Als Emoticon millionenfach gemailt, gesimst, gepostet, hat die Stadt Düsseldorf den Doppelpunkt und das D als neues Stadtlogo entdeckt. Das heißt, um genau zu sein, entdecken lassen. Dahinter steckt die Düsseldorfer Werbeagentur BBDO, sie hat 150.000 Euro für die Logoentwicklung erhalten.
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:Düsseldorfs Oberbürgermeister :Dirk Elbers hatte die Initiative zur Entwicklung der neuen :Dachmarke ergriffen, um "die Kommunikation für :Düsseldorf künftig gebündelter, klarer konturiert und fokussierter zu gestalten" wie es auf den Seiten der Stadt heißt.
Ein Emoticon als Marke? Diese Idee ist nicht neu, man findet sie unter anderem in einem Werbeslogan von Dänemark, als Logo der kroatischen Stadt Dubrovnik und in einem Online-Shop werden T-Shirts mit dem Logo angeboten. Damit wir keine Markenrechte verletzen, haben wir dieses Beispiel-Foto in Photoshop kreiert.
Aber immer nur die alten Sprüche und Logos bringen geht natürlich auch nicht. Schließlich gilt seit 2008 für NRW, pardon North Rhine-Westphalia : "We love the new".
Bei soviel internationalem Flair kann es schon mal passieren, dass in einer Imagebroschüre für NRW ein Biergarten aus München abgebildet wird.
Die Bierkrüge, die Bänke, das sieht doch fast auch wie in :Düsseldorf, oder?
Nicht mit einem Bild aus München, Frankfurt oder Wiesbaden zeigte die Hessische Landesbank Helaba, wie sehr sie sich freut, auch in NRW vertreten zu sein. Nein, sie nahm eines aus :Düsseldorf! Sie nahm sich jedoch die kreative Freiheit, ein Gebäude, das im Weg stand, wegzuretuschieren. Zu dumm nur, dass es ausgerechnet der NRW-Landtag war.
Länder- und Städte-Slogans und Logos haben eine Haltbarkeit von mehreren Jahren, im Gegensatz zu Wahhlplakaten. Die peinlichsten Exemplare verschwinden zum Glück wieder nach der Wahl. Vera Lengsfeld hatte 2009 in der Tat mehr zu bieten als nur ein Wahlplakat, nämlich viel Aufregung über diese Geschmacklosigkeit.
Noch mehr bot die Stadt :Düsseldorf den Gästen des Eurovision Song Contest. Der Gesangswettstreit, beim dem Lena 2011 für Deutschland antrat, hat eine treue schwule Fangemeinde. Sie freuten sich besonders über einen Tippfehler in einer offiziellen Broschüre der Stadt. Aus einem "Aktionstag der Schulen", wurde ein "Aktionstag der Schwulen".
Aufmerksamkeit um jeden Preis und sei es der der Lächerlichkeit – nach diesem Motto verfahren gerne Werbeagenturen und wohl auch der CDU-Politiker Lorenz Caffier aus Mecklenburg-Vorpommern. Seine eigenwillige Auslegung des Alphabets hat für viel Spott gesorgt.
Dass ein Slogan, der einmal prägend war, auch überspannt werden kann, bewies Saturn. Der zum Metro-Konzern gehörende Elektronik-Fachmarkt machte aus "Geiz ist geil" den völlig sinnfreien Spruch "geil ist geil". Geht's noch bescheuerter? Wir sind doch nicht blöd!
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