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31.12.2017, 15.04 - 16.00 Uhr | WDR 3

WDR 3 Kulturfeature

Musik zwischen Taumel und Politik
Die Wiener Neujahrskonzerte
Von Michael Struck-Schloen
Aufnahme des WDR 2016

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Für die Musiker ist es das bestbezahlte Konzert der Welt – das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Das musikbetriebliche Ritual ist längst ein gewichtiges Mediengeschäft – und steht international für den heiteren Walzerklang in höchster Vollendung

Ohne die Frivolität und den sentimentalen Taumel, die Wiener Melange des Walzerkönigs Johann Strauß beginnt kein Neues Jahr: das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist eine Institution. Dabei fand das erste Neujahrskonzert an einem Silvestertag statt. Dirigiert von Clemens Krauss, einem Strauß-Enthusiasten, der auch für die leichte „Wiener Note“ des philharmonischen Orchesters sorgte. Das war 1939, anderthalb Jahre nach der Vereinnahmung Österreichs durch Hitler-Deutschland. Strauß-Musik wurde in den folgenden Kriegsjahren zur probaten Ablenkungskunst. In der Nachkriegszeit entwickelten sich die Neujahrskonzerte zum Imageträger eines nostalgisch-kaiserlichen Österreich-Bildes. Und zu einem sehr lukrativen Geschäft. Seit 1980 wird es zusätzlich vergoldet durch die Einladung prominenter Gastdirigenten wie Lorin Maazel, Carlos Kleiber, Zubin Mehta oder Daniel Barenboim.

Eine kritische Hommage eines Kulturträgers mit einer großen musikalischen Portion Walzerschwung.