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Sonntag, 14.03.2010

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STARKOCH BEREITET ASTRONAUTENMENÜS

Sterneküche im Weltraum

Harald Wohlfahrt hat Könige und Staatsoberhäupter verwöhnt, Feinschmecker und Restaurantkritiker begeistert. Doch dieser Auftrag war sogar für den Drei-Sterne-Koch aus dem Schwarzwald eine Herausforderung: Eine seiner Kreationen wird nämlich neuerdings in der internationalen Weltraumstation ISS aufgetischt. Leicht war es nicht, das Menü in
kosmostauglichen Konserven an Bord zu bekommen - doch die Mühe hat sich gelohnt: Wohlfahrts Kalbsbäckchen, so hört man, kommen auch im All gut an.

 
Das Menü von Harald Wohlfahrt als "Space Food" für die Astronauten der ISS; Rechte: dpa/pa
 

Hausmannskost, kräftig gewürzt
Harald Wohlfahrt kredenzt drei Gänge Hausmannskost: Schwäbische Kartoffelsuppe als Vorspeise, geschmorte Kalbsbäckchen mit Pfifferlingen als Hauptspeise und zum Nachtisch ein Zwetschgenkompott in Sternanis-Gewürzsud. Anfangs habe er keine Ahnung gehabt, was im All überhaupt gegessen werde, erzählte Wohlfahrt. Der Spitzenkoch ließ sich von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) schulen, wälzte Fachliteratur und lernte zum Beispiel, dass der Geschmackssinn im All nicht ganz so gut funktioniert, weshalb die Speisen stark gewürzt sein sollten. Dass Salz den im Weltraum ohnehin problematischen Knochenabbau beschleunigt und dass Astronauten mangels Sonnenlichts Vitamin D zu sich nehmen sollten.

Der Versuch, Astronauten normale Lebensmittel zu bieten
Wer aber glaubt, Raumfahrer müssten ihren Hunger normalerweise mit faden Kohlehydratpasten und Energiedrinks stillen, der hat sich getäsucht. "Man versucht, den Astronauten wirklich eine normale irdische Ernährung zu bieten", sagt Martina Heer, wissenschaftliche Ernährungsberaterin bei der ESA. Allerdings müssten die Produkte so
konserviert sein, dass sie mindestens ein Jahr haltbar seien.

Verpackung darf nicht viel wiegen
X-beliebige Blechdosen kamen für den Transport vom Schwarzwald ins All aber nicht in Frage, schließlich durfte die Verpackung keinesfalls zu viel wiegen. Gemeinsam mit einem Speziallabor wurden schließlich geeignete Metalldosen entwickelt. Die Astronauten müssen die Konserve nur noch zwischen zwei Wärmekontaktplatten erhitzen und können dann - mit den Füßen eingehakt - halb schwebend schlemmen.

WDR 2 Beitrag

"Heimisches Essen im All ist wichtig"
Peter Schulz hat das neue Menü für die Astronauten der ISS für das WDR 2 Mittagsmagazin getestet und es auch Moderator Tom Hegermann zum Probieren mitgebracht. Er erklärte, was bei der Astronautennahrung bedacht werden muss.

 
Deutscher Starkoch bereitet Astronautenmenüs (02.02.10)

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Mehr zum Thema:

Ein Beitrag im WDR 2 Mittagsmagazin - Stand: 03.02.10
 

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