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Dienstag, 09.02.2010

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SPARPLÄNE DER KOMMUNEN

Bedrohte Bibliotheken

Informationen von Michael Sperschneider

Öffentliche Büchereien gehören zu den elementarsten Kultur- und Bildungsangeboten, die allen in jedem Alter offen stehen. Doch ihr Betrieb ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine freiwillige Aufgabe der Kommunen. Wenn das Geld alle ist und der Sparkommissar das Regime übernimmt, sind sie also ebenfalls von der Schließung bedroht. Dabei gehen in nordrheinwestfälische Stadtbibliotheken wesentlich mehr Bürger als zu Bundesligaspielen oder ins Kino.

 
Eine Frau auf einer Leiter vor einem Regal mit Büchern in einer Stadtbibliothek; Rechte: dpa/pa
 

Bange Frage: Wann fällt die erste Stadtbibliothek?
Das große Zweigstellensterben hat bereits begonnen. Viele Stadtbibliotheken mussten aus Kostengründen Zweigstellen in den Stadtteilen schließen. Die Bibliotheksleute warten darauf, wann die erste Stadtbibliothek fällt. Bisher ist dies noch ein Tabubruch. Wahrscheinlich wird es eine kleine Stadtbibliothek sein, deren Schließung nicht für großen Wirbel sorgt.

Kommunen müssen Büchereien komplett selbst finanzieren
Dabei findet sich nicht nur das Bildungsbürgertum dort ein. Auch viele Jugendliche, Schüler und Arbeitslose nutzen die Stadtbibliotheken als Informationsquelle und kommunikativen Treffpunkt. Die Kommunen müssen ihre Stadtbibliotheken zu 100 Prozent finanzieren. Mit wachsenden Schulden wurden Etats reduziert und Personal abgebaut.

 
Ein Kind in der Kinderabteilung einer Stadtbibiliothek; Rechte: dpa/pa
 

Neue Förderprojekte des Landes
Zwar gibt es in den letzten Jahren wieder verstärkt Förderprojekte des Landes, die vor allem der Leseförderung dienen oder technischen Projekten, die Personal einsparen. So haben beispielsweise einige Stadtbüchereien Internetbibliotheken eingerichtet, so dass der registrierte Nutzer bequem von zu Hause Medien wie Filme, Musik, Hörbücher oder eBooks ausleihen kann. In einer Koproduktion gibt es das zum Beispiel in Solingen, Wuppertal und Remscheid.

Personalabbau geht an die Substanz
Doch alle Bibliotheksleute sind sich einig: Weiterer Personalabbau geht an die Substanz und viel Geld für die Modernisierung und Zukauf des bestehenden Medienbestandes ist ohnehin nicht da. Ein Kulturdezernent brachte es einmal auf den Punkt: "Die Medienetats aller öffentlichen Bibliotheken in NRW sind nicht so hoch wie der Zuschuss, den das Theater in Bochum benötigt." Also Lesen ist offensichtlich kein Luxus - oder doch?

Bibliotheken brauchen eine Lobby
Die Bibliotheksleute sind auf Zusammenarbeit, Lobbyarbeit und Vernetzung angewiesen. Kreative Ideen, die nicht viel Geld kosten, sind gefragt. Die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen bringt auch künftige erwachsene Nutzer der Stadtbibliotheken.

WDR 2 Beitrag

Lesen ist kein Luxus - oder doch in naher Zukunft?
Die Finanzkrise gefährdet den Bestand kommunaler Bibliotheken. Büchereien aber brauchen Kreativität und Leuchtturm-Projekte. Ein Gespräch mit der Wuppertaler Bücherei-Chefin Ute Scharmann (Moderation: Cathrin Brackmann):

 
Finanzkrise gefährdet kommunale Bibliotheken (14.10.09 )

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Mehr zum Thema:

Ein Beitrag in der WDR 2 Servicezeit - Stand: 14.09.09
 

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