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Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden
30. April 2015 08:09
Wenn das Jugendamt einschreitet und Kinder aus Familien heraus nimmt, schlägt die Stunde der privaten Träger, die sich um die Unterbringung der Jugendlichen kümmern sollen. Ein riesiger Markt, der offenbar kaum kontrolliert wird und der ganz neue Geschäftsmodelle schafft. MONITOR-Recherchen decken ein System auf, in dem Jugendliche in dubiosen Einrichtungen im Ausland eher verwahrt statt pädagogisch betreut werden, während die Verantwortlichen in Deutschland dafür öffentliche Gelder kassieren.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.15 19:11.
Unser Sohn war in einem Projekt gefördert durch das Jugendamt. Die Hilfeplangespräche waren am Bedarf unseres Sohnes völlig vorbei. Ein objektives Bild sich zu machen war vom Jugendamt während des Projektes in Deutschland schon zuviel verlangt. Leider scheiterte das Hilfeangebot, bei unserem Sohn und vielen anderen Jugendlichen parallel auch.

Sodann kam der Vorschlag des Jugendamtes, ein Projekt in der Türkei. Die Projektleitung (ein türkischer Psydosozpäd. stellte blumig und hoffnungsvoll einen Aufenthalt in der Türkei vor.
Über mehrere Entwicklungsstufen bis hin zum betreutem Wohnen in Antalya. In unserer Hilflosigkeit starteten wir den Versuch.

Ich habe von mehreren Jugendlichen derzeit überzeugende Auskünfte erhalten, ich kann nur warnen.

Der Umgang durch völlig inkompetente, unqualifizierte und verkappte türkischen Möchtegern - Pädagogen mit den hilfebedürftigen, teils erkrankten Jugendlichen ist kriminell, Menschenverachtung, Freiheitsberaubung, beinhaltet seelische und körperliche Züchtigung, Nachrungs- und Schlafentzug bis zur Folter (und das können wir alles belegen)

Ein Besuch der Eltern im Projekt (Bretterbuden in der Osttürkei) war nicht erlaubt. Auf Beschwerden, Sorgen, Informationen zu den Zuständen reagierte das Jugendamt nicht, ein Prüfung vorhandener Voraussetzungen fand während unserer Zeit nicht satt.

Hier wird erst richtig Schaden verursacht, erniedrigend - Jugendliche brechen unter schlimmsten Voraussetzungen - hoch bezahlt vom ignoranten Jugendamt Deutschland.

Unser Sohn ist heute zusätzlich traumatisch erkrankt, diese Hyänen sollten wegen schwerer Körperverletzung verklagt werden.

Das war alles ein großer Fehler.
Da liegt es doch offensichtlich, dass sich Verantworliche bereichern.
Sie berichteten eben, das Kinderheim St. Josef habe Kinder nach Ungarn in das Heim der Neustart nach Pecs geschickt.
Wie konnte das gehen?
Das Aufenthalktsbestimmungsrecht und das Personensorgerecht lag doch beim Jugendamt.
Da konnte doch nur das Jugendamt die Kinder/Jugendlichen dahin schicken.
Da stimmt doch etwas nicht mit Ihrer Darstellung.
Das muss Folgen nach sich ziehen. Das kann doch nicht angehen das Kinder quasi des Landes verwiesen werden.
Noch dazu mit dermaßen hohen Bezügen, muss es doch Kontrollen geben!?

Hier muss es personelle Konsequenzen und Strafen für diese Geier geben.

Sehr traurig, was die Politik hier zulässt.
Hallo,
Es gibt nur eins zu v veranlassen : alle die das zu veranlast haben sofort zu entlassen.
Das ist ein Fall für den Staatsanwalt.
Dieser Satz -- Der Umgang durch völlig inkompetente, unqualifizierte und verkappte türkischen Möchtegern - Pädagogen -- trifft zuerst bei unseren Jugendämter und deren Verantwortlichen zu. Die Fälle die öffentlich werden sind ja nur ein ganz kleiner Teil.
Ich habe soeben den Beitrag gesehen und mir fehlen die Worte.
Es kann doch nicht sein, dass Behördenvertreter solche Statements
zu offentsichtlichen Verfehlungen geben oder lieber gar nicht ein-
schreiten.

Wie kann es sein, das die beiden Gelsenkirchener Jugendamtsvertreter
die Geschäftsführung an Familienmitglieder übertragen und somit sich
weiterhin auf Kosten von Kindern/Jugendlichen und uns Steuerzahlern
bereichern?

Womit haben wir solche Behördenvertreter verdient und wer sorgt
endlich dafür, dass sie aus ihren Ämtern entfernt werden?

Gerd Starke
Ich glaube, ich habe noch nie einen Beitrag gesehen, der mich so sprachlos gemacht hat. Das muss strafrechtlich verfolgt werden! Bitte unternehmen Sie etwas gegen die Leiter bzw. den Stellvertreter der Jugendämter der Städte Dorsten und Gelsenkirchen. Wie kann ich Ihnen dabei helfen?
Solche Einrichtungen gab es schon vor 20 Jahren, ich bin 47 und habe damals ein Heim in Frankreich besucht. Eine Freundin war dort untergebracht, später geriet sie auf die schiefe Bahn, Drogensucht. Solche Einrichtungen fördern nicht die Entwicklung unserer Kinder, im Gegenteil. Ich habe einen 14 jährigen Sohn, Schulverweigerer, das Jugendamt hilft gar nicht, es wird nur vorgeschlagen meinen Sohn in eine geschlossene Unterbringung einzuweisen. Die Schule interessiert das Wohl meines Sohnes auch nicht.Es geht immer nur um den "Guten Ruf" und ums Geld. Interesse an unseren Kindern und deren Zukunft besteht überhaupt nicht.
Es gibt Menschen wie mich, die sich seit vielen Jahren für seelisch benachteiligte und behinderte Menschen einsetzen.
Ich warne davor, das Instrument der Kinder und Jugendhilfe im Ausland,vorzuverurteilen...
Was mich stört, ist die negative Berichterstattung, weil Sie ein einseitiges Bild zeichnet...
Sie können mich gerne kontaktieren, und sich mit mir über meine Erfahrungen in diesem Bereich der individuellen Kinder und Jugendhilfe unterhalten...
erschreckend wie kriminell hier amtspersonen agieren und wie dreist sie sich äußern ..... keinerlei hemmungen und skruoellos wie die kinder als verschiebeware behandeln womit sich wunderbar geld verdienen läßt aber auch wie sie mit steuergeldern umgehen ..... hier gehört die staatsanwaltschaft eingeschaltet diese amtstypen sind sowas von korrupt und höchst kriminell mal abgesehen davon daß sie für dieses amt in keinster weise geeignet sind ..... die gehören wegen schwerer verstöße aus dem amt geschmissen und ihre pensionsansorüche gestrichen zumal die sich auf steuerzahlerkosten genug bereichert haben
Ich habe gerade den Bericht von dem Jugendlichen gesehen, der in Ungarn leben muss, lt. dem Jugendamt! Geht es noch????? Ich bin fassungslos! Wenn das bekannt ist, wieso kümmert sich keiner? Das Geld wird da sinnlos verpulvert. Hoffentlich werden die zuständigen Stellen durch den Bericht wach!!!!!!!
Ich frage mich ob unsere gewählten Volksvertreter, die bei jedem populistischen Thema nach einer Bundestagsuntersuchungskommission rufen, etwas für diese Kinder tun werden und auf die Sendung von Monitor reagieren. Wie werden die verantwortlichen Mitarbeiter, die sich schließlich im Staatsdienst (Jugendamt) befinden, zur Verantwortung gezogen? Oder sind Kinder in diesem ach so "kinderfreundlichen" Land gerade kein populäres Thema, das Wählerstimmen bringt? Ich würde mir wünschen in Monitor zu sehen, dass unsere Politiker sich auch um die jungen Bürger kümmern, die noch keine Wählerstimmen bringen und wie sie die verantwortlichen Mitarbeiter des Staates zur Verantwortung ziehen.
Vielleicht lohnt ja ein Blick in die Gesetzbücher!!!
Es gibt ein Fachkräftegebot, welches jeden Träger verpflichtet mit pädagogischen Fachkräften auch im Ausland zu arbeiten, wer das nicht tut versößt gegen deutsche Gesetze. Zum Thema Geld ist zu sagen, dass nahezu alle Träger der Jugendhilfe als e.V. oder gGmbH organisiert und demnach keine Gewinne erwirtschaften dürfen, da sie gemeinnützig sind, all das sollte auch Monitor wissen.
Jugendhilfe im Ausland ist hoch erfolgreich, dies ist durch verschiedene Studien mittlerweile auch belegt (IKJ Mainz, Rauhes Haus Hamburg) der erste Teil einer Langzeitstudie vird in Kürze in Berlin vorgestellt.
Die letzte Studie belegt einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 1:6,5 €, auch das hätte Monitor recherchieren können.
Insgesamt ist Kontrolle durch die Jugendämter, wie auch in Deutschland über die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII gegeben und unterscheidet sich auch nicht von in Deutschland umgesetzten Maßnahmen. Auch sind vergleichbare Maßnahmen in Deutschland in ihrer Kostensystematik ähnlich bis gleich (sprich die ganze Sache kostet in Deutschland auch +/- 7000 €)
Das Gesetz siehe deutliche Hürden für Jugendämter und Träger vor, seriöse Träge sind immer darauf bedacht sich kontrollieren zu lassen, auch von den Eltern, welche auf Kosten der Träger an einem Hilfeplangespräch vor Ort teilnehmen, all dies hätte Monitor auch berichten können, haben sie aber nicht.
Für mich stellt sich die Frage, warum die ARD Sendunge wie "Mit Kindern Kasse machen", die noch schlechter recherchiert war und mit bewußten Falschaussagen agierte, und Monitor nutzt und dieses Thema aufzugreifen, anstatt sich tatsächlich mit gutem Journalismus dem Thema einmal nähert.
In Auslandsmaßnahmen befinden sich Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der stationären Heimerziehung keine Zukunft mehr haben, erst dann darf und wird eine Auslandsmaßnahme erwogen und den Kindern einen Neustart und eine beruhigte Entwicklung geboten. Die Qoute der Schulabschlüsse ist verglichen mit adäquaten Vergleichsgruppen überdurchschnittlich hoch (IKJ Mainz)
Bei fast allen seriösen Trägern werden gute Erfolge mit schwierigsten Jugendlichen erzielt, wo ist hierüber die Berichtserstattung und wenn von Geld die Rede ist, sollte man doch mal in den TVÖD schauen, was Erzieher und Sozialarbeiter verdienen und sich mal selber fragen, ob man diese Arbeit für das Geld machen würde. Alle an diesen Maßnahmen Beteiligten Personen haben meinen größten Respekt.
Es gibt natürlich schwarze Schafe, keine Frage. Diese handeln aber illegal und gehören verfolgt genau wie dies mit anderen illegalen Tätigkeiten auch zu tun ist.
Insgesamt ist wieder mal ein Beitrag in der ARD gesendet worden, der dem normalen Zuschauer suggeriert, Träger der Jugendhilfe stecken sich das Geld in die Tasche ohne sich um die Kinder zu kümmern, dies ist mehr als falsch und frech und zudem sehr einseitig recherchiert. Offen bleibt auch, welche Zielrichtung die ARD damit verfolgt, auch dies bleibt in dem Beitrag leider auch offen.
Schade, das wird den Kindern keinesfalls gerecht, die gerade im Ausland ihre erste echte Chance bekommen und diese auch nutzen.
Es gibt auch eineige gute andere Berichte, welche teiweise von der Ard abgelehnt wuredn oder auf RTL (!!!) gelaufen sind, das hat die ARD nicht nötig und Monitor schon gar nicht. Persönlich sehr schade finde ich, dass dieser Beitrag in einer Sendung gelaufen ist, in dem auch ein Nachruf auf Klaus Bednartz gesendet wurde, der immer für eine klare, aber gerechte Berichterstattung stand, ich bin der Überzeugung, dass er als Chefredakteur einen solchen Bericht nicht freigegeben hätte.

Wirlich schade
Die Sozialindustrie nimmt immer schlimmere Formen an. Familien werden systematisch entwertet, um Kasse zu machen. Opa und Oma ins Heim, Papa und Mama müssen arbeiten, auffällige Kinder werden vom Jugendamt in Beschlag genommen, wer als älterer Single psychisch krank wird bekommt demnächst schnell einen Betreuer mit Bankvollmacht. Es geht nur darum Jobs in der Sozialindustrie zu schaffen (auf Staatskosten, also der Allgemeinheit) und im Hintergrund abzukassieren. Wer arbeitslos wird erhält keine neue Arbeit sondern wird oft in zweifelhafte Beschäftigungsmaßnahmen gesteckt (die private und gemeinnützige Weiterbildungsindustrie kassiert Milliarden). Flüchtlinge und Migranten werden integriert von der Sozialindustrie, die Kirchen verdienen auch gut mit. Alles sehr traurig, die 68-Generation hat die Familie bekämpft und kaputt gemacht, die Sozis mit Agenda 2010 und Hartz IV den Arbeiter in eine Veramungsmaschinerie getrieben. Profiteure sind die wirtschaftlich Mächtigen, die Beschäftigten in der Sozialindustrie (gerne aus dem linken Umfeld und vor allem viele Frauen in Teilzeit) und die Hintermänner, die den Profit einstecken.
Die einseitige, oberflächliche und gesetzlich unrichtige Darstellung ohne Zielrichtung ist mehr als enttäuschend und wird den intensiven und sicherlich größtenteils hochfachlichen Bemühungen in der Jugendhilfe nicht gerecht. Von einer Berichterstattung der ARD habe ich mir mehr Objektivität und Tatsachen statt ,stimmungsmache' versprochen. Unfassbar.
Sehr geehrte Redaktion,

als ehemaliges Heimkind (annähernd 10 Jahre im Kinderheim) möchte ich darauf hinweisen, dass nicht nur vom Verein Ehemalige Heimkinder (VEH e.V.) gefordert wird, dass die Unterbringungseinrichtungen für Kinder, die unter der Fürsorge der Jugendämter stehen (Kinderheime, Pflegefamilien etc.), ohne Vorankündigung und in unregelmäßigen Abständen von einem unabhängigen Kontrollteam aus Sachverständigen (Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Lehrer) überprüft/kontrolliert werden sollten/müssten, und dies häufig. Auch die Jugendämter sollten in der gleichen Weise von entsprechenden Sachverständigen überprüft werden.

Diese Forderungen deshalb,
- weil bei vorangekündigten Kontrollen alle „Beweise“ versteckt, vernichtet, kosmetisch verdeckt oder ausgelagert werden, etc., und Nichtsachverständige die „Spuren“ nicht erkennen, und
- weil viele Heim- und Pflegekinder in solchen Einrichtungen Gewalt, Missbrauch und übermäßiger Arbeit (Kinder-/Zwangsarbeit) ausgesetzt werden, was sich nicht nur kurzfristig, sondern insgesamt lebenslänglich schädigend bei den Betroffenen auswirkt.

P.S. Ich bin jetzt über 60 Jahre alt, und bis heute habe ich mich immer noch nicht wirklich von dieser Schmerz- und Schreckenszeit erholt.
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Er zeigte einen teil der Realität. Insofern geht die Kritik von @gerw daneben, kein einziges Mal wurde in dem Beitrag behauptet, die geschilderten Zustände sein 'Standard'- es ging ganz konkret um Erscheinungen in den genannten Städten. Das @gerw diese Zustände nicht kritisiert sondern sie im Gegenteil relativiert, spricht eigentlich für sich selbst. Ich habe 20 Jahre lang als Ausbilder im Bereich 'Umschulungen' gearbeitet. Hier war in der Regel nicht das Jugendamt sondern das 'Arbeitsamt'- heute 'Bundesagentur für Arbeit' der Fi­nan­zi­er. Natürlich kann man das nicht 1:1 vergleichen. Aber auch in diesem Bereich gibt es die Erscheinung, dass einzelne Mitarbeiter dieser Behörde sich 'Sebstständig' gemacht haben. Entweder als Anbieter von Maßnahmen, die die Agentur dann finanzierte (sog. Bildungsträger) oder als Arbeitsvermittler. Schaut man sich den Mechanismus an, also Klientel, deren persönliche Lebenssituation durch staatliche Gelder verändert werden soll, gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten: Einzelne Menschen aus der entsprechenden Branche nutzen das staatliche System um sich zu bereichern. Und die Behörde- der Staat, schaut weg. Deshalb nochmal: VIELEN DANK FÜR IHFREN BEITRAG.
Ja, es gibt diese Sozialindustrie, und ja, es gibt Menschen, die sich daran bereichern. in vielen jugendämtern würde man auf Missstände stoßen aus div, Gründen.Danke für den Beitrag.
Die Forderung v. Verein ehem.'Heimkinder sollte sofort umgesetzt werden, sofort!
@ Stutzmüller:

Äh, was hat denn das bitte mit "türkisch" zu tun? Vielleicht überdenken Sie etwas sorgfältiger Ihre seltsam verzerrte Wahrnehmung, bevor Sie sich halböffentlich bloßstellen.
Immer, wenn mehrere Institutionen als Entscheidungsgremien miteinander verwoben sind, kann "Kasse gemacht werden" durch unzureichende Kontrollmöglichkeiten. Immer wieder und auf vielen Ebenen erweist sich diese Technik als Trend unserer Zeit zur Verschleierung rechtswidriger Zustände und Verwirrspiel für den normalen Bürger. Ich möchte mich hier weniger äußern zu der fragwürdigen Arbeitsauffassung und Pflichterfüllung der in diesem Fall zuständigen Ämter und Personen, sondern die Fragen stellen, die im Beitrag nicht beantwortet wurden. Schließlich wurde speziell von einem Jungen berichtet, der sogar das Gymnasium besuchen könnte und nun mit 4 Stunden Unterricht in der Woche bedacht wird.
Wo sind die Gutachten der Schulen, was sagen sie aus? Warum werden Mutter und Sohn getrennt statt das Geld in die Hilfsmaßnahmen einer häuslichen, verwandtschaftlichen oder Pflegebetreuung zu investieren, damit der Junge wenigstens ein schulisch stabiles Umfeld erhält? Ich habe als Lehrerin immer Kinder aus einem nahegelegenen Kinderheim unterrichtet und sehr engagierte Sozialarbeiter und Betreuer kennengelernt, die eng mit unserer Schule zusammengearbeitet haben. Was ist los mit diesem Deutschland, das für mich
immer dubioser und undurchsichtiger wird und mir die Bezeichnungen "Demokratie" und "Rechtsstaat" immer schwerer über die Lippen kommen?
Der Skandal, der sich hinter diesem traurigen Beitrag verbirgt, beginnt mit der Sexualmoral eines Cohn-Bendit und endet bei Edathy, um nur zwei Namen zu nennen. Er beweist zum wiederholten Mal, dass Bedürfnisbefriedigung und Barbeträge wichtiger sind als der Schutz einer schützenswerten Spezies Kind.
Jede Berichterstattung ist sicherlich kritisch zu betrachtet und wenn es auch positive Beispiele gibt, ist das sicherlich richtig und erfreulich. Das sollte aber keinesfalls beruhigen. Wenn unser System ausgenommen und betrogen wird ist das schon Grund aufzuschreien; aber noch mehr sollten uns die persönlichen Schicksale berühren und veranlassen hier unverzüglich zu handeln. Berichte wie dieser sind absolut wichtig und ebenso die Kritik dazu und jetzt zu dem, was mich weiter interessiert: Wer unternimmt jetzt was oder hat schon unternommen, um die betroffenen Kinder und Jugendlichen zu retten und dieses sicherlich existierende Unrecht auch in Zukunft zu verhindern? Einfach nur gegen die Einrichtung von Auslandsprojekten zu wettern und damit die vielen Guten in Misskredit zu bringen, ist sicherlich nicht gewollt. Deshalb sollte man nicht nur mit Gefühl sondern auch Verstand an die Sache gehen. Und dass das Jugendamt eine mehr oder weniger vogelfreie Institution ist, da es an einer klaren Zuordnung einer oberen Instanz fehlt, habe ich jetzt schon öfters, meist an sehr negativen Beispielen, vernommen. Auch ein Fehler im System, dass erkannt aber weiterhin geduldet wird? Wo sind die Juristen und Politiker, die das Gerüst richten, um Lebensumstände dort zu verbessern wo es der gesunde Menschenverstand fordert? An ehrenamtlichen Helfern und schlecht bezahlten sozialen Mitarbeitern wird es sicherlich nicht mangeln. Deshalb ist der Journalismus auch so wichtig, weil dieser auf die Wunde zeigt - aber was dann?
Die Industrie der Kinderunterbringer macht einen Umsatz von ca. 25 Milliarden Euro p.a.(-es mögen darunter auch Fälle sein, die sich unter rechtsstaatlichen Aspekten vertreten lassen). Wer sich nicht rechtzeitig zu einer Republikflucht entscheiden wollte - oder konnte- , dem blüht für evt. vorhandenes Erspartes weitere Unbill: Die offene Hand des Jugendamtes. Es macht Eltern für die Heimkosten
haftbar. Diese Amtsgeschädigten sollten sich schon vorher mit der Lektüre des Urteiles AZ: 1U 1306/10 v. 30.04.2013 des OLG Dresden beschäftigen. Es betrifft Schadenersatzansprüche gegen ein JA bei unzureichender Fallprüfung. Und diese dürfte eher die Regel sein, siehe den oft liederlichen Umgang mit Grundrechten Betroffener. Denn die "Begründungen" der JÄ bei Kindesdeportationen wirken häufig wie Szenen von Kafka oder Ionescus absurdem Theater. Nur halt eben real. Übrigens auch ein guter Test für einen Anwalt. Der sollte dieses Urteil (oder ein analoges) zitieren können. Und zwar auswendig. Sonst wären weitere Tests überflüssig.
@gerw
Ich habe Ihren Beitrag gelesen und gestehe, dass ich Schwierigkeiten hatte, ihn zu verstehen. Wenn der Bericht schlecht recherchiert war, dass wäre es doch für Sie leicht gewesen, die Fehler aufzuzeigen. Ist dieser 11jährige nicht in Ungarn? War er nicht hier auf einem Gymnasium? Bekommt er also dort jetzt eine adäquate Schulbildung? All das würde mich ja freuen, doch davon habe ich in Ihrem Beitrag nichts gelesen. Auch über die Firma des anderen Jungendamtleiters und seines Stellvertreters habe ich in Ihrem Beitrag keine mich beruhigenden Neuigkeiten gelesen. Schade, denn Sie wissen doch so viel.
Ich nehme mal an, Sie gehoeren zu den Zeitgenossen, die meinen es waere eine loebliche Angelegenheit aus dem Unglueck anderer Menschen Kapital zu schlagen.
Was der Beitrag gezeigt hat, ist schlicht und ergreifend genau das Gegenteil, dass Sie uns hier verkaufen wollen. Offensichtlich gab es keine Kontrolle, sondern Selbstbereicherung, offensichtlich war das Personal nicht entsprechend ausgebildet, und die Unterkunft entsprach wohl auch nicht dem was man fuer EUR 7000 im Monat erwarten duerfte. Und das im Ausland Nach Tarif des deutschen oeffentlichen Dienstes bezahlt wird, wollen Sie ja wohl nicht ernsthaft behaupten. Natuerlich macht ein Verein oder gGmbh keinen Gewinn, aber der Geschaeftsfuehrer kann sich durchaus ein 6 oder wenns passt auch 7stelliges Salaer genehmigen lassen, irgendwo muessen die EUR 7000 ja bleiben. Fuer das Geld komme ich auch einen Monat im 5 Sterne Hotel inklusive Ganztagsanimation unter. Und das sind keine Sozialvereine. In Ungarn soger mit Vollpension.
Und was Sie uns mit dem Verhaeltnis 1:6.5 sagen wollen, bleibt wohl Ihr Geheimnis, aber ich als Volkswirt koennte Ihnen jedes Ergebnis statistisch produzieren, man muss nur wissen wie es geht. Grundsaetzlich leuchtet doch schon nicht ein, warum ein Jugendlicher in einer ihm fremden Welt ohne Sprachkenntnisse besser aufwachsen koennen soll als in seiner ihm bekannten Umgebung. Nach der Logik muessten es ja allen auslaendischen Jugendlichen in DE bildungstechnisch gesehen bestens gehen, aber die Realitaet zeigt da leider anderes. Warum sollen auslaendische Kinder ueberhaupt Deutsch lernen, wenn Deutsche Kinder in Ungarn kein ungarisch lernen und dies angeblich gut ist?
Und warum macht man das Ganze, ganz einfach, weil es ein netter Weg den Staat auf korrupte Art und Weise um Geld zu erleichtern, genau das kommt ja bei allen Kooperationen zwischen staatlichen Geldgebern und privaten Anbietern, ob zwischen ARGE und Weiterbildungsvereinen, PPP Projekte, Asylantenheimen oder auch Jugendaemtern und den genannten Vereinen, wobei man es in Gelsenkirchen dann gleich ganz dreist getrieben hat. Aber das wird wohl Rueckendeckung von entsprechender Stelle gehabt haben. Ansonsten sind es wohl die ueblichen kick-back Geschichten.
z.T. als Replik auf "gerw"
Mit der Stärkung der privatwirtschaftlichen Komponente in der sozialen Arbeit durch die Möglichkeit der sogenannten gemeinnützigen GmbHs sah ich die Dollarzeichen in den Augen gerade der ehemaligen Kollegen aufblitzen, die sich in ihrer Arbeit ohnehin nicht durch übermäßiges Engagement auszeichneten. Insofern ist also ein Blick in Gesetzbücher "lohnend".
Das ein Fachkräftegebot Träger hingegen grundsätzlich verpflichtet auch mit Fachkräften im Ausland zu arbeiten ist völliger Unsinn. Das trifft lediglich für den geringen Teil der Maßnahmen zu, die als sozialpädagogische Einzelbetreuung in Sonderform den Auslandsaufenthalt vorsieht, sozusagen eine "geschlossene" Unterbringung in einer reizarmen Umgebung. Das diese letzte Möglichkeit der (Re)Sozialisierung unter Beachtung hochqualitativer Standards zumindest mittelfristig sehr effektiv ist belegen Studien.
Die Betonung liegt dabei aber auf der hohen Qualität der Maßnahmen und des begleitenden Hilfeplans. Dubiose Geschäftspraktiken unter Nutzung der Ressourcen des öffentlichen Dienstes (Jugendamt, etc.) und damit auch der Aushebelung der Kontrollfunktionen gehören sicher nicht zu diesen hohen Standards.
Geradezu albern ist das Argument, dass gemeinnützige GmbHs und Vereine keine Gewinne erwirtschaften dürfen, da ihnen selbstverständlich niemand verbietet exorbitante Gehälter an Geschäftsführer und andere leitende Funktionen auszuschütten, die i.d.R. dieses "Geschäftsmodell" begründet haben.
Damit einher geht dann die auch hier zu Recht beklagte Entlohnung der Erzieher, seltener Sozialarbeiter/-pädagogen, für die natürlich von dem großen Kuchen aufgrund des Vorgenannten nur noch wenig überbleibt, so sie denn bei den Auslandsmaßnahmen überhaupt involviert sind.
Denn die Masse des Geldes von 7000 € und mehr geht eben nicht in die Qualität der Maßnahmen vor Ort, sondern verbleibt hier für zum Teil sogar dubiose (Quer)"Vermittlungs"- und "Verwaltungs"aufgaben. Ins Ausland geht häufig sogar deutlich weniger als 1000 €, für Rumänien, Bulgarien, Ungarn zwar sehr viel Geld so nicht dort auch noch mal eine "Vermittlung" vorgeschaltet ist.
Zwar gab es auch zu Zeiten der nahezu ausschließlich von den großen Wohlfahrtsverbänden getragenen Maßnahmen zu Recht als Einzelfälle bezeichnete "schwarze Schafe".
Mit der Verwirtschaftlichung sozialer Arbeit durch gemeinnützige GmbHs und der Ausgliederung bestimmter Geschäftsbereiche in solche findet sich aber auch dort Missbrauch als mehr oder minder Alltäglichkeit nach dem Motto "Gier ist geil".
Soziale Arbeit ist, gerade in den Randbereichen auf die ohnehin nicht so genau geschaut wird - wen interessieren schon ein paar (hundert) dissoziale, benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Randgruppen, zu einem Geschäftsmodell mit mafiösen Strukturen verkommen, dass, im Gegensatz zu dem Müll in Neapel, einen Vorteil hat - es stinkt nicht so.
Sie sehen das falsch es ist keine generelle Verurteilung des Konzeptes sondern eine Aufdeckung einer ungeheuerlich niederträchtien Art der Gier! Das dieses Konzept, richtg angewant und von geschultem Personal mit Augenmerk auf die persönliche entickelung des Kindes gerichtet, viele gute Seiten hat ist in dem Bericht nie in Frage gestellt worden. Also bitte differenzieren zwischen diesen beiden. Wenn es der Wahrheit entspicht oder auch nur ein Funken wahr ist hoffe ich inbrünstig das diese Leute die sich hier auf kosten Schutzbefohlener bereichert haben sich dafür auch verantworten müssen.
Die Vorgehensweise der Jugendämter wird so gut wie nie kontrolliert, obwohl sich die Kritiken massiv verstärken. Weder ein Jugendhilfeausschuss noch die Kommunen können oder möchten etwas daran ändern. Eltern und Erziehungsberechtigte, welche es wagen sich aus nachweisbaren und berechtigten Gründen zu beschweren, lässt man ohne Antwort einfach stehen. Selbst nachweisbare Ungerechtigkeiten bleiben verantwortungslos liegen. Es gibt so gut wie keine Konsequenzen für Mitarbeiter der Jugendämter, welche nachweislich Gesetze der Kinder- und Jugendhilfe missachten. Es sind nicht nur die Heimkinder, welche in das Ausland kommen, sondern es Häufen sich Fälle wobei mit Erziehungshilfen, Pflegefamilien usw. gute Kasse auf Kosten der Steuerzahler gemacht werden. Die Sätze für Helfer der Jugendämter sind zwar sehr niedrig, aber wen stört es denn, wenn dafür das zwei- bis dreifache abgerechnet wird. Auch hier wäscht eine Hand die andere Hand und die Kinder bzw. Jugendlichen bleiben auf der Strecke. Das gute Geschäft läuft so automatisch weiter. Immerhin wird schon von Ausnahmen bei korrekter Vorgehensweise gesprochen.
Was ist mit den vielen Kindern und Jugendlichen, welche meist schwer traumatisiert als Flüchtlinge zu uns kommen. Jugendämter sind hoffnungslos damit überfordert. Interessiert es denn niemand, wie mit diesen Kindern und Jugendlichen umgegangen wird?
Es könnten sich betroffene Erziehungsberechtigte sowie betroffene Jugendliche zusammentun um gemeinsam zu agieren. Das ist immer noch besser als alles runterzuschlucken und am Ende an psychosomatische Beschwerden zu leiden. Ich bin gerne bereit Fakten zusammenzutragen und zu ordnen um gegen Misstände in den Jugendämtern vorzugehen.

Joseph
Ich habe den Bericht mehrfach gesehen, erst im TV und anschließend im Internet. Aus meiner Sicht war der Bericht durchaus objektiv. Ich war regelrecht sprachlos und schockiert, wie der 11jährige "Paul" mit der Flecktarnhose auf dem ungarischen Resthof herumstakste. Jeder Schritt unsicher, die Hände zeigten mir auch seine Angst. Das Kind tut mir leid.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass in Bochum kaltblütig etwa 8000€ monatlich pro Kind derartig "auf den Kopf gehauen wird", aus unseren Steuerzahlungen - dann bin ich zum zweiten Mal sprachlos. Wenn dann Amtsleiter wie eine nordkoreanische Dynastie innerhalb der Familie diese Gelder bewegen, auf Kosten des Kindeswohls, dann wird mir schlecht. Solche Leute gehören m.E. selbst woanders hin. Am Besten hinter Schloss und Riegel.

Persönlich betroffen bin ich aktuell als Vater von zwei Kindern aus einer früheren Beziehung. Die Kindesmutter hat unsere gemeinsamen Kinder im Laufe der Zeit durch häusliche Gewalt aus ihrem Haushalt vertrieben. Seit etwa einem Jahr leben die Kinder bei mir. Das Familiengericht hat bis dato meine Anträge zu Aufenthaltsbestimmung - trotz EA Verfahren - nicht bearbeitet bzw. verhandelt. Das Jugendamt steht blind und taub auf der Seite der Sorgerechtsinhaberin, die seit einem Jahr KEINEN Kontakt zu den Kindern hat. Trotz meiner Angebote auf begleiteten Umgang. Da zieht nun diese Kindesmutter mit Helfershelfern durch meinen Wohnort und möchte nun die Kinder mit Gewalt aus meinem Haushalt holen, um sie dann Richtung Ungarn, Österreich oder eine Klinik nach Marsberg zu bringen. Bisher ist das nicht vollzogen. Aber ein nichtzuständiges Jugendamt (es ist Dorsten!) und eine nichtzuständige Verfahrensbeiständin (aus Dorsten!) planen das nach eigenen Worten "im Hintergrund" mit der Kindesmutter und einer Freundin. Durch wen auch immer bin ich Ohrenzeuge derartiger Gespräche geworden. Auch hat mir jemand einen USB-Stick mit entsprechenden Audiodateien in meinen Briefkasten geworfen. Ich habe diese Sache angezeigt. Keine Ahnung wie schnell nun ermittelt wird.

Meine Kinder sind gute Kinder, mit Manieren, völlig gesund - die große ist eine der Besten an ihrem Gymnasium. Der Junge macht sich prächtig, hat zwei Gürtelprüfungen im Kampfsport geschafft. Keine Suiziden Gedanken, keine Drogen, alles OK. Sie lehnen nur ab, in den Haushalt der gewaltbereiten Mutter zurück zu kehren. Das reicht schon manchen Profis in dieser Angelegenheit, nicht mit mir zu sprechen - sondern mich als nichtsorgeberechtigten Vater von jeglichen Gesprächen auszuschließen.

Der Amtsleiter in Dorsten ist aus meiner Sicht nicht das Problem. Ich denke, dass einige Leute aus seinem Team nicht den richtigen Job haben... die zeigen sich aber nicht vor der Kamera. Die arbeiten ja nach eigenen Worten lieber "im Hintergrund" ...
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