Der WDR hat in den vergangenen Monaten das Untertitel-Angebot stark ausgebaut. Neben den täglichen Sendungen und Reportagen werden nun auch die Nachrichten und WDR Extras für Hörgeschädigte untertitelt. Reportagen und Dokumentationen werden ebenso für Gehörlose aufgearbeitet wie Quiz- und Unterhaltungsshows im WDR Fernsehen.
Geschulte Mitarbeiter arbeiten die Texte der Redaktionen für die Untertitelung auf. Um für den Hörgeschädigten lesbar und vor allem nachvollziehbar zu sein, müssen die Vorlagen gekürzt werden. Schließlich kann man beim Hören Informationen schneller aufnehmen als beim Lesen. Natürlich wird beim Bearbeiten darauf geachtet, dass alle wesentlichen Informationen erhalten bleiben.
Längere Reportagen und Dokumentationen bekommt das Team der Untertitelung nur als DVD zur Verfügung gestellt. Dann heißt es für den Mitarbeiter: Film ab, zuhören und tippen, tippen, tippen ...
Aktuelle Nachrichten-Sendungen und WDR Extras werden oft in letzter Minute produziert, so dass der Untertitelung manchmal gar kein Text vorliegt. Dann spricht ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin das live Gehörte in ein spezielles Spracherkennungsprogramm, das die gesprochenen Worte verschriftlicht und anschließend auf den Sender gibt.
An einer aktuellen Nachrichten-Sendung arbeiten drei Mitarbeiter: ein Kollege bearbeitet und korrigiert eingehende Texte, einer spricht die fehlenden Passagen live ein, und ein weiterer Mitarbeiter sendet die Untertitel auf die heimischen Bildschirme.
In Deutschland gibt es 130.000 Gehörlose und Ertaubte. 13 Millionen Menschen sind mittel- oder hochgradig schwerhörig. Um diesen Menschen Fernsehen problemlos zu ermöglichen, hat der WDR im Jahr 2007 43.000 Sendeminuten untertitelt. 2008 werden es sogar 110.000 Minuten sein.