Am frühen Nachmittag des 3. März 2009 ereignete sich in Köln das tragische Unglück: Das Historische Stadtarchiv stürzte ein. Dieses exklusive WDR-Bild ist kurz nach dem Zusammenbruch entstanden: In der Häuserzeile, in der das Gebäude stand, ist nur noch eine Staubwolke zu sehen.
Das Stadtarchiv befand sich an der belebten Severinstraße in der Kölner Südstadt. Acht Tage zuvor war hier noch der Rosenmontagszug vorbeigekommen.
Ein Schüler der gegenüberliegenden Kaiserin-Augusta-Schule hat die Unglücksstelle kurz nach dem Einsturz aus seinem Klassenzimmer heraus fotografiert.
Von dem sechsstöckigen Stadtarchivgebäude ist nur ein Trümmerberg geblieben. Die links und rechts angrenzenden Wohnhäuser wurden teilweise mitgerissen.
Dieses Bild ging um die Welt: Anwohner Heiko W. telefoniert kurz nach dem Einsturz in seinem zerstörten Wohnzimmer mit seiner Mutter. Erst später realisiert er, wie gefährlich das war. Er sagt, er habe einfach das Bedürfnis verspürt ihr mitzuteilen, dass es ihm gut geht.
Aus der Luft ist das ganzes Ausmaß des Unglücks zu sehen.
Als der Notruf bei der Kölner Feuerwehr eintrifft, wird sofort Großalarm ausgelöst. Zunächst ist völlig unklar, wieviele Menschen von den Trümmern begraben wurden.
Hilfskräfte verschiedener Organisationen sind zwar sehr schnell vor Ort, können aber erstmal nichts ausrichten. Ohne schweres Gerät können die Trümmer nicht bewegt werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Nachbarhäuser weiter zusammenbrechen.
Das alte Kölner Polizeipräsidium steht nur wenige Meter von der Unglückstelle entfernt. Erste Befürchtungen, dass auch dieses Gebäude einstürzen könnte, entkräften Ingenieure im Laufe des Tages.
Mauern liegen übereinander, Autos sind von Trümmerteilen zerdrückt - angesichts dieser Bilder ist es ein Wunder, dass alle Stadtarchivbesucher und -mitarbeiter körperlich unverletzt geblieben sind.
Am Nachmittag vermutet die Feuerwehr, dass "bis zu zehn" Menschen unter den Trümmern liegen könnten. Bis zum späten Abend melden sich aber sechs der Vermissten, sie waren während des Einsturzes nicht an der Unglücksstelle.
Doch bevor mit der Suche nach den Verschütteten begonnen werden kann, muss zunächst der Untergrund befestigt werden.
1.600 Kubikmeter Beton werden in die Baugrube der U-Bahn gepumpt, die sich direkt vor dem eingestürzten Archiv befindet.
In der Nacht werden die umliegenden Gebäude kontrolliert. Die beiden Schulen in der Nähe der Unglücksstelle müssen zunächst geschlossen bleiben.