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01.11.2017, 15.04 - 16.00 Uhr | WDR 3

WDR 3 Musikporträt

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Der Tod und das Mädchen
Ein Versuch, als Laie über Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 in
d-moll zu sprechen
Von Philip Scheiner
Aufnahme des ORF 2007

Aus ungeklärten Gründen beschleicht den Autor das Verlangen, über jenes Musikstück zu schreiben, das ihn am stärksten beeindruckt hat. Ihm war zu Ohren gekommen, dass Schubert den zweiten Satz seines Streichquartetts "Der Tod und das Mädchen", das Andante con moto, unter grauenhaften Hungerqualen und in völliger Verelendung geschrieben hätte, frierend und dem Tode nahe. "Alles begann im Spätsommer vor sechs Jahren.", schreibt Philip Scheiner: "Dieses Streichquartett wurde zu meinem ständigen Begleiter, in allen Lebenslagen. Als ich mich von meiner Frau trennte, als ich mich zum zweiten Mal von meiner Frau trennte, als mein Vater im Sterben lag und bis er dann tot war. Dieses schaurige kleine Märchen, jenes Requiem, das Schubert sich selbst geschrieben hat, würde mich nie wieder loslassen. Es war mir wie ein perfekter Vater geworden. Mit nichts hatte ich mich jemals mehr identifiziert. Bis ich beschloss, eine Radiosendung darüber zu machen. Es verschwindet seither. Wenn ich danach greife, rückt es weiter von mir ab." Das Feature erzählt von der emotionalen Kraft der Musik und der Unmöglichkeit diese zu beschreiben.