"Tintenherz, Wilde Hühner und Gespensterjäger" - so der Titel einer Ausstellung, die ab Sonntag (20.01.2013) in der Oberhausener Ludwiggalerie zu sehen ist. Hinter dem Namen der Schau stecken allesamt Bestseller - geschrieben von Cornelia Funke. Eine Ausstellung über Bücher? Nein. Die erfolgreichste deutsche Kinderbuchautorin kann nicht nur schreiben, sie kann auch mit Pinsel und Stift umgehen und illustriert all ihre Geschichten selbst. Die Oberhausener Ausstellung zeigt das zeichnerische Werk der Erzählerin.
Cornelia Funke, 1958 im nordrhein-westfälischen Dorsten geboren, machte zunächst eine Ausbildung zur Diplompädagogin und studierte dann Grafikdesign. Fortan illustrierte sie Geschichten und Kinderbücher und merkte bald, dass ihr das nicht reichte. Sie begann selbst zu erzählen - mit großem Erfolg. Cornelia Funke wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Los Angeles.
Rund 200 Bilder zeigt die Oberhausener Ausstellung. Die frühen Illustrationen sind meist farbig-heiter wie die ersten Geschichten selbst. Deren Tenor bleibt bis heute unverändert: Funke beschreibt stets Abenteuer, die junge Leser mit viel Fantasie in andere Welten entführen.
In den zeichnerischen Arbeiten sind all die selbst erdachten Helden der Cornelia Funke zu sehen - auch "Mick und Mo" (l.) oder "Die Gespensterjäger" (r.). Manche Figur in Funkes Büchern hat allerdings auch ein reales Vorbild. Begegnungen, die Cornelia Funke bei ihrer Arbeit als Pädagogin hatte, inspirierten sie zu späteren Romanfiguren.
In den späteren Büchern zeichnet Funke häufig mit schwarzer Tusche, Kreide oder Grafit. Dann allerdings sind auch die Geschichten geheimnisvoller und dunkler. Mit "Der Herr der Diebe" und schließlich der Trilogie zur "Tintenwelt" wurde die Autorin ab 2002 auch international bekannt.
Funkes jüngstes Werk, die Fantasy-Roman-Reihe "Reckless", wagt einen düsteren Blick in die Welt der Märchen. Auch hier hat sich die schreibende Illustratorin auf die Wirkung ihrer eigenen Bleistiftzeichnungen verlassen.
"Schreiben ist für mich wie Schokolade essen - ich kann beides nicht lassen", verriet die Autorin 2012 bei einer Lesung in Dorsten. Über 50 Bücher hat Funke bereits geschrieben. Die Zeichnungen der Erzählerin sind noch bis zum 20. Mai 2013 in Oberhausen zu sehen. Die Ludwiggalerie ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6,50 Euro.
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