ist die Einkommenssituation im Märkischen Kreis (23.595 Euro), im Ennepe-Ruhr-Kreis (23.005 Euro), im Rheinisch-Bergischen Kreis (22.665 Euro) und im Kreis Gütersloh (22.587 Euro).
Im Kreis Heinsberg wiederum erwirtschaften die Einwohner das durchschnittliche geringste Einkommen. 17.315 Euro bedeuten den letzten Platz. Knapp davor liegen der Kreis Recklinghausen (17.840 Euro), die Städteregion Aachen (17.900 Euro, Wert ohne Aachen Stadt), der Kreis Düren (17.901 Euro) sowie der Kreis Paderborn (18.198 Euro).
Was die Mindestsicherung angeht, weist die Statistik des Sozialministeriums einen traumhaften Wert für den Kreis Coesfeld aus: Lediglich 4,7 Prozent der Einwohner beziehen hier den Mindestsatz. Mit doch deutlichem Abstand folgen der Kreis Olpe (5,2 Prozent), der Kreis Borken (5,6 Prozent), der Kreis Höxter (5,7 Prozent) und der Kreis Gütersloh (5,8 Prozent).
Schon beim Einkommen belegt der Kreis Recklinghausen den vorletzten Platz. Bei der Frage nach der Mindestsicherungsquote bildet der Kreis am Rande des Ruhrgebiets sogar das Schlusslicht. 12,3 Prozent sind zwar weit entfernt von den Werten der kreisfreien Nachbarstadt Gelsenkirchen, aber unter den Kreisen einsamer Negativrekord. Dahinter finden sich Unna (10,5 Prozent), der Kreis Düren (9,8 Prozent), der Ennepe-Ruhr-Kreis (9,2 Prozent) und der Kreis Lippe (8,9 Prozent).
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