Der polnische Premierminister Donald Tusk hat am 13.05.10 den internationalen Karlspreis für seine Verdienste um die Integration Polens in die Europäische Union erhalten. Dafür, dass er nach der Kaczynski-Ära Polen aus seiner nationalistischen Isolierung heraus geführt hat - durch seine Zustimmung des Vertrags von Lissabon. In der Vergangenheit wurden viele berühmte Persönlichkeiten mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Eine Auswahl...
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Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) erhielt den Karlspreis 1954 für "seine klare, zielbewusste Planung und praktische Formung der Grundlagen des europäischen Zusammenschlusses", heißt es unter anderem in der Begründung des Direktoriums. Adenauer war der fünfte Karlspreisträger.
Winston Churchill, ehemaliger britischer Premierminister, wurde 1955 für seinen Einsatz für die Freiheit und die Einigung Europas geehrt. Der Text auf seiner Medaille lautet: "Hüter menschlicher Freiheit - Mahner der europäischen Jugend".
Über die Nominierung des ehemaligen US-Außenministers Henry A. Kissinger 1987 entzweite sich die Karlspreisgesellschaft. Ein Mitglied der SPD und der Grünen verließen die Gesellschaft. Als Folge des Konflikts wurde der Aachener Friedenspreis als Alternative zum eher konservativen Karlspreis gestiftet.
Helmut Kohl und Francois Mitterrand erhielten den Karlspreis gemeinsam 1988. Das sollte ein Zeichen der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland sein und die Arbeit der beiden Regierungschefs zur Festigung dieser Freundschaft würdigen.
Einer der wenigen religiösen Karlspreisträger war Frère Roger - Gründer der religiösen Gemeinschaft von Taizé. Er erhielt den Karlspreis im Jahre 1989.
Der ehemalige Präsident der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik, Václav Havel, erhielt den Karlspreis "in Würdigung seines Einsatzes für den Geist der Freiheit und die Verwirklichung des Friedens in seinem Land und in ganz Europa" im Jahre 1991.
Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair erhielt 1999 den Karlspreis vor allem für seinen persönlichen Einsatz für den Frieden in Nordirland. Außerdem würdigten die Stifter seine Bemühungen für eine Hinwendung Großbritanniens zur Europäischen Union.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton nahm 2000 den Karlspreis im Namen des gesamten amerikanischen Volkes entgegen. In der Begründung heißt es unter anderem: "...als Dank der Europäer an das amerikanische Volk für den Aufbau der Demokratie und des Wohlstandes nach 1945".
Ein etwas abstrakter Preisträger war 2002 die Euromünze. Die Medaille nahm der damalige Chef der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, entgegen. Der Text auf der Medaille für den Euro lautet: "EURO - Identifikation mit Europa".
2004, ein Jahr vor seinem Tod, wurde Papst Johannes Paul II. mit einem außerordentlichen Karlspreis ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: "...in Würdigung seines herausragenden Wirkens für die Einheit Europas, die Wahrung seiner Werte und die Botschaft des Friedens."
Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt den Karlspreis im Jahr 2008. Der Text auf ihrer Medaille lautet: "Dr. Angela Merkel - Europa gelingt gemeinsam".
Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank und damit oberster Hüter des Euro, bekam zu Christi Himmelfahrt 2011 den 53. Karlspreis. Da war die Finanzkrise in Griechenland, Portugal und Irland noch lange nicht beigelegt. Aber der Euro, so das Aachener Komitee, hat nicht gelitten - dank Trichets Krisenmanagement. José Manuel Barroso (l.), der Präsident der Europäischen Kommission und Trichets Mitstreiter, freute sich mit ihm über die Ehrung.
Der Karlspreis 2012 geht an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Das Direktorium würdigte Schäubles Beiträge zur Stabilisierung der Währungsunion und zum europäischen Einigungsprozess. Beinahe wäre die Verleihung des Karlspreises allerdings ins Wasser gefallen. Weil der Euro weiter kränkelt, beriet das Direktorium in Aachen über eine Absage.
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