Vishnu gilt vielen hinduistischen Strömungen als höchster Gott. Er zeigt sich in zehn Inkarnationen - in Form von Tieren, Menschen oder Fabelwesen. Diese Erscheinungsformen nennen sich Avatare. Diese Statue des Dhanvantari, eine Inkarnation Vishnus, der von Indra auf die Erde geschickt wurde, das Wissen über die Ayurveda-Heilkunst zu verbreiten, steht in einer Ayurveda-Klinik in Bombay.
Vishnu ist der Gott der Erhaltung, er hält die Ordnung aufrecht. Er trägt mit seinen vier Armen die Insignien seiner Macht: Diskus, Muschelhorn, Lotus und Keule. (Statue aus Calangute, Goa, Indien)
Vishnu auf seinem Reittier Garuda, das in der thailändischen Tradition auch als Wappentier geführt wird. (Indische Miniatur aus dem 17. Jahrhundert)
Vishnu hat viele Gesichter und wird auch in anderen Teilen Asiens geehrt. Diese Figur steht in Kambodscha in einem Tempel aus dem 12. Jahrhundert.
Brahma (l.) und Shiva gelten neben Vishnu als die Hauptgötter des Hinduismus. Zusammen bilden sie eine Art Dreigestalt: Brahma steht für die Schöpfung, Vishnu für das Erhalten und Shiva für Zerstörung. Der Gott Brahma wird jedoch kaum noch verehrt. (Buchmalerei aus dem 18. Jahrhundert)
Shiva selbst steht aber ebenso für Güte, Gnade und Freundschaft. Diese Darstellung in der Stadt Bangalore (2004) zeigt Shiva als meditierenden Asketen im Himalaya-Gebirge. Einer von Shivas Wohnsitzen ist der heilige Berg Kailash. Aus Shivas Haar fließt Wasser, der Ganges, zur Erde hinab.
Shivas Gattin ist Parvati (l.). Mit ihrem Sohn Ganesha bilden die drei eine göttliche Familie. (Bronze-Statue, 11. Jahrhundert)
Ganesha ist einer der beliebtesten Götter. Er wird als beleibter Mann mit Elefanten-Kopf dargestellt. Ganesha verheißt Glück für Reisen oder für den Einzug in ein neues Haus. Gläubige bringen oftmals Statuen oder Bilder Ganeshas als erstes in ihr neues Haus. (Calangute, Goa, Indien)
Viele Kaufleute sehen Ganesha als ihren Schutzpatron an. (Figur im Shri-Manguesh-Tempel in Priol, Goa, Indien)
Ganesha steht aber auch für die schönen Künste und die Wissenschaften, für Intelligenz und Weisheit. (Shri-Manguesh-Tempel, Priol, Goa, Indien)
Hanuman erscheint in Gestalt eines Affen mit muskulösem Menschenkörper und langem Schwanz. Auch Hanuman ist ein beliebter Gott. Er ist der Schutzpatron der Ringer. (Sri Krishnan Tempel, Singapur)
Hanuman gilt als starker, kluger hilfsbereiter Retter und steht einem Affenheer vor. Hanuman werden aber auch Sanftmut und Treue zugesprochen. (Neu Delhi)
Krishna - stets mit Flöte in der Hand und Pfauenfeder im Haar - ist eine Inkarnation Vishnus. Er wuchs als Hirtenjunge auf und ist bekannt für seine Streiche. Krishna ist ein gekonnter Verführer, so verfielen viele Hirtenmädchen seinem Charme. Radha ist seine Gefährtin. Die beiden stehen für Liebe und Sinnlichkeit. (18. Jahrhundert, Gouache auf Papier)
Durga ist die "Göttin der Vollkommenheit" und gilt als Allmutter. Sie ist eine kriegerische Göttin und wehrhafte Retterin. Mitten auf der Stirn ist ihr drittes Auge zu sehen.
Durga zu Ehren wird das Lichterfest ausgerichtet, dabei wird die Legende vom Kampf und vom Sieg Durgas über das Böse nacherzählt. Durgas Reittier ist der Löwe oder der Tiger. Den bösen Dämon (rechts unten im Bild) besiegt Durga mit ihrem langen Speer.
Diese Figuren werden nach und nach zur Darstellung der Göttin Kali, der Inkarnation der zornigen Durga - zu erkennen an der heraushängenden Zunge und den vielen Köpfen, die sie wie eine Kette um den Hals trägt.
Rote Zunge und roter Mund: Die zornige Kali ist Kriegerin und Retterin zugleich. Die Göttin wird mit acht, zehn oder zwanzig Armen dargestellt, die ihre Kraft symbolisieren.
Auch Buddha wird von Hindus verehrt. Im buddhistischen Tempel von Bodhgaya im indischen Bihar beten sowohl Buddhisten als auch Hinduisten.
Der Hinduismus ist offen für viele Götter: Um die heilige Maria (hier auf dem Altar der Kerzenkapelle in Kevelaer) anzubeten, pilgern Tausende tamilischer Wallfahrer Jahr für Jahr ins niederrheinische Kevelaer.