Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Radio

Sie befinden sich hier:
WDR Radio
Die Hörwelten 2007 im WDR- Funkhaus in Köln
Samstag, 29.September 2007
10:00 - 18:00
Studio 3
In seinem Studio 3, Europas größtem Hörspielstudio, realisiert der WDR während der HÖRWELTEN 2007 das Hörspiel „Der Emir“ von Peter Meisenberg. Der Krimi bildet den Auftakt zur neuen ARD-weiten Hörspielreihe radioTATORT, die am 16. Januar 2008 auf Sendung geht. Regisseur Thomas Leutzbach und sein Team erläutern in Form eines Workshops die Entstehung einer solchen Produktion.
Making-Of:
Der Emir
von Peter Meisenberg
Nadir Taraki ist einer der wenigen Beamten im LKA Düsseldorf mit Migrationshintergrund. Der 28-jährige hat zwar eine deutsche Mutter, trägt seinen afghanischen Namen jedoch mit Stolz und spricht neben der Sprache seines Vaters auch noch arabisch: Also war er der ideale verdeckte Ermittler, um an Rafik Lahoud, den „Emir“, Kopf eines libanesischen Menschenhändlerrings, heranzukommen. Doch Tarakis Einsatz endete in einer Katastrophe: Er musste aus der Schusslinie und landete im Innendienst. Frustriert verfällt er dem Backgammonspiel. Dann aber gerät der Emir erneut ins Fadenkreuz des LKA. Taraki wittert seine Chance, ins Ermittlergeschäft zurückzukehren.
Peter Meisenberg, geboren 1948 in Meckenheim, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik. Er arbeitet als Hörfunkautor und schreibt Erzählungen, Kriminalromane und Hörspiele.
Sie sind eingeladen, dem Regisseur und seinem Team über die Schulter zu schauen: Arbeitsprozesse, die sonst in aller Stille und Konzentration stattfinden, werden für Sie transparent gemacht. Sie bekommen faszinierende Einblicke in die Studioarbeit.
Da diese Demonstrationen nur in kleineren Gruppen möglich sind, ist eine Anmeldung erforderlich.
STUDIO 6
Bereits seit 1999 produziert der WDR Hörspiele und Akustische Kunst im 5.1-Surround-Sound. Die Einführung der neuen Mehrkanaltontechnik kam einer Raumrevolution gleich: Seitdem kann sich der Mörder hinterrücks an den Hörer heran pirschen und eine surrende Fliege den Zuhörer so aufdringlich umkreisen, dass er nach ihr schlagen möchte. Aber mit derlei Realismus sind die inhaltlichen und ästhetischen Möglichkeiten nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Das beweisen drei aktuelle 5.1-Produktionen des WDR, die man auf den HÖRWELTEN 2007 unter Studiobedingungen genießen kann. WDR-Toningenieure stehen Rede und Antwort und erklären die technischen Finessen der Stücke.
Von Lars Gustafsson
mit Hans Kremer, Effi Rabsilber und Susanne Barth
Regie: Claudia Johanna Leist
Bienenzüchter Lars Westin hat ein leidlich geordnetes Leben
geführt, bis er unheilbar an Krebs erkrankt. In Notizen versucht
er, sein Dasein zu fassen. Gustafssons fragmentarische Schilderung
dieser Erinnerungsarbeit ist ein großes memento mori aus dem späten
20. Jahrhundert.
Durch die 5.1-Surround-Technik wird die enge Gedankenwelt des Lars
Westin räumlich erweitert. Dazu wurden zahlreiche Szenen außerhalb
des Studios inszeniert und vor Ort in Mehrspurtechnik
aufgezeichnet.
Hörbeispiel
"Der Tod eines Bienenzüchters"
von Michael Stegemann
mit Gerd Wameling, Imogen Kogge u. a.
Produktion: WDR 3 Studio Akustische Kunst und Sony Classical / Sony
BMG 2007
Die vollständige Trilogie am Samstag, 29.09.2007, 20:05 - 24:00 in WDR 3 open: Studio Akustische Kunst
Glenn Gould (1932-1982) war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Pianisten aller Zeiten. Weniger bekannt ist Gould dagegen als visionärer Rundfunk- und Medienpionier. Michael Stegemanns Trilogie greift Goulds Idee eines „kontrapunktischen Radios“ auf, um Leben und Philosophie des genialen Musikers nachzuzeichnen. Der zweite Teil, „The Drop Out“, folgt den Jahren von Goulds Konzerttätigkeit bis zu jenem Concert Drop-Out, mit dem er sich 1964 endgültig vom Konzertpodium zurückzog. Im Surround-Klang ist die Besonderheit dieses komponierten Hörspiels ungleich intensiver zu erleben.
Hörbeispiel
"The Glenn Gould Trilogy - Ein Leben"
von C-Schulz und F.X. Randomiz
Die Sounds moderner ICE-Triebwagen, russischer Diesellokomotiven und historischer Dampfrösser werden in dieser Produktion der Kölner Musikelektroniker C-Schulz und F.X.Randomiz zu hybriden Klanggebilden transformiert. Heraus kommt ein akustischer Blick aus dem Zugfenster zwischen Köln und Murmansk und eine Untersuchung der heutigen Klangwelt des Schienenverkehrs. Unter den Instrumenten, die die beiden Musiker für ihr Stück einspielten: eine Dampflok vom Typ 41 360, Baujahr 1940.
Hörbeispiel
"Das Ohr am Gleis"
19:00
Kleiner Sendesaal
Musik-Text-Performance
nach dem Roman von Gyrðir Elíasson
Musik:
Claudio Puntin (Klarinette und verschiedene Klangerzeuger)
Skúli Sverrisson (E-Bass und diverse Klangerzeuger)
Frank Köllges (Textinterpretation und Perkussion)
Dazwischen. Alles bewegt sich zwischen den Welten - auch der Erzähler, der ziellos durch isländische Regionen zieht, bis ihn am Ende ein mystisches Schiff zurück zum Ausgangspunkt seiner Reise bringt. In einer großen Kreisbewegung begegnet er wunderlichen Menschen und Ungeheuern, Märchenwesen, Lebenden und Toten - bis er erkennt, dass er selbst zum Wiedergänger zwischen der realen und der phantastischen Welt geworden ist.
Die Musiker:
Claudio Puntin, geboren 1965 in Zug (Schweiz), experimentiert an
den Rändern von Klassik, Folk und Jazz. Er spielt in eigenen
Formationen und solistisch in verschiedenen Orchestern (Ensemble
Modern, Tonhalle Orchester Zürich, WDR-Rundfunkorchester u. a.),
mit Fred Frith, Markus Stockhausen und komponiert Hörspiel- und
Filmmusiken (u.a. zu dem Oskar nominierten Film „Jenseits der
Stille“).
Skúli Sverrisson, geboren 1966, studierte Bass in Island und am Berklee College. Er arbeitet mit ungewöhnlichen Klängen und verdeckten Kompositionsstrukturen und gilt als einer der innovativsten Bassisten. Zur Zeit begleitet er Laurie Anderson auf ihrer Tournee.
Frank Köllges, geboren 1952 in Düsseldorf, ist Jazz-Perkussionist, Komponist und Performancekünstler. Er war Konzertmeister des Zirkus Roncalli, spielte als Schlagzeuger in verschiedenen Gruppen und gründete selbst unterschiedlichste Formationen. Er arbeitete als musikalischer Leiter in zahlreichen Theaterprojekten und Festivals, ging mit Ulrich Tukur auf Tournee.
Der Autor:
Gyrðir Elíasson, geboren 1961 im isländischen Sauðarkrókur, brach
sein Literatur- und Pädagogikstudium in Reykjavìk ab, um sich ganz
der Literatur zu widmen. Er veröffentlichte ab 1983 experimentelle
Gedichte. Auch seine Prosa ist von einer lyrisch dichten Sprache
bestimmt.
Hörbeispiel
"Das Schlafrad"
22:00
Kleiner Sendesaal
Live-Performance von Hans-Peter Metzler
DJs:
Alan Bangs, Klaus Fiehe, Sandra und Patrick Ziegelmüller, Thomas
Meinecke, Klaus Walter
Live-Session:
Neoangin
Visuals:
Sabine Plog, Peter Simon, Anselm Weidmann
Regie:
Petra Feldhoff
Am 26. Oktober 2004 meldeten die Nachrichtenticker den Tod des britischen Radio-DJs John Peel. Es folgte eine weltweite Welle von „Tributes“, wie sie die Pop-Welt bislang nur bei John Lennon oder Kurt Cobain erlebt hatte. Ganze Generationen hatte John Robert Parker Ravenscroft alias John Peel mit seiner Art von „Teenage Kicks“ jenseits des musikalischen Mainstreams versorgt. Der eigenwillige wie einflussreiche Radio-Moderator der BBC war in über 37 Jahren „On Air“ selbst zum verehrten Pop-Phänomen geworden, einzigartig in der Geschichte des Radios.
Im Kleinen Sendesaal des WDR stehen die Radio-DJs Alan Bangs und
Klaus Fiehe sowie Sandra und Patrick Ziegelmüller live hinter den
Plattentellern. Schicht für Schicht legen sie im Austausch mit den
zugeschalteten DJ-Kollegen Thomas Meinecke und Klaus Walter das
Phänomen PEEL frei. Ein Tribut der eigenen Art zollt Jim Avignon
mit einer Live-Session seiner Ein-Mann-Band Neoangin.
Gehört wird, was auf den Teller kommt. Eine gute Gelegenheit,
flotte Sohlen auf das denkmalgeschützte Fischgrätenparkett des
WDR-Funkhauses zu legen. Keep it peel.
Hans-Peter Metzler, geboren 1967, knüpft als freier Autor von Features und Hörspielen an den neuronalen Netzwerken von Perzeption, Emotion und Fiktion. Sein letztes pop3-Feature „Generation mp3“ (WDR 2005) wurde 2006 bei den New York Festivals ausgezeichnet.
Sendung in WDR 3 open: pop drei am 22. Oktober um 23:05
Uhr
und in 1Live Plan B Soundstories am 23. 10 Oktober um 23:00 Uhr
*Eintritt: 6 Euro,ermäßigt 4,50 Euro (zzgl. VVK-Gebühr) über Köln-Ticket/ Abendkasse: 7,50 Euro, ermäßigt: 6 Euro
Stand: 13.08.2007, 16:54 Uhr
Programmhinweise, weitere Themen und Fotos