"Geht es um Muslime und den Islam, dann sieht man in den Medien immer die gleichen Bilder. Frauen mit Kopftuch, Kindern und Einkaufswagen", sagt Fotograf Kai Löffelbein. Der gebürtige Siegener gewann mit "Fremde Heimat" den ersten Preis des bundesweiten Zenith-Fotowettbewerbs. Das Bonner Haus der Geschichte zeigt seine und weitere Arbeiten ab dem 12. Oktober 2012 im Rahmen der Ausstellung "Muslime in Deutschland" in der U-Bahn Galerie.
Kai Löffelbein zeigt Alltagsszenen aus dem Leben von Muslimen in Deutschland. Ein Paar auf dem Weg zur Verlobung, Männer mit Wasserpfeifen in einer Teestube oder einen kurdischen Jungen, der stolz im weißen Beschneidungsanzug auf einem Stuhl posiert.
In Hannover fotografierte er ein Paar, das seit zwölf Jahren geduldet und in einem Asylantenheim lebt. "Dass sie unter solchen Lebensbedingung hier bleiben und trotz staatlicher Schikanen nicht unterkriegen lassen, hat mich sehr beeindruckt", sagt Kai Löffelbein.
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"Zenith", die "Zeitschrift für den Orient" und die Mercator-Stiftung hatten 2011 erstmals zu dem bundesweiten Wettbewerb aufgerufen. Die Teilnehmer sollten sich dabei aus ganz unterschiedlichen Richtungen und Perspektiven dem Thema Muslime und Islam in Deutschland nähern.
Agata Szymanska-Medina (2. Preis) tut dies mit einer Serie von eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern. Sie erzählt die Geschichte eines jungen Palästinensers, der für ein Jahr zum Studium nach Deutschland kommt.
Ali ist 22, Moslem und studiert in Berlin. Während seines Aufenthalts in der Hauptstadt lernt er die unterschiedlichsten (Sub-)Kulturen kennen.
Die 30-jährige Fotografin begleitete ihn zur Arbeit und in der Freizeit und dokumentierte mit ihren Serie "Auf der Suche" so die Zerrissenheit zwischen alter und neuer Heimat.
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Feriel Bendjama (3.Preis) hat nichts gegen das Kopftuch. Die Fotografin ist aufgewachsen zwischen Hessen und Algerien. Jetzt sei ihre Heimat Berlin - nicht nur eine deutsche Stadt, sondern ein "Mischmasch" aus vielen Kulturen, unterstreicht sie.
Die Fotografin inszenierte sich in gleicher Haltung in zwölf Selbstporträts mit Kopftuch und verschiedenen Accessoires, wie Augenklappe, Koran, Schnulli oder Wasserpistole.
Auf den ersten Blick fänden es die Leute witzig, komisch und irritierend. "Aber später wird es hinterfragt", erzählt Feriel Bendjama, die mit ihren Bilder zeigt, was alles unter einen Kopftuch stecken kann.
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Das Bonner Haus der Geschichte zeigt aber nicht nur die ausgezeichneten Fotoreportagen. An dem Wettbewerb hatten sich insgesamt 84 Teilnehmer beteiligt. Die Ausstellung besteht aus rund 70 Bildern und ist bis Anfang Juli 2013 in der U-Bahn-Galerie zu sehen.
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