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06.11.2017, 23.20 - 00.05 Uhr | WDR Fernsehen

Deutschland, deine Künstler - Moritz Bleibtreu

Ein Film von Ulrike Bremer

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Moritz Bleibtreu gehört zu den jungen Schauspielern, die dem deutschen Kino ein Gesicht geben. Das Publikum liebt seine lockere und coole Art. Bleibtreu gilt als Charakterdarsteller, der auch lustig sein kann.
Sein Metier ist das Kino. Besonders für seine ernsteren Rollen hat er Filmpreise bekommen: "Elementarteilchen", "Im Juli" oder "Das Experiment". Manchmal kann er sich so dafür begeistern, dass ihm auch kleine Rollen genügen. Auch bei internationalen Produktionen hat er mitgespielt. Moritz Bleibtreu sucht sich die Stoffe genau aus. Damit er sich das leisten kann, macht er auch Werbung - und steht dazu. Selbst wenn ihn wegen des McDonalds-Spots vor ein paar Jahren ein Shitstorm in den sozialen Medien getroffen hat.
Moritz Bleibtreu stammt aus einer Schauspielerfamilie. Den Vater Hans Brenner hat er zwar nie wirklich kennengelernt, doch seine Mutter, die Schauspielerin Monica Bleibtreu, hat ihm erzählt, wie sehr er ihm ähnelt. Ein Großvater und eine Urgroßmutter waren leidenschaftliche Theaterschauspieler. Moritz, der allein mit seiner Mutter in Hamburg aufwuchs, ist quasi hinter den Kulissen groß geworden.
Die Autorin Ulrike Bremer hat Moritz Bleibtreu und die inzwischen verstorbene Monica Bleibtreu bei einem ihrer letzten Zusammentreffen erlebt. Beide reden offen über die prägende Mutter-Sohn-Beziehung, die schwierigen und die guten Zeiten während Moritz' Kindheit im Problemviertel St. Georg in Hamburg. Das war eine harte Schule für ihn. Daher weiß er genau, wie er einen Gangstertypen zu spielen hat.
Manche Regisseure scheinen ihn genau darauf festlegen zu wollen, auf die Rolle des fiesen oder tumben Typen aus dem Kiez, meist mit Migrationshintergrund. Von "Knockin' on Heaven's Door" 1997 bis zu "Nicht mein Tag" 2014 ziehen sich diese Figuren durch sein Rollenrepertoire.
Wieviel von seinen Kindheitserfahrungen stecken heute noch in seinem Spiel? Die Schauspielmethode "method acting", die mit biografischen Erfahrungen arbeitet und die er als junger Mann in New York lernen wollte, habe ihn jedenfalls nachhaltig verunsichert und beinahe davon abgehalten Schauspieler zu werden. Seiner Mutter sei es zu verdanken, dass er dann mit einer kleinen Rolle im Theater doch noch in die Laufbahn geriet. Viel später hat er sie zum Kinofilm gebracht. In "Lola rennt" spielen beide mit.
Das Porträt zeigt einen nachdenklichen Moritz Bleibtreu, der über das Schauspieler-Sein reflektiert und über seine Rolle in der Öffentlichkeit. Zu sehen ist er bei Dreharbeiten zu dem Märchen "Das kalte Herz", am Set des internationalen Thrillers "Le Confessioni" und in seiner Heimatstadt Hamburg. Zu Wort kommen Freunde und Schauspielkollegen wie Jürgen Vogel, Johanna Wokalek sowie die Regisseure Fatih Akin und Til Schweiger.