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Dienstag, 09.02.2010

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NEUE UNTERSUCHUNG VON PSYCHOLOGEN

Krank aus Sorge um Arbeit

Deutschland erreicht die von der Weltgesundheitsorganisation gesteckten Ziele zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz nicht. Dies geht aus dem neuen Bericht des "Berufsverbandes Deutscher Psychologen" (BDP) zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz hervor. Der Bericht wurde am Dienstag (22.04.08) vorgestellt.

 
Frankfurt/Main: Ein Mann arbeitet außerhalb der normalen Bürozeiten an seinem Schreibtisch, 05.03.08; Rechte: pa/dpa
 

Weniger Unfälle - mehr psychische Störungen
Während die Zahl der Arbeitsunfälle zurückgeht, nimmt die der psychischen und Verhaltensstörungen drastisch zu. Ihr Anteil an den Ausfalltagen ist von 6,6 Prozent auf 10,5 Prozent gestiegen. Fachleute schätzen, dass allein die depressiven Verstimmungen schon 2020 nach den Herz-Erkrankungen an zweiter Stelle stehen werden. Ein solcher Anstieg könne nicht allein mit größerer Bereitschaft der Patienten erklärt werden, sich zu einer seelischen Störung zu bekennen.

Ursachen: Zeitdruck und Verantwortung
Ursachen liegen dem BDP-Bericht zufolge in Zeitdruck, Komplexität der Arbeit und Verantwortung der Beschäftigten, fehlender Teilhabe sowie prekären Arbeits-Verhältnissen wie Leiharbeit und Zeitarbeit, mangelnder Wertschätzung, defizitärem Führungsverhalten sowie einem Ungleichgewicht zwischen beruflicher Verausgabung und erhaltener Entlohnung. "Wir haben in Deutschland nicht nur ein Problem mit Managergehältern, wir haben einen weit verbreiteten Mangel an Managerqualitäten", so BDP-Vizepräsidentin Thordis Bethlehem.

Sorge um Arbeitsplatz: chronischer Stress
Nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch die permanente Sorge um den Arbeitsplatz sei mit großen psychischen Belastungen verbunden. Arbeitsüberlastung, hoher Erfolgsdruck und Mangel an sozialer Anerkennung führen unter denen, die permanent um ihren Job fürchten, zu ausgeprägten sozialen Spannungen und chronischem Stress. Arbeitslose, so zeigte sich bei Untersuchungen, haben oft Beschwerden und eine besonders niedrige Lebensqualität. Etwas geringer sind diese Beschwerden bei Berufstätigen, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, während Berufstätige in einem sicheren Arbeitsverhältnis weniger betroffen sind.

WDR 2 Beitrag

Mehr auf Mitarbeiter achten
Eine entscheidende Rolle komme den Führungskräften in Unternehmen zu, erläuterte Ruth Schulz (Redaktion Wissenschaft/Umwelt/Technik) am Dienstag (22.04.08) die Studie: Manager solten mehr auf ihre Mitarbeiter achten, gegebenenfalls die Löhne erhöhen oder Mitarbeitern mehr Entscheidungs-Spielraum geben (Moderation: Tom Hegermann):

 
AudioStudie: Krank durch Sorge um Arbeit (22.04.08; Länge: 3'45")

Mehr zum Thema:

Ein Beitrag im WDR 2 Mittagsmagazin - Stand: 22.04.08
 

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