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Donnerstag, 11.03.2010

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EIN HALBES JAHR NACH EINSTURZ DES KÖLNER STADTARCHIVS

Viele offene Fragen

Am 3. März 2009 tat sich in der Kölner Innenstadt plötzlich die Erde auf und verschlang innerhalb von Sekunden das historische Stadtarchiv. Zwei angrenzende Mietshäuser wurden mitgerissen - zwei junge Männer starben dabei. Das Wie und Warum ist auch ein halbes Jahr später nicht klar. Die Bauarbeiten an der neuen U-Bahnlinie gelten als wahrscheinliche Ursache. Die Bauunternehmen hatten möglicherweise das Grundwasser nicht unter Kontrolle. Aber was genau geschehen und wer dafür verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Der Fall sei sehr komplex, sagt die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen werden noch viel Zeit brauchen.

 
Die Einsturzstelle Monate später; Rechte: pa/zb
 

Historische Dokumente zerstört
Mittlerweile sind 85 Prozent der verschütteten Dokumente geborgen - allerdings großenteils in furchtbarem Zustand. Etwa 40 Prozent sind so zerschnipselt, als wären sie durch einen Schredder gedreht worden. Dennoch könnte das meiste wohl restauriert werden - wenn man dafür über Jahrzehnte hinweg viele Millionen Euro zur Verfügung stellen würde. Die ersten sechs Monate waren gekennzeichnet von großer Hilfsbereitschaft in- und ausländischer Archivare. Aber einen Fonds mit Geldern hat die Stadt Köln immer noch nicht zustande gebracht. Nach dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sei das alles viel schneller gegangen, sagen Kritiker.

Auch im Haushalt klafft ein Loch
So muss sich die Kölner Politik denn auch massive Vorwürfe gefallen lassen. Den noch amtierenden Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hat der Einsturz sein Amt gekostet. Nun bekommt Köln in Jürgen Roters (60) wieder einen SPD- Oberbürgermeister. Der muss vor allem sparen: Im nächsten Haushalt klafft ein 351-Millionen-Euro-Loch. Dass in der Klüngelstadt Köln ausgerechnet das Stadtarchiv mit allen Ratsprotokollen vom Erdboden verschwand, könnte fast zu Verschwörungstheorien Anlass geben. "In Köln neigt man ja auf wirklich unglaubliche Art zur Mythenbildung", meint der Buchautor Frank Möller. "Das einzig verlässliche Korrektiv dafür war das Stadtarchiv, und das ist jetzt weg."

WDR 2 Beitrag

Einsturzursache noch immer nicht bekannt
Auch ein halbes Jahr nach dem Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln weiß man noch nicht, was ganz konkret zu dem Unglück führte, wie WDR Reporter Frank Überall im Gespräch mit Moderator Helmut Rehmsen im WDR 2 Morgenmagazin berichtete:

 
Einsturzursache noch immer nicht bekannt (03.09.09)

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Mehr zum Thema:

Ein Beitrag im WDR 2 Morgenmagazin - Stand: 02.09.09
 

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