Nach der Katastrophe kommen viele Trauernde zur Unglücksstelle in Duisburg. Die Kritik an Veranstaltern und Organisatoren wächst unterdessen. So erklärte der Konzertveranstalter Marek Lieberberg am Montag (26.07.10), "Profilierungssucht der Stadt Duisburg und eine amateurhafte Organisation" hätten die Loveparade-Katastrophe ausgelöst.
In der Kritik steht nach dem Unglück auch Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU). Er wurde mit Buhrufen und Pfiffen an der Unglücksstelle empfangen. "Das ist so. Das waren Menschen, die trauern, die ihren Emotionen freien Lauf gelassen und das verstehe ich", erklärte Sauerland später. Am Montag sagte er in WDR 2, zuerst müsse das Geschehen aufgearbeitet werden, dann werde er sich der Frage nach seiner persönlichen Verantwortung stellen.
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft legte am Sonntag (25.07.10) am Unglücksort einen Blumenstrauß nieder. Anschließend fuhr sie in eine Klinik, um verletzte Überlebende zu besuchen und den medizinischen Betreuern zu danken.
Zahlreiche Trauernde kondolieren auf Tafeln im Bereich des Tunnels. Auch die Stadt Duisburg hat ein öffentliches Kondolenzbuch ausgelegt. Zudem soll es eine Trauerfeier der Stadt für die 20 Todesopfer geben.
"Wir trauern um Euch" - zahllose Menschen haben dieses Plakat signiert.
Viele persönliche Nachrichten sind zwischen den Kerzen aufgestellt. Am Montag (26.07.10) werden im Zusammenhang mit der Loveparade immer noch 1.138 Personen vermisst. Viele sind inzwischen - vermutet die Polizei - wieder aufgetaucht, haben sich jedoch nicht bei der Polizei gemeldet.
Die Frage, wie es zu dem Unglück kommen konnte, beschäftigt viele der Trauernden. Die Ermittlungsbehörden rechnen aber nicht mit schneller Aufklärung. "Das wird Wochen, wenn nicht Monate dauern", sagt Staatsanwalt Rolf Haferkamp. Es müssten viele Zeugen befragt werden, die auch erst ausfindig gemacht werden müssten.
Zum Gedenken an die Opfer ist am Montag in NRW für alle Dienstgebäude des Landes und des Bundes Trauerbeflaggung angeordnet worden. "Damit geben wir unserer tief empfundenen Trauer und Verbundenheit mit den Angehörigen und Freunden der Opfer Ausdruck", erklärte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD).