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08.09.2017, 22.30 - 23.00 Uhr | WDR 3

ARD Radiofestival. Lesung

Peter Holtz - Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst (39)
Von Ingo Schulze

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08.09.2017, 22.30 - 23.00 Uhr | WDR 3

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Das neue Buch von Ingo Schulze erzählt die Lebensgeschichte eines enthusiastischen Helden: Peter Holtz, aufgewachsen in einem Kinderheim in der DDR, wünscht sich das Glück für alle Menschen. Eine so utopische wie liebenswerte Figur.

Teil 39: Peter hat eine vermeintliche Installation in seiner Galerie für mehr als 800.000 Mark an einen Herrn Antonitsch verkauft, den Agenten eines Sammlers. Er beschließt nun, selbst eine Kunstaktion zu starten. In Anwesenheit zahlreicher Medienvertreter und unter Aufsicht eines Notars verbrennt er in seiner Galerie das von Herrn Antonitsch erhaltene Geld, Schein für Schein. Die Aktion macht ihn schlagartig bekannt, und bald darauf erhält er eine Einladung zu einem Essen, dass der SPD-Kanzlerkandidat Schröder für Künstler und Galeristen gibt. Auch Olga und Serge sollen daran teilnehmen. Zu dritt fahren sie zu dem Restaurant, in dem das Treffen stattfindet. Während Olga und Serge eingelassen werden, verweigert der Türsteher Peter allerdings den Zutritt, weil sich sein Name nicht auf der Gästeliste findet. Enttäuscht bleibt er vor dem Lokal stehen.

Wie wird ein ostdeutsches Waisenkind zum Millionär? Und warum wird einer, der gemäß der sozialistischen Utopie das Geld abschaffen will, plötzlich von der Marktwirtschaft mit Unsummen belohnt? Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Peter Holtz, der Held in Ingo Schulzes neuem Roman, traumwandelt durch verschiedene politische Systeme, immer auf der Suche nach der besten aller möglichen Welten. Nach „33 Augenblicke des Glücks“ (1995), den Romanen „Simple Stories“, „Neue Leben“ und „Adam und Evelyn“ hat der 1962 in Dresden geborene und heute in Berlin lebende Autor einen Hans im Glück erschaffen, der Menschen und Dinge beim Wort nimmt und sich wundert, warum immer das Gegenteil dessen passiert, was er beabsichtigt hat. Steht die Welt Kopf oder er selbst? Eine poetische Schelmenfigur, die uns daran erinnert, wie wichtig es ist, von der Veränderung der Welt zu träumen – und es tatsächlich zu tun.