Rund 80.000 Menschen nahmen am 09. November 2012 an der "Arsch huh"-Kundgebung in Köln teil. "Arsch Huh" ist das Motto einer Kölner Kampagne gegen rechte Gewalt. 20 Jahre nach dem Konzert in Köln kamen die meisten der damals beteiligten Künstler noch einmal zu einem Konzert zusammen. Dabei Kölner Bands wie BAP, Bläck Fööss, Brings und Höhner.
1992 kamen rund 100.000 Menschen zum Konzert in die Kölner Südstadt. Die Neuauflage 2012 fand diesmal aber auf der rechten Rheinseite auf der Deutzer Werft statt. Zum Auftakt des Konzerts spielten 150 Bläser verschiedener Karnevalscorps und Bands die Arsch huh-Hymne, die 1992 ihre Premiere hatte.
Neben der Musik nahmen Statements oder auch vorgetragene Gedichte eine wichtige Rolle bei der Kundgebung ein. Wilfried Schmickler trug "Völlig normal" vor, ein bitterböses Gedicht über gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, das Wegschauen und Gleichgültigkeit.
Für Hörgeschädigte wurde das gesprochene und gesungene Wort von der Bühne durch eine Gebärdendolmetscherin ins Publikum übersetzt.
Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters brachte das Motto des Abends mit einem gewissen Lokalpatriotismus auf den Punkt: "Arsch huh, das ist das Kölner Gewissen."
Arno Steffen, Tommy Engel und Wolfgang Niedecken (v.li) engagieren sich auch 2012 wieder für den Protest gegen Rassisimus, Neonazis und Ausgrenzung. 1992 schlossen sich die Künstler zusammen, um nach einer Welle ausländerfeindlicher Gewalt an den Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 zu erinnern.
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Neben der kölschen Musik-Prominenz beteiligten sich auch internationale Formationen am Konzert. So unter anderem die türkische Ska-Band "Athena".
Niki Nikitakis ist nach Wolfgang Niedeckens Beschreibung "Kölns kölschester Grieche". 1992 schrieben die beiden die Hymne.
Mit den Arsch huh-Shirts zeigten die Besucher diesmal wie schon damals Flagge.
Beim Blick in die Gesichter des Publikums konnte man erkennen, dass die meisten wohl schon vor 20 Jahren dabei gewesen sein konnten.
Julius Brink (li.) war beim ersten Arsch huh-Konzert grade mal zehn Jahre alt. Bei den olympischen Spielen in London holte er 2012 mit seinem Teamkollegen Jonas Reckermann Gold im Beachvolleyball. Bei der Neuauflage 2012 plädierten sie für Fairness und gegenseitige Achtung im Sport.
Auch Kölner Karnevalisten stehen mit Tommy Engel in ihrer Mitte für Toleranz und ein in jeder Hinsicht buntes Leben.
Überall zeigten Transparente, Flaggen und das Arsch huh-Logo, dass es kein Konzert wie jedes andere war. Und genau wie vor 20 Jahren blieb es friedlich, ohne Störer. "Die Stimmung der Menschen auf dem Versammlungsgelände war rund herum positiv ", bilanzierte der Einsatzleiter der Polizei.
Wolfgang Niedecken freute sich, dass die Kölner Musiker wie vor 20 Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen und ihre Differenzen untereinander an diesem Tag keine Rolle spielen. "Die ganze Stadt ist dafür zuständig, dass in Köln kein Rechtsruck stattfindet", mahnt er.
Der Musiker Heiner Wiberny spielt mit Niedecken dessen Stück "Amerika". "Mit diesem Stück möchte ich mich bei denen bedanken, die Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg vom Faschismus befreit haben", ruft Niedecken der Menge zu.
Der Höhepunkt der Kundgebung ist die Neuauflage des Mottoliedes "Arsch huh, zäng ussenander". Damals wie heute neben Niedecken am Mikrofon: Peter Brings.
Zum großen Finale sangen alle Mitwirkenden erst die Hymne und dann den Bläck Fööss-Titel "Unser Stammbaum", in dem es darum geht, dass die Kölner ihre Wurzeln bei Römern, Franzosen, Italienern und vielen anderen Nationen haben.
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