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WISSENSCHAFTSJAHR 2008
Spaß beim Rechnen
Kann Mathematik Spaß machen? "Ja", behaupten Fachleute von der Uni Bielefeld - und hängen seit Mittwoch (14.05.08) Mathematik-Aufgaben in der Bielefelder Stadtbahn aus. Anlass für die bis Ende August dauernde Aktion "Bielefeld zählt" ist das Wissenschaftsjahr 2008, das der Mathematik gewidmet ist.


Guter Zeitvertreib bis zum Fahrziel
Die Rätsel-Aktion entstammt einer Idee von Experten der Bielefelder Hochschul-Fakultät für Mathematik. "Mathematik macht einfach Spaß und ist ein guter Zeitvertreib, bis man sein Fahrziel erreicht hat", sagte der Hochschullehrer Friedrich Götze.
Elfmeter-Krimi zur Fußball-EM
In jedem Monat werden zwei neue farbige Plakatmotive zu sehen sein. Auf einem der ersten Plakate wird das Szenario einer "Finanzkrise im Land der Zahlen" beschrieben. Die knifflige Frage: Wie kann man verschiedene Beträge bezahlen, wenn nur zwei Münztypen im Umlauf sind? Passend zur Fußball-Europameisterschaft wird im Juni ein anderes Plakat einen besonderen "Elfmeterkrimi" vorstellen. Hier geht es um die Berechnung möglicher Gewinnchancen.
Abschluss im September
Rätselfüchse können ihre Lösungen bis Ende August an die Fakultät für Mathematik schicken. Die Gewinner werden ausgelost und im Rahmen einer Abschluss-Veranstaltung im September geehrt.
Und hier das WDR 2 "Mathe-Experiment":
- Lassen Sie Freunde oder Kollegen mit einigen Würfeln würfeln. Sie schauen nicht hin - oder halten sich die Augen zu.
- Anschließend werden die Würfel aufeinander gestellt. Sie schauen immer noch nicht hin.
- Man verrät Ihnen lediglich die Anzahl der Würfel und die Augenzahl des zuoberst liegenden Würfels. Sie sehen immer noch nichts.
- Nach einer kurzen Atempause nennen Sie die Summe der verdeckt liegenden Augen aller Würfel.
- Die Überraschung wird groß sein - aber nur, wenn die Mitspieler nicht WDR 2 gehört haben!
Die Erklärung
So funktioniert der "Trick", der reine Mathematik ist:
- Schauen Sie sich einen Würfel genau an. Zählen sie die Augen auf Vorder- und Rückseite zusammen: 6+1, 4+3, 2+5. Die Summe ergibt immer 7!
Wenn Sie also wissen, mit wie vielen Würfeln gewürfelt wurde, ist die Summe der Augen oben und unten 7 mal die Anzahl der beteiligten Würfel. Wenn sie dann noch die oben liegende Augenzahl abziehen, haben sie automatisch die Anzahl der verdeckt liegenden Augen.
- Ein Beispiel: Gewürfelt wird mit 3 Würfeln. Ganz oben liegt die "5".
Dann rechnen sie 3 x 7 - 5 = 16.
Aber warum sind die Augen auf dem Würfel so angeordnet, wie sie angeordnet sind? Warum ergeben also Vorder- und Rückseite zusammen immer 7?
Eigentlich ist es egal, wie die Augen auf dem Würfel angeordnet sind, denn ein (guter) Würfel bevorzugt oder benachteiligt keine seiner Seiten. Will man eine gewisse Ordnung in die Platzierung der Augen bringen, dann ist die Summe 7 die einzige Zahl, zu der sich Vorder- und Rückseite addieren lassen. Und Vorder- und Rückseite sind die einfachsten Anordnungen, zu denen sich Zahlen auf dem Würfel in Beziehung setzen lassen.
Übrigens: Die Würfel, wie wir sie heutzutage verwenden, gibt es "erst" seit dem 12. Jahrhundert. Davor waren die Augen auf den Seitenflächen meist willkürlich verteilt.
Der Würfel: ein Zufalls-Generator
Joachim Hecker (WDR Wissenschafts-Redaktion) brachte drei Würfel mit ins WDR 2 Studio - und ließ Moderatorin Annette Wieners ihr Glück versuchen:
Problem schnell gelöst
Viele HörerInnen riefen die WDR 2 Hotline an - aber nur eine kam durch: Ulrike Kasper aus Münster. Sie hatte keinerlei Schwierigkeiten, das Problem zu lösen:



