20 Jahre lang war Jürgen Linden (SPD) das Oberhaupt der Karlsstadt Aachen. Er stand nicht mehr zur Wahl. Sein Nachfolger ist überraschenderweise kein Sozialdemokrat, sondern ein erst 38-jähriger CDU-Mann: Marcel Philipp (Foto) holte sich 43,3 Prozent der Stimmen und ließ SPD-Kandidat Karl Schultheis (40,1 Prozent) hinter sich.
Auch in Bielefeld bewirkte der Abgang eines altgedienten Oberbürgermeisters den politischen Wechsel. Auf CDU-Mann Eberhard David, der 20 Jahre im Amt war, folgt SPD-Mann Pit Clausen (Foto). Den gebürtigen Düsseldorfer und studierten Jurist wollten 43,3 Prozent der Wähler. Bernd Landgraf von der CDU kam nur auf 40,2 Prozent.
Ottilie Scholz (SPD, Foto) hat gut lachen: Sie regiert auch in den kommenden sechs Jahren im Bochumer Rathaus. 52,3 Prozent der Stimmen konnte sie auf sich vereinen. CDU-Herausforderer Lothar Gräfingholt musste sich mit vergleichsweise bescheidenen 31,1 Prozent geschlagen geben.
Nach 15-jähriger Regentschaft folgt auf die scheidende Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) ihr Parteikollege Jürgen Nimptsch (Foto). Mit 40,9 Prozent Wählerzuspruch verwies der Deutsch- und Sportlehrer, der zuletzt als Schulleiter einer Gesamtschule in Bonn-Beuel tätig war, den CDU-Kandidaten Christian Dürig (35,5 Prozent) auf Platz zwei.
Deutlich ließ Sozialdemokrat Bernd Tischler (Foto) in Bottrop mit 52,4 Prozent seinen Mitbewerber von der Union, Marc Buchholz (29,1 Prozent), hinter sich. Vielleicht profitierte der SPD-Mann von seinem Amtsvorgänger und Parteikollegen Peter Noetzel, der nach nur einer Amtszeit seinen Hut nahm.
Der neue Bürgermeister in Dortmund heißt Ullrich Sierau (SPD, Foto), bisher Planungsdezernent der Stadt. Er folgt seinem Parteikollegen Gerhard Langemeyer, der nicht mehr antrat. Mit 45,5 Prozent der Stimmen ist Sieraus Vorsprung vor Joachim Pohlmann komfortabel. Der Gemeinschaftskandidat von CDU und FDP kam auf 36,2 Prozent.
In der Landeshauptstadt Düsseldorf war die Wahl bereits entschieden. Nach dem Tod von Joachim Erwin (CDU) wurde hier im vergangenen Jahr sein Parteifreund Dirk Elbers (Foto) zum neuen Stadtoberhaupt gekürt. Seine Amtszeit läuft wegen des außerplanmäßigen Urnengangs automatisch bis 2014.
Die einzige Ruhrstadt, die in den kommenden sechs Jahren von einem CDU-Mann regiert wird, heißt Duisburg. Amtsinhaber Adolf Sauerland (Foto) setzte sich mit 44,6 Prozent der Stimmen gegen das zahlenmäßig vielfältigste Herausfordererfeld der gesamten Kommunalwahlen durch. Zehn Bewerber traten gegen ihn an. Am nächsten kam dem 55-jährigen Oberstudienrat SPD-Kandidat Jürgen C. Brandt mit 38,2 Prozent.
Nach zehnjähriger Pause stellt in Essen, der künftigen Kulturhauptstadt Europas, wieder die SPD den Oberbürgermeister. Diplomingenieurchemiker Reinhard Paß (Foto) beerbt mit 46,1 Prozent Unionspolitiker Wolfgang Reiniger. Dessen Parteilkollege Franz-Josef Britz kam nicht über 35,5 Prozent hinaus.
Souverän konnte SPD-Oberbürgermeister Frank Baranowski (Foto) sein Amt in Gelsenkirchen verteidigen. 63,9 Prozent der Wähler entschieden sich für den ehemaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion. CDU-Herausforderer Norbert Mörs kam nur auf 19,4 Prozent. Bedenkt man, dass bis vor fünf Jahren hier noch ein Unionsmann (Oliver Wittke) regierte, ein mageres Ergebnis.
Hagen hat ein neues Stadtoberhaupt. Jörg Dehm (CDU, Foto) beerbt SPD-Mann Peter Demnitz (SPD), der sich nicht mehr zur Wahl gestellt hat. Dem Unionskandidaten reichten zum Sieg 39,5 Prozent. Sozialdemokrat Jochen Weber musste sich mit 27,2 Prozent zufrieden geben.
In Hamm holt Thomas Hunsteger-Petermann (Foto/CDU) wieder die absolute Mehrheit. 2004 hatte er bereits mit absoluter Mehrheit den ersten Wahlgang für sich entscheiden können. 2009 wiederholt er das Kunststück: 63,2 Prozent der Wähler bescheinigen dem Amtsinhaber eine gute Arbeit. SPD-Herausforderin Monika Simshäuser blieb mit 32,2 Prozent mehr als 30 Zähler dahinter.
In Herne brachte die Neuauflage des Duells zwischen Markus Schlüter (CDU) und Horst Schiereck (SPD, Foto) nichts Neues: Amtsinhaber Schierek bleibt auch in den kommenden sechs Jahren mit formidablen 59,3 Prozent an der Spitze der Stadt. Herausforderer Schlüter musste sich mit 29,3 Prozent geschlagen geben.
In Köln übernimmt nach neun Jahren Fritz Schramma (CDU) wieder ein Sozialdemokrat das Ruder. Jürgen Roters (Foto), der als Gemeinschaftskandidat von SPD und Grünen antrat, erhielt 54,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. CDU-Mann Peter Kurth hatte dabei deutlich das Nachsehen: Lediglich 33,3 Prozent entschieden sich für ihn.
Da war Zittern angesagt: Denkbar knapp verlief die Wahl für den Krefelder Amtsinhaber Gregor Kathstede (CDU, Foto), der 39,6 Prozent der Wähler auf sich vereinen konnte. Lediglich 0,5 Prozentpunkte trennen ihn von seinem SPD-Herausforderer Ulrich Hahnen (39,1 Prozent). Dank neuem Wahlmodus ist Kathstede mit einfacher Mehrheit alter und neuer Oberbürgermeister der Seidenstadt.
Genauso spannend wie in Krefeld verlief der Endspurt in Leverkusen. Mit 39,9 Prozent eroberte mit Reinhard Alfred Buchhorn (Foto), Gemeinschaftskandidat von CDU und FDP, ein neuer Mann den OB-Posten. Buchhorn setzte sich gegen den bisherigen Amtsinhaber, Sozialdemokrat Ernst Küchler, durch. Ihm half am Ende auch nicht, dass er zusätzlich von den Grünen unterstützt wurde. Er kam knapp hinter Buchhorn auf 39 Prozent.
Das Duell der beiden Norberts entschied in Mönchengladbach der Amtsinhaber für sich - und das mit deutlichem Vorsprung. 49,3 Prozent der Wähler erteilten SPD-Politiker Norbert Bude (Foto) die Legitimation, weitere sechs Jahre über die Geschicke der Stadt zu bestimmen. Unions-Herausforderer Norbert Post hatte da mit 31,9 Prozent das Nachsehen.
Sechs Jahre dauert die Amtszeit eines Oberbürgermeisters ab diesem Kommunalwahltermin. Für die Siegerin der OB-Wahlen in Mülheim, Dagmar Mühlenfeld, (SPD, Foto) kein Problem, denn mit dieser Zeitspanne hat sie Erfahrung. Seit 2003 steht sie an der Spitze der Stadt, und ihre erste Wiederwahl glückte: 43,1 Prozent aller abgegebenen Stimmen entfielen auf die 58-Jährige. Das Ergebnis von Stefan Zowislo, der für die CDU antrat, fällt mit 23,9 Prozent bescheiden aus.
In Münster war bereits vor der Wahl klar, dass es einen neuen Oberbürgermeister geben würde. Amtsinhaber Berthold Tillmann (CDU) trat nicht mehr an. Seine Nachfolge war heiß umkämpft. Letztlich setzte sich Unionskandidat Markus Lewe (Foto) mit 49,5 Prozent aller Stimmen gegen SPD-Mann Wolfgang Heuer (45,4 Prozent) durch.
CDU-Herausforderer Dirk Karl Buttler konnte dem amtierenden Oberbürgermeister von Oberhausen, Klaus Wehling (SPD, Foto), nicht gefährlich werden. Wie bereits 2004 obsiegte der 62-jährige Sozialdemokrat souverän - diesmal mit 47,4 Prozent. Buttler blieben nur 32,2 Prozent.
In Remscheid konnte Beate Wilding (SPD, Foto) das rein männliches Herausfordererfeld nichts anhaben. Mit 46,4 Prozent holte sie sich die erforderliche einfache Mehrheit - wenn auch nur knapp. Ihr CDU-Herausforderer Jochen Siegfried schaffte glatte 45 Prozent.
In Solingen räumt Noch-Oberbürgermeister Franz Haug (CDU) seinen Sessel. Er übergibt den Staffelstab an seinen Parteifreund Norbert Feith (Foto), dem 38,1 Prozent der Stimmen reichen, um ins Rathaus einzuziehen. Hans-Joachim Müller-Stöver (SPD) hatte mit lediglich 27,4 Prozent das Nachsehen.
Seit 2004 ist Peter Jung (CDU, Foto) bereits Oberbürgermeister in Wuppertal, und er wird es auch bis 2015 bleiben. 47,6 Prozent der Wähler sprachen ihm ihr Vertrauen aus. SPD-Gegenkandidat Dietmar Bell blieb hingegen bei 30,8 Prozent hängen.