Helmut Etschenberg (CDU, Foto) ist der erste Politiker in Nordrhein-Westfalen, der sich mit dem Titel Städteregionsrat schmücken darf. 40,1 Prozent der Stimmen reichten ihm dazu. Sein Vorgänger Carl Meulenbergh hieß noch ganz profan Landrat. Er trat nicht mehr an. Grund für die namentliche Neuerung: Der ehemalige Kreis Aachen wird am 21. Oktober umbenannt in StädteRegion Aachen. Etschenbergs schärfster Konkurrent, SPD-Mann Uwe Zink, erreichte 28,9 Prozent.
Amtsinhaber Gerd Wiesmann (CDU) wird sich im Oktober aus Altersgründen aus dem Landratsamt im Kreis Borken zurückziehen. Nachfolger wird sein Parteifreund Kai Zwicker (Foto), der 62,1 Prozent aller Stimmen bekam. SPD-Kontrahent Hans Theo Peschkes hatte mit 26,2 Prozent das Nachsehen.
Zwei Kandidaten standen im Kreis Coesfeld zur Wahl, und das Ergebnis fiel eindeutig aus: Amtsinhaber Konrad Püning (CDU, Foto) bleibt weitere sechs Jahre im Amt. 63,3 Prozent der Wähler wollen das so. Gegenkandidat André Stinka (SPD) kam lediglich auf 36,7 Prozent.
Aus zehn Jahren Amtszeit werden satte 16 Jahre: Die Wähler haben Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU, Foto) im Kreis Düren ein drittes Mal im Amt bestätigt. Gegen seine 58,5 Prozent Wählerzuspruch hatte SPD-Herausforderer Jens Bröker mit 38,3 Prozent keine Chance.
Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis bleibt alles beim Alten: Sozialdemokrat Arnim Brux (Foto) konnte seinen zahlreichen Herausforderern trotzen und verteidigte sein Amt mit 46,7 Prozent. CDU-Frau Annette Fischer kam gegen dieses Ergebnis mit 28,3 Prozent nicht an.
Parteilos und trotzdem Landrat: Günter Rosenke (Foto) lenkt auch in den kommenden sechs Jahren die Geschicke des Kreises Euskirchen. Ursprünglich CDU-Mitglied war er im Januar 2009 ausgetreten, nachdem seine CDU-Kollegen einen anderen Landratskandidaten gekürt hatten. Wegen der parteiinternen Querelen trat der dann aber gar nicht an. Rosenkes Beliebtheit taten die Scharmützel keinen Abbruch. Gegen SPD-Herausforderer Uwe Schmitz (22,4 Prozent) konnte er sich mit 42,8 Prozent deutlich durchsetzen.
Keine Experimente: Die Wähler im Kreis Gütersloh trauen Sven-Georg Adenauer (Foto), dem Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers, mehrheitlich auch eine dritte Amtszeit als Landrat zu. 56,7 Prozent der Stimmen entfielen auf den 49-Jährigen CDU-Politiker. Seine Herausforderin auf sozialdemokratischer Seite, Ulrike Boden, kam über 30,1 Prozent nicht hinaus.
Das hatte sich SPD-Mann Michael Stock wahrscheinlich anders vorgestellt: Amtsinhaber Stephan Pusch (Foto) im Kreis Heinsberg konnte er lediglich 20,4 Prozent entgegensetzen. Der CDU-Politiker Pusch erzielte satte 60,8 Prozent der Stimmen und verlängert seine Amtszeit damit um weitere sechs Jahre.
Die Affäre "Engelking", deretwegen Amtsinhaberin Liesolore Curländer (CDU) auf eine erneute Kandidatur im Kreis Herford verzichtete, schadete ihrem Parteikollegen Christian Manz (Foto) offensichtlich nicht. Als gemeinsamer Bewerber von Union und FDP eroberte er mit 48,2 Prozent das Kreishaus in Herford. Sozialdemokrat Ralf Heemeier blieb mit 37,9 Prozent nur der zweite Platz.
Der Hochsauerlandkreis hatte in Sachen Landrat keine Entscheidung zu treffen: Amtsinhaber Karl Schneider (CDU, Foto) war erst 2005, also außerhalb des regulären Turnus, gewählt worden und bekleidet damit automatisch bis 2016 die höchste Funktion im Kreis.
Dass ein frischer Wind durchs Höxteraner Kreishaus wehen würde, stand schon vor der Wahl fest, da Amtsinhaber Hubertus Backhaus (CDU) im Oktober die politische Verantwortung für den Kreis Höxter aus Altersgründen aufgibt. Sein Parteifreund Friedhelm Spieker verteidigte den Ruf des Kreises als CDU-Hochburg. 59,2 Prozent stinmmten für ihn. SPD-Herausforderer Andreas Suermann kann sich angesichts seiner 25,7 Prozent nur mit dem olympischen Motto trösten.
Aller guten Dinge sind drei, dachte sich Friedel Heuwinkel (CDU, Foto) und hängt an seine bisherigen zwei Legislaturperioden als Landrat im Kreis Lippe eine weitere dran. 50,1 Prozent der Stimmen konnte er auf sich vereinen. SPD-Herausforderer Kurt Kalkreuter blieb mit 38,2 Prozent fast zwölf Prozentpunkte dahinter zurück.
Die Einwohner im Kreis Kleve sind mit der Arbeit ihres Landrats Wolfgang Spreen (CDU, Foto) offensichtlich zufrieden. Mit 57,2 Prozent der Stimmen bestätigten sie ihn im Amt. Bodo Wißen (SPD) konnte da mit lediglich 23,1 Prozent nichts ausrichten.
Auch im Märkischen Kreis setzen die Wähler auf Beständigkeit. Ihrem Landrat Thomas Gemke (CDU, Foto) sprachen sie mit 43,4 Prozent das Vertrauen aus. Sein sozialdemokratischer Herausforderer Michael Rolland kam nur auf 32,3 Prozent.
Im Kreis Mettmann bleiben die politischen Entscheidungen in der Hand von Christdemokrat Thomas Hendele (Foto). 56,9 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf den 56-Jährigen. 30 Prozentpunkte dahinter rangiert SPD-Kontrahent Manfred Krick (26 Prozent).
Erst 2007 kam Ralf Niermann (SPD, Foto) im Kreis Minden-Lübbecke ins Amt. Die außerplanmäßige Neuwahl musste stattfinden, weil der damalige Amtsinhaber Wilhelm Krömer aus Altersgründen vorzeitig zurücktrat. Deswegen musste sich Niermann 2009 auch nicht erneut zur Wahl stellen.
An die Traumergebnisse seines Vorgängers Dieter Patt (CDU) von deutlich jenseits der 60 Prozent kommt Christdemokrat Hans Jürgen Petrauschke im Rhein-Kreis Neuss mit 57,4 Prozent zwar nicht heran, aber der Abstand zu SPD-Herausforderer Rainer Christian Thiel (33,8 Prozent) ist auf jeden Fall komfortabel.
Im Oberbergischen Kreis muss sich niemand umgewöhnen: Landrat Hagen Jobi (CDU, Foto) bleibt mit 52,5 Prozent aller Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt. SPD-Mann Ralf Wurth hat mit 31,1 Prozent das Nachsehen.
Besser geht es nicht - zumindest nicht bei den diesjährigen Kommunalwahlen: Mit 72,6 Prozent hält CDU-Mann Frank Beckehoff seine Konkurrenz im Kreis Olpe auf deutlichem Abstand. Sozialdemokrat Thomas Förderer (18,7 Prozent) liegt über 50 Prozent hinter dem Amtsinhaber, der nun in seine dritte Legislaturperiode geht.
Ähnlich deutlich verweist der Paderborner Landrat Manfred Müller (CDU, Foto) mit 70,2 Prozent seine Mitbewerber auf die Plätze. SPD-Kontrahent Wolfgang Weigel bleiben nur 22,1 Prozent.
Im Kreis Recklinghausen fiel das Rennen um den Landratssessel und damit um die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Jochen Welt (SPD) äußerst spannend aus: Letztlich konnte sich dessen Parteifreund Cay Süberkrüb gegen CDU-Mitbewerber Josef Franz Hovenjürgen durchsetzen. Die Ergebnisse der beiden Kontrahenten liegen aber mit 38,5 (Süberkrüb) und 36,5 Prozent (Hovenjürgen) dicht auf.
CDU-Landrat Werner Stump, seit 1999 im Rhein-Erft-Kreis im Amt, verlängert im Rheinischen Braunkohlerevier um weitere sechs Jahre: 50,4 Prozent genügten dem 65-Jährigen dazu. SPD-Herausforderer Hans Krings blieben nur 29,2 Prozent.
Die Politik im Schatten im Rheinisch-Bergischen Kreis wird auch in den kommenden sechs Jahren von Amtsinhaber Rolf Menzel (CDU, Foto) bestimmt. 53,8 Prozent der Stimmen sprechen eine deutliche Sprache. Für Gerhard Zorn (SPD) gab es mit 26,7 Prozent kein Herankommen.
Sozialdemokrat Achim Tüttenberg hatte Amtsinhaber Frithjof Kühn (CDU, Foto) im Rhein-Sieg-Kreis nichts entgegenzusetzen. Lediglich 28,3 Prozent aller abgegebenen Stimmen entfielen auf den SPD-Mann. Kühn hingegen geht mit 52,7 Prozent in eine dritte Amtszeit.
Sechs Jahre lang konnte Paul Breuer (CDU, Foto) bereits Erfahrung als Landrat im Kreis Siegen-Wittgenstein sammeln, sechs weitere kommen jetzt hinzu - dank 52,8 Prozent Wählerzuspruch. SPD-Herausforderer Falk Heinrichs kommt lediglich auf 31,1 Prozent.
Landrätin Eva Irrgang (CDU, Foto) im Kreis Soest konnte die diesjährigen Kommunalwahlen entspannt verfolgen, da sie sich nicht zur Wiederwahl stellen musste. Sie beerbte 2007 Amtsvorgänger Wilhelm Riebniger (ebenfalls CDU), der sein Amt aus Altersgründen vorzeitig abgab.
Deutliche Verluste musste CDU-Landrat Thomas Kubendorff (Foto) im Kreis Steinfurt einstecken - und trotzdem reicht es immer noch für die absolute Mehrheit. 54,5 Prozent der Stimmen bedeuten zwar sechs Zähler weniger als bei der Wahl 2004, aber einen 25-prozentigen Vorsprung vor SPD-Kontrahentin Elisabeth Veldhues (29 Prozent).
Auch wenn Herausforderer Wilhelm Jasperneite nicht nur offiziell von seiner Partei, der CDU, sondern auch von der FDP unterstützt wurde, war gegen die Vormachtstellung des Amtsinhabers Michael Makiolla (SPD, Foto) im Kreis Unna nichts auszurichten. 53,7 Prozent konnte der Sozialdemokrat verzeichnen. Jasperneites 32,1 Prozent fallen da nicht weiter ins Gewicht.
Für Landrat Peter Ottmann im Kreis Viersen ging der Wahlabend gut aus: Mit 53 Prozent der Stimmen gaben ihm die Wähler das Vertrauen für eine zweite Amtszeit. Auf sozialdemokratischer Seite kann man von diesem Ergebnis nur träumen. Es reichte für Bernd Bedronka (SPD) nur für 23,8 Prozent.
Olaf Gericke (CDU, Foto) bleibt noch mindestens bis 2015 im Kreis Warendorf im Amt und musste sich auch nicht dem Wählervotum stellen, da er erst 2006 dem damaligen Landrat Wolfgang Kirsch (CDU) gefolgt war. Kirsch war damals Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe geworden.
Nirgends gab es einen solch hauchdünnen Abstand wie im Kreis Wesel. Während CDU-Mann Ralf Berensmeier 41,6 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen konnte, gelang Amtsinhaber Ansgar Müller (SPD, Foto) mit 48,8 Prozent ein Fotofinish mit einer Nasenlänge Vorsprung. Müller schaffte es damit auch, eine Serie zu durchbrechen: In den vergangenen 15 Jahren hatte es niemand länger als fünf Jahre auf dem Landratssessel ausgehalten. Für Müller werden es nun insgesamt elf.