"Ich freue mich, dass Obama gewonnen hat." Der 61-jährige Schneider Karim Sarmadi, der ursprünglich aus dem Iran stammt und nun in Köln lebt, hat zwar wenig vom Präsidentschaftswahlkampf verfolgt. Aber seine Vorliebe war klar: "Schon die Tatsache, dass er die Waffenlobby unterstützt, hätte Romney für mich unwählbar gemacht. Je mehr Waffen in der Welt sind, desto größer ist die Gefahr von Kriegen. Obama ist auf jeden Fall die friedlichere Wahl."
"Dass Obama gewonnen hat, finde ich okay", sagt Wilfried Görgen (61). Vor allem dessen Werteorientierung schätzt der Kölner Psychologe: "Im Gegensatz zu Romney ist Obama um den Ausgleich der verschiedenen Interessen bemüht, er versucht wenigstens, die Unterschiede zwischen Arm und Reich aufzulösen. Außerdem wurde sein Wahlkampf von politischen Aktivisten unterstützt anstatt vom Finanzkapital." Allerdings sieht er den Handlungsspielraum Obamas stark eingeschränkt: "Auf 90 Prozent der Politik hat der Präsident ohnehin keinen Einfluss."
Saskia Goga (27) ist Erzieherin in einer Kölner Kita und hat sich schon vor der Arbeit im Fernsehen Obamas Ansprache angesehen. "Dass er gewonnen hat, freut mich wirklich. Ich denke, er hat in den letzten vier Jahren eine gute Politik gemacht. Außerdem ist er einfach ein Sympathieträger." Etwa 90 Prozent der Deutschen unterstützen Obama, wie Umfragen vor der Wahl ergeben haben.
Joachim Romes (46) ist sich nicht sicher, ob die Wahl in den USA überhaupt großen Einfluss auf Europa und Deutschland hat. "Wir sollten besser auf das blicken, was bei uns passiert. Generell ist der Handlungsspielraum in der Politik ja sehr eingeschränkt", sagt der Kölner Kaufmann. "Es geht immer darum, dass Machbare rauszufiltern, einen Kompromiss zu finden. Und am Ende ist dann keiner zufrieden." Gut findet er, dass Romney Obama zum Sieg gratuliert hat: "Es gehört in der Demokratie dazu, dass man Niederlagen eingesteht."
Auch Aristoteles Zervos (41) hat das Gefühl, dass es keine große Bedeutung für Deutschland und Europa hat, ob Romney oder Obama US-Präsident ist. "Zudem heißt es ja von Obama, dass er eher dem pazifischen Raum zugeneigt ist." Die Omnipräsenz der US-Wahl und des Wahlkampfes in den deutschen Medien hält der Kölner Journalist für fragwürdig: "In zwei Tagen beginnt in China der Nationalkongress der Kommunistischen Partei. Das ist mindestens genauso wichtig, die Berichte darüber sind aber äußerst spärlich."
"Mir gefällt das gut, das der Obama weiter Präsident ist", sagt Klaus Hubert. Sein Herausforderer Mitt Romney habe sich nicht getraut, seine wahren Ansichten deutlich auszusprechen. "Das konnte ich ihm aus den Augen ablesen", glaubt der Rentner aus Wuppertal.
Ingrid Freund findet es "einfach toll", dass es Barack Obama noch einmal geschafft hat. Sie schätzt an ihm, dass er so offen sei. "Der Romney war mir zu glatt", sagt die Eitorferin.
"Ich finde es gut, was Obama bisher gemacht hat", sagt Anna aus Wuppertal. Sie freut es, dass der alte und Präsident der USA nun weitere vier Jahre für seine Pläne hat. "Vor allem, dass er für die Welt handelt und nicht immer nur Amerika im Blick hat." Zudem schätzt die junge Wuppertalerin sein vergleichsweise junges Alter.
Aus seiner Freude für den Wahlsieg von Barack Obama macht Alexander Migunov keinen Hehl. Dennoch findet er es schwer, die Folgen für die USA einzuschätzen, weil er dafür zu wenige Details kennt. Gestört hat ihn die Haltung von Herausforderer Mitt Romney. "Der war mit vielen Sachen nicht einverstanden, etwa in der Frage von Abtreibungen oder bei der Akzeptanz von Schwulen", sagt der 25-Jährige.
Ludger Wielspütz aus Münster freut sich über Obamas Wahlerfolg: "Ich habe insgeheim damit gerechnet. So dumm kann doch niemand sein, die Positionen zu unterstützen, die der Gegenkandidat vertreten hat. Das hätte mich sehr gewundert."
Horst Schmidt aus Münster ist Offizier bei der Bundeswehr, als solcher will er sich nicht äußern. Aber als Privatmann sagt Schmidt: "Damit haben die USA wieder einen berechenbaren Präsidenten. Die Weltpolitik wird sicherlich jetzt wieder einen Schritt weiter nach vorne machen, denn mit Obama ist klar, welche Richtung eingeschlagen wird."
"Ich bin mit dem Ausgang der Wahl sehr zufrieden", sagt Stefan Knabe aus Emsdetten. "Ich glaube nämlich, dass die Politik, die Obama betreibt, uns Europäern viel näher ist, Klimaschutz, Aussenpolitik, Sicherheitspolitik. Obama hat schon viel erreicht, und jetzt freue ich mich auf weitere vier Jahre."
Sigrid Kollenberg aus Münster hatte in der vergangenen Nacht eigentlich vor, die Wahl live im Fernsehen zu verfolgen. Aber sie war einfach zu müde. Heute morgen hat sie sich gefreut: "Ich bin ganz begeistert. Obama drückt für mich Nähe aus, Leben. Der Mann hat Charisma. Er ist am Volk, er weiß, worum es geht. Also: Er gefällt mir unwahrscheinlich gut."
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