Schallplattenbar
Klingende Post
"Telefunken-Decca" (Teldec) war in Deutschland die erste Plattenfirma, die Vinyl-Singles mit 45 Umdrehungen auf den Markt brachte. 1953 begann die Produktion und die Teldec nutzte das neue Format auch als akustischen Werbeträger.
Die "Warenprobe" wurde "Mischsendung" genannt.
Die ersten Werbeplatten wurden für große Kaufhäuser hergestellt, für das Kaufhaus Woddem in Hamburg oder für die Schallplatten-Versand-Zentrale Knörzer in Stuttgart. Eine "Verkaufsdame" präsentierte darauf die Größe und Vielfältigkeit des Plattenangebots anhand von kurzen Musikeinspielungen. Es waren die Vorläufer der "Klingenden Post".
Über zwanzig Jahre lang wurde die "Klingende Post" produziert, entweder speziell für einzelne Geschäfte oder ohne besondere Werbung. Geworben wurde für in erster Linie für Telefunken-, Decca- und Capitol-Aufnahmen. 1957 fielen die Capitol-Aufnahmen weg, da diese Plattenmarke von Electrola übernommen wurde. Dafür erwarb die Teldec zwei neue Marken: RCA und London. 1960 kamen Aufnahmen der Warner Bros. dazu. Bis zur Folge 17 aus dem Jahr 1962 wurden die Ausgaben der "Klingenden Post" durchnummeriert. Danach gab es Angaben zum Jahr und zur Ausgabe, wie z.B. 1963/III oder 1964/I.
Das Sammeln der "Klingenden Post" ist eine dankbare Aufgabe, denn es erschienen unterschiedliche Titelzusammenstellungen mit gleich lautenden (!) Nummern, wie z.B die Folge 1962/II. Auch die Titelliste auf der Plattenhülle muss nicht immer mit den auf der Platte angespielten Titel übereinstimmen. So wurde auf der Folge 17 ein Titel von Caterina Valente ausgetauscht: statt "Ich Kann Ohne Dich Nicht Leben" ist "Kommt ein Schiff aus Amsterdam" zu hören.
Ende der 50er Jahre wurden verschiedene Farben verwendet.
Bis Mitte der 60er Jahre gab es moderierte Ausgaben der "Klingenden Post". Besonderes Interesse erweckt heutzutage sicher die Folge 13 aus dem Jahr 1959. Kein geringer als Camillo Felgen von Radio Luxemburg ist auf dieser Folge zu hören. Auch auf den Folgen 6 und 7 aus dem Jahr 1956 ist ein damals berühmter Radiomoderator zu hören: Hans Hellhoff. Er wurde von der Teldec auch für die Plattenreihe "Die illustrierte Schallplatte" engagiert. Ansonsten sind die Sprecher unbekannt. Vor allem die Ausgaben der "Klingenden Post" mit Doppelmoderationen (Mann/Frau) haben aus heutiger Sicht besonderen Reiz. Denn sie werfen einen Blick auf den damaligen Humor.
WDR 4 greift in der Schallplattenbar gerne auf das Thema "Klingende Post" auf. Die Folge 17 wurde mit den WDR 4-Moderatoren Katia Franke und Michael Müller neu produziert. Alle Titel hat WDR 4 natürlich in voller Länge gespielt, und zwar am 12. Februar 2005.
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