Seiteninhalt:
MONTALK VORSCHAU
Peter Brings und Christian Blüm
Der Nicht-Kölner wird sich mit dieser Fragestellung schwer tun: Darf eine eigentlich links orientierte Rockband im Karneval auftreten oder nicht? Wenn sie es tut: Ist sie dann geldgeil? Wenn sie es nicht tut: Ist sie dann arrogant und überheblich?
Da es jedoch in Köln kaum etwas ernsteres gibt als den Karneval, wurde 2001 diese Angelegenheit zu einer Glaubensfrage hochgekocht. Damals war die Band um die Brüder Peter und Stephan Brings bereits zehn Jahre lang mit politisch korrektem Rock durch Kölner Säle getourt. Gefeiert als die rechtmäßigen Nachfolger der Kölschrock-Band BAP. Doch dann kam der Brings-Hit "Superjeilezick", und alles wurde anders. Es folgten weitere Hits wie "Sulang mer noch am Lääve sin" und "Poppe, kaate, danze" - und Brings war jedem Jeck im Rheinland ein Begriff. Den Kölner Karnevalsfunktionären war die Band allerdings nicht ganz geheuer: Weil ihnen manches Lied zu freizügig schien, bekam Brings zwischendurch Auftrittsverbot in den Karnevalssälen.
Von all den Querelen lässt sich Brings nicht aus dem Konzept bringen. Kein Wunder, spielen in der Band doch die Söhne von Männern, die, jeder auf seine Art, ihre Sache durchgezogen haben: der Kölner Liedermacher Rolly Brings, Ex-Bläck Fööss-Frontmann Tommy Engel und der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm. Eine interessante Mischung, die weit mehr zu bieten als Karneval.
Weitere Informationen:



