Dat es dä Prinz Kurt III.! Naja, streng genommen ist das ein sehr charmanter Ex-Prinz in der Uniform der "Kölner Funken Artillerie blau-weiß". 1996 hat Kurt Görgens den Prinz im Kölner Dreigestirn gegeben. Einmal Prinz, immer Prinz, zumindest gilt das tief drin im Karnevalisten-Herzen. Wer das alles und Karneval sowieso noch nie verstanden hat, dem erklärt Prinz Kurt III. jetzt mal die jecke Welt.
Natürlich gibt es auch Karneval in Westfalen. Ein bisschen jedenfalls. Doch viele Menschen stehen, zum Beispiel in Dortmund, dem betuschten Frohsinn eher ratlos gegenüber. Viele Rätsel, viele Fragen. So auch bei Silvia Mrozik: Sie versteht absolut kein Kölsch, und wundert sich, warum im Karneval nicht hochdeutsch gesprochen wird - denn dann würde auch der Rest der Republik vielleicht über einige der Witze lachen können.
Untertitelung? Simultanübersetzung? Kölsch-Wörterbuch mitbringen? Prinz Kurt III. hätte da verschiedene Vorschläge, nur Karneval auf Hochdeutsch "kütt nit in Froch".
Genau am 11.11 pünktlich um 11.11 Uhr wird dat Trömmelche und die gute Laune ausgepackt - dieses "Feiern auf Knopfdruck" versteht Fatih Uja einfach nicht.
Wann gefeiert wird, ist Prinz Kurt doch egal! Hauptsache es wird ordentlich geschunkelt, gebützt und getanzt.
Shoppingpause in der Dortmunder Fußgängerzone - Seyda Bilinmez hat als modebewusste Frau gleich mal eine Style-Frage: "Warum trägt der Prinz Strumpfhose?"
Als Prinz bringt man Opfer. Zum Beispiel die Haare an den Beinen abrasieren oder bei Karstadt in der Damen-Wäsche-Abteilung nach weißen, blickdichten Strumpfhosen in der richtigen Größe fragen. Nach seiner Regentschaft weiß Kurt nun alles über Elastan und den alles entscheidenden "den"-Wert ("Blickdichte").
Nicht nur die Westfalen wundern sich über Männer in Strumpfhosen und die jecken Rheinländer - auch die Sachsen kommen beim Karneval nicht mit. Den einzigen Karnevalsverein den René Maus kennt, ist der 1.FC Köln.
Bei Heimspielen des 1. FC Kölns gefällt Prinz Kurt III. die Party vor dem Anstoß am meisten. Viva Colonia, Fahnen, Karnevalsstimmung - mit dieser guten Laune sollte man dann allerdings frühzeitig und vor einer wahrscheinlichen Niederlage das Stadion verlassen, rät der Prinz.
Sebastian Menne verkauft Bonbons an der Dortmunder Reinoldikirche und möchte wissen, warum auf den Karnevalszügen Kamelle geschmissen werden.
Und da muss selbst der Experte und Exprinz Kurt III. passen. Er kann sich nur noch an Erbsenschmeißerei erinnern, wie es allerdings zu den Kamellen kam: kein Ahnung.
Steffen Siegel kommt eigentlich aus Stuttgart und da gelten, genauso wie in Westfalen, Karnevalisten als echte Exoten. Seine Frage: "Warum gibt es karnevalistische Hochburgen?"
"Weiß kein Mensch", sagt Kurt III. "Karneval ist ein Lebensgefühl" - Beerdigung mit den Black Fööss und zum Kindergeburtstag läuft ein Best of der Höhner-Songs. Im Prinzip wird im Rheinland immer Karneval gefeiert, schwärmt der Prinz.
Olivia Podmajstrzy ist echte Westfälin. Nur deswegen traut sie sich ausgerechnet einen Kölner Prinzen zu fragen, "warum man Helau (!) schreit".
Hat da jemand Helau gesagt? Dreimal Kölle Alaaf! Kölle Alaaf! Kölle Alaaf!
André Hammerl findet Karneval gar nicht lustig. Büttenreden, Tusch und Lachen auf Kommando - bleibt für ihn die Frage nach dem Warum.
Natürlich gibt es gute und schlechte Witze - aber es ist doch schön, wenn die Leute fröhlich sind, ist die pragmatische Antwort des Feier und Büttenreden erprobten Prinzen.
Sven Hollands stellt eine sehr naheliegende Frage: "Warum bloß ist die Jungfrau ein Mann?"
Das könne man mit Shakespeare und dem Mittelalter erklären, im Prinzip sei es aber einfach ein Jux!
Ilka Tiemann ist mit Tochter Noemi in der Dortmunder Fußgängerzone unterwegs, sie versteht nicht, warum alle beim Karneval "trinken, bis sie umfallen".
Alle? Nur fünf Prozent der Jecken fielen wegen Alkohols auf - schätzt der Karnevalsexperte. Der Großteil könne sich benehmen. Na, dann Prost!
Hannah Bortz bewegt die Frage, die sich auch alle Karnevalisten jedes Mal wieder stellen: "Warum ist am Aschermittwoch nur alles vorbei?"
Irgendwann muss halt mal Schluss sein, findet sogar der Ex-Prinz Kurt III. Na, dann lieben Dank und bis zum Aschermittwoch noch viel Spaß und Kölle Alaaf!
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