Das Bild zeigt eine Frau mit einer Decke auf einem Sofa.

Wolldecken – Worauf beim Kauf achten?

Stand: 08.12.2023, 06:00 Uhr

Bei kaltem Wetter gibt es wohl kaum etwas Schöneres, als sich in eine Wolldecke zu kuscheln. Textilexperte Marcus Weber von der Hochschule Niederrhein gibt Tipps, worauf man beim Kauf von Wolldecken achten sollte.

Unterschiedliche Materialien

Eine Schafherde

Sie tragen Markenware: Nur Schafwolle darf uneingeschränkt "Wolle" genannt werden.

Grundsätzlich sei Wolle die Bezeichnung nur für Haare der Hausschafe, sagt Marcus Weber von der Hochschule Niederrhein. Trotzdem könne es sich bei „Wolldecken“ auch um Tierhaare von Alpakas, der Kaschmirziege oder vom Angora-Kaninchen handeln. Dann allerdings mit dem entsprechenden Zusatz, etwa Kaschmirwolle.

Beschaffenheit der Fasern

Diese verschiedenen Wolldecken unterscheiden sich in ihrer Beschaffenheit. So gelten etwa die Haare von Alpakas als besonders weich. „Doch schon bei der Schafwolle gibt es Riesen-Unterschiede“, sagt Weber. Die Wolle von Merino-Schafen hat besonders feine Fasern und ist daher ebenfalls sehr weich.

Außerdem wird Wolle für Decken häufig mit anderen Materialien gemischt – etwa mit Acryl oder Polyester. Das macht sie zum einen günstiger, zum anderen soll es die positiven Eigenschaften der Wolle mit den Vorteilen der künstlichen Materialien verbinden.

Wolldecken: Tipps zum Kauf und Handhabung

Hier und heute 08.12.2023 07:09 Min. Verfügbar bis 08.12.2025 WDR

Reine Wolle vs. Mischgewebe

Wolle hat den großen Vorteil: „Da sich die Luft in den Fasern hält, kann sie sehr gut die Wärme speichern“, sagt Weber. Und dabei gilt: Je kräuseliger die Faser, desto besser hält die Decke warm. Wolle ist allerdings nicht so pflegeleicht, robust und haltbar wie etwa Acryl. Um beide Eigenschaften miteinander zu kombinieren, bestehen viele Decken aus beiden Materialien.

Polyester-Fasern in der Detailansicht

Polyester, hier in der Detailansicht, kann mit Wolle verwoben sein.

Grundsätzlich spreche auch nichts gegen diese Mischdecken, sagt Weber. Allerdings: „Mischdecken können bei der Nachhaltigkeit gegebenenfalls weniger punkten, wenn sie etwa aus Polyacryl oder Polyester bestehen“, sagt Weber. Es gebe aber auch Mischdecken mit anderen ökologisch nachhaltigen Fasern – zum Beispiel Bio-Baumwolle, Hanf-, Recycling- oder Lyocell-Fasern.

Eine Frage des Preises

„Für eine Wolldecke kann man etwa 20 Euro oder aber auch 600 Euro und mehr ausgeben. Je feiner die Haare, desto teurer die Wolldecke“, sagt Weber. Außerdem richtet sich der Preis nach der Menge des Materials – also danach, wie groß und wie dick die Decke ist.

Verschiedene Arten der Herstellung – gestrickt, gewebt oder gefilzt

Entscheidend sei aber auch die Art der Herstellung. So können Wolldecken gestrickt oder gewebt und dann gegebenenfalls noch gefilzt sein – was sich wiederum auf ihre Eigenschaften auswirkt. „Eine gestrickte Decke hat zum Beispiel die Struktur wie ein Wollpulli“, sagt Weber. Gefilzte Decken hingegen seien sehr viel fester. „Das ist letztendlich eine Geschmacksfrage.“

Qualitätssiegel

Polyester-Fasern in der Detailansicht

Nur echt mit Siegel: Dieses Zeichen ist ein Qualitätsnachweis.

Ein Hinweis auf gute Qualität könne das Woll-Siegel sein. „Das zeigt, dass es sich um reine Schurwolle handelt“, sagt Weber. Aber auch die Themen Tierwohl, Fair Trade, Schadstoffe und Nachhaltigkeit seien vielen Verbrauchern wichtig. Auch da gebe es entsprechende Siegel: EU Biosiegel, GOTS, Oekotex 100, Made in Green, kontrolliert biologische Tierhaltung.

Tipp zur Pflege

„Wolldecken nicht im Normalprogramm in die Waschmaschine stecken“, sagt Weber. Stattdessen könne man eine Wolldecke einfach in einen möglichst feuchten und durchlüfteten Raum hängen. „Was eine Wolldecke aufgenommen hat, etwa an Gerüchen oder Schweiß, gibt sie dann von allein wieder ab.“