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Dienstag, 09.02.2010

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VERSANDHAUS VOR DER LIQUIDIERUNG

Quelle ist am Ende

Informationen aus dem Beitrag von Michael Westerhoff

Der zahlungsunfähige Versandhändler Quelle steht vor dem endgültigen Aus. Wie der Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arcandor am Montag (19.10.09) mitteilte, sind alle Bemühungen, doch noch einen Käufer für das Traditionsunternehmen zu finden, erfolglos geblieben. Es gebe keine Alternative zur Abwicklung, erklärte Klaus Hubert Görg. Zuletzt waren bei Quelle bundesweit noch 10.500 Menschen beschäftigt.

 
Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard weiht 1956 das damals modernste Großversandhaus Europas ein; Rechte: pa/dpa
 
  • Gab es keine Interessenten?
    Doch, bis zuletzt wurde mit vier Investoren verhandelt. Der Deal ist an der Finanzierung gescheitert: 70 Prozent aller Käufer von Quelle-Waren bestellen auf Pump. Der Besteller überweist zwar beispielsweise 18 Monatsraten, Quelle erhält das Geld trotzdem auf einen Schlag. Das wird von einer Bank finanziert. Die Bank wollte das System bereits zweimal kündigen und war nicht bereit, es bei einem neuen Investor fortzuführen. Ohne diese Zwischenfinanzierung wollte kein Investor Quelle kaufen.
  • Ist Quelle damit endgültig Geschichte?
    Nein, von der Insolvenz ist vorerst nur Quelle Deutschland betroffen. Die ausländischen Gesellschaften werden weitergeführt. Quelle hat von Russland bis Ungarn in 18 europäischen Ländern Tochterfirmen, für die wird weiter ein Käufer gesucht. Dasselbe gilt für den Fernsehshopping-Kanal HSE 24, für den es einen Interessenten gibt. Auch die Quelle-Spezialversender werden weitergeführt. Dazu gehören so bekannte Marken wie "Baby Walz" oder der Modekatalog "Bonaparte". Aber das 1927 gegründete Traditionsunternehmen Quelle Deutschland ist endgültig Geschichte.
  • Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?
    Über 3.000 Mitarbeiter wissen bereits seit Monaten, dass es für sie nicht weiter geht. Nun kommen weitere Kündigungen hinzu: 1.500 im Bereich Nürnberg-Fürth, die heute Nachmittag informiert werden und in NRW 220 in den Technik-Centern, da war aber schon klar, dass die geschlossen werden. Darüber hinaus werden alle Quelle-Shops geschlossen. Die werden in der Regel als Franchise von selbständigen Unternehmern betrieben, deshalb lässt sich die Zahl der Betroffenen nicht genau beziffern. In NRW dürften mehrere hundert Menschen davon betroffen sein.
  • Was passiert mit meinen Bestellungen?
    Alle noch vorhandenen Bestellungen werden abgewickelt. Für die Restbestände gibt es zwei Möglichkeiten: Es erfolgt ein Ausverkauf so wie wir das auch von normalen Räumungsverkäufen kennen. Nur eben online. Die IT-Abteilung von Quelle arbeitet bereits an einer technischen Lösung. Der Online-Shop muss anzeigen, wenn eine Ware ausverkauft ist. Sollte das nicht funktionieren, kommt Lösung 2 zum Tragen: Die restlichen Waren werden an Restpostenhändler verscherbelt. Zitat Unternehmenssprecher: "Alles geht an Rudis Resterampe".
  • Wie geht es mit der Essener Arcandor AG und Karstadt weiter?
    Am 11. November tagt die Gläubigerversammlung. Da wissen wir vielleicht mehr. Allerdings hat Arcandor über 70.000 Gläubiger, damit ist es eins der aufwändigsten Insolvenzverfahren, die Deutschland jemals gesehen hat. Für Karstadt gibt es durchaus Interessenten. Allen voran der Kaufhof, aber auch der Name der spanischen Corte Ingles - Gruppe kommt immer mal wieder ins Spiel. Der Essener Investor Mfi will 20 bis 25 Karstadt-Häuser in Shoppingcenter umwandeln, die Otto-Tochter "Sport Scheck" soll ein Auge auf die Karstadt-Sporthäuser geworfen haben. Problemlos dürfte sich die Reisetochter Thomas Cook verkaufen lassen. Da soll es eine ganze Reihe von Interessenten geben.
WDR 2 Beiträge

Folgen für Mitarbeiter und Kunden
Michael Westerhoff berichtete im WDR 2 Morgenmagazin, weshalb es nun endgültig zum Aus für Quelle in Deutschland gekommen war und welche Folgen das für Mitarbeiter und Kunden haben werde (Moderation: Uwe Schulz):

 
Folgen für Mitarbeiter und Kunden (20.10.09)

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Schock für Betroffene
Die endgültige Abwicklung von Quelle steht bevor. Eleonore Birkenstock hat für das WDR 2 Mittagsmagazin Quelle-Mitarbeiter getroffen, die sich mehrheitlich schockiert zeigten:

 
Schock für Betroffene (20.10.09)

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Mehr zum Thema:

Ein Beitrag im WDR 2 Morgenmagazin - Stand: 20.10.09
 

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